Blog • Ebern • Rentweinsdorf •
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Im Baunachgrund um Ebern

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KOMMENTAR ZUR ZEIT • Klimaschutz

Plä­do­yer fürs Überlegen

Eingebettetes Youtube-Video „Klima Katastrophe – Klima Hysterie oder doch pure Angst?“, Urheberin: Youtuberin Sandra, verantwortlich für den Inhalt des Videos: „Schweinfurter Nachrichten“
(21.9.2019)


Die Kommentatorin der Schweinfurter Nachrichten sagt’s verschmitzt auf Fränkisch. 
(ibg, 21.9.2019) 

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HETSCHINGSMÜHLE • Großübung am Freitag, 20. September 2019

Große Katastrophenschutzübung

Eingebetteter Post des BRK-Rettungsdienstes via Facebook
(21.9.2019)


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KLASSIK IM BAUNACHGRUND • 20. bis 22. September 2019

Eberner Musiktage

Ebern-Kirchturmspitze
Abgebildet: Turm der Stadtpfarrkirche St. Laurentius

Vom 20. bis 22. September 2019 erklingen zum dritten Mal die Eberner Musiktage mit dem „Rückert-Ensemble“ unter der Leitung von Peter Rosenberg in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius Ebern. 

Die Konzertreihe startet am 20. September mit großer Kammerbesetzung. Neben Antonín Dvoráks Streichquintett in G-Dur ist auch Ludwig van Beethovens großes Septett in Es-Dur (op. 20) aus dem Jahre 1799 zu hören. 

Am 21. September singt Sopranistin Martina Schilling unter anderem „Rückertlieder“ von Franz Schubert sowie Lieder aus Robert Schumanns Zyklus „Myrten op. 25“. 

Am Sonntag, 22. September, werden das Klarinettenquintett in B-Dur (op. 34) von Carl Maria von Weber sowie das selten aufgeführte Nonett in F-Dur (op. 31) von Louis Spohr gespielt. 

Freitag und Samstag ist Beginn um 19:30 Uhr, am Sonntag um 17:00 Uhr 
(ibg, 19.9.2019, Angaben ohne Gewähr) 

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KIRCHWEIH • Kirchweih in Ebern 2019

Summarium zur Kirchweih

Ebern-Kirchweihmarkt-Seife
Abgebildet: Kaufobjekt Plastik-Seifenblase

Ebern-Kirchweih-Mini-Karussell
Abgebildet: Karussell zur Kirchweih in Ebern

Zum Kirchweihmarkt am 15. September 2019 herrschte Kaiserwetter in Ebern. Entsprechend gut war der Markt besucht, bei vielen Fieranten, die teils sehr hartnäckig versuchten, die flanierende Besucherschar zum Kaufen zu bewegen. Prima: Die Bühne am Marktplatz wurde von der Blaskapelle professionell bespielt! Beim traditionell dazugehörenden Gang über den Festplatz dann die Frage: „Liebling, wer hat das Karussell geschrumpft?“ 
(ibg, 16.9.2019) 

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POST • Der Zustellstützpunkt wird in einen Neubau nach Eyrichshof ziehen

Hohes Paketaufkommen

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Abgebildet: Ehemaliges Postamt Ebern (ibg)

Immer mehr Unternehmen setzen auf digitale Kommunikation, so dass die klassische Briefpost zunehmend ins Hintertreffen gerät. Dafür befördert die Deutsche Post DHL immer mehr Pakete: Fast 1,5 Milliarden Pakete sollen es im Jahr 2018 gewesen sein. Das liegt vor allem am boomenden Online-Handel. 

Weil diese Entwicklung auch für Ebern zutrifft, reicht angeblich der Platz im alten Eberner Postamt nicht mehr aus, um die Paketflut bewältigen zu können. Deshalb soll über kurz oder lang in Eyrichshof ein neuer Zustellstützpunkt entstehen. 

Das alte Postgebäude hat dann endgültig als solches ausgedient. Bleibt dringend zu hoffen, dass in der Stadt wenigstens die Architektur dieses – im Grunde schlossähnlichen – Ensembles geschätzt wird und nicht auch noch dem Abrissbagger (wie Nachbargebäude) oder grauenhafter Renovierungsmaßnahmen (wie an der Sparkasse) zum Opfer fällt. 
(ibg, 28.8.2019) 

Infografik: Fast 12 Millionen Sendungen pro Zustelltag | Statista
Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
Video-Link

Youtube-Video –
„DHL Zustellstützpunkt Bad Neustadt – Imagefilm“


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TRUN UND EBERN • Frieden, Freiheit, Freundschaft

Auf dem Weg zur Partnerschaft

Eglise de Trun
Bild (unverändert): „Eglise de Trun“ (Kirche St. Peter und St. Paul), Foto: Mrobdu, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons
Hospice de Trun
Bild (unverändert): „Hospice de Trun“, Foto: Mrobdu, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons



Hotel de Ville de Trun
Bild (unverändert): „Hotel de Ville de Trun“ (Rathaus Trun), Foto: Mrobdu, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Ortsansichten von Trun in der Normandie

Geschichte

Vom 6. Juni bis Ende Juli 1944 landeten rund 1,5 Millionen alliierte Soldaten (Amerikaner, Briten, Franzosen, Polen sowie Kanadier und Soldaten weiterer Staaten) an den Stränden der Normandie.

Dort in der Region gedachte man nun des 75. Jahrestages der Schlacht um die Normandie. Nach unermesslichem Leid hatten am Ende die Westalliierten Anfang September 1944 Frankreich von der deutschen Besatzung befreit. 

Bekanntlich hatte der Arzt Dr. Wilhelm Baumann, der sich nach dem Krieg in Ebern niederließ, damals dazu beigetragen, Tausenden von Zivilisten und Soldaten das Leben zu retten – zusammen mit dem französischen Pfarrer Launay. 

Herausgefunden hatte dies der französische Hobbyhistoriker Michel Lefèvre. Er hatte Jahrzehnte später im Zuge seiner gewonnenen Erkenntnisse Kontakte nach Ebern angestoßen, und so entstand zunächst eine Schulpartnerschaft zwischen Trun in der Normandie und dem fränkischen Ebern. 

Partnergemeinde

Der aktuellen Zeitungsberichterstattung nach könnte man den Eindruck gewinnen, die Kommune Trun (Departement Orne) sei schon seit diesem Jahr offizielle Partnergemeinde von Ebern. Leider bestätigt sich das weder auf der Webseite von Ebern noch auf der von Trun. Jedenfalls schreiben die örtlichen Tageszeitungen (siehe hier und siehe da) von der „Partnerstadt“ Trun. Schön, aber der Partner-Status ist halt noch nicht amtlich – oder?

Die historischen Gründe, nach der diese Partnerschaft zustande kommen möge, wurden schon ausführlich in den Tageszeitungen beschrieben. Doch über den Ort selbst, und wo er eigentlich genau liegt, ist bei uns noch wenig bekannt. 

Trun

Deshalb hier einige Zahlen, Daten und Fakten: Der Ort hat etwa 1.300 Einwohner und liegt in der geschichtsträchtigen Normandie, etwa 200 Kilometer westlich von Paris. Wikipedia zeigte sich erst nach einiger Recherche auskunftsfreudig, denn es gibt mehrere Orte, die den Namen Trun tragen, zum Beispiel in Graubünden in der Schweiz. 

Das Internet-Lexikon Wikipedia weiß, dass der wichtigste Arbeitgeber unserer Partnergemeinde in spe die „Heller Joustra SA“ ist, eine Kunststoffwarenfabrik, die u.a. maßstabsgetreue Miniaturmodelle von Fahrzeugen und anderen Dingen herstellt. 15 Kilometer nordöstlich findet sich die Gemeinde Camembert, nach der der berühmte Käse, der Inbegriff normannischer Gastronomie, benannt worden ist. 

Mont Ormel
Bild (unverändert): „Mont Ormel“, Foto: Jacques Wiacek, Lizenz: gemeinfrei laut Wikimedia Commons, eingebettet via Wikimedia Commons

Östlich von Trun erhebt sich nach 5 Kilometern der 262 Meter hohe „Mont Ormel“. Auf dem Berg waren im 2. Weltkrieg Kommandoposten stationiert, die damals eine Schlüsselposition im sogenannten Kessel von Falaise eingenommen hatten. Es sind also die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte, hier insbesondere in der Normandie, die eine mögliche Partnerschaft zwischen Trun und Ebern zu etwas Besonderem machen. 

Ausflugsziele

Ähnlich wie im und um den Altkreis Ebern gibt es auch in der Umgebung von Trun zahlreiche Ausflugsziele, zum Beispiel Schloss Bourg-Saint-Léonard (12 Kilometer südöstlich, siehe Bild 1) oder das 17 Kilometer entfernte Nationalgestüt „Haras du Pin“, auch „Versailles des Pferdes“ genannt. Bild 2 unten zeigt das Gestüt als Miniaturmodell. 

Chateau Bourg St Leonard
Bild 1 (unverändert): „Chateau Bourg St Leonard“ (Schloss von Bourg-Saint-Léonard), Foto: Clanandre, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons


MortreeChateauO 1
Bild 3 (unverändert): „MortreeChateauO 1“ (Schloss O in Mortrée), Foto: Selbymay, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons
Haras du Pin (073) (16831087257)
Bild 2 (unverändert): „Haras du Pin (073) (16831087257)“ – Nationalgestüt, Foto: Frédéric BISSON from Rouen, France, Lizenz: CC BY 2.0, eingebettet via Wikimedia Commons


Château de Vendeuvre 2
Bild 4 (unverändert): „Château de Vendeuvre 2“ (Schloss von Vendeuvre), Foto: 13okouran, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Das Wasserschloss O in Mortrée (Bild 3) liegt 28 Kilometer südlich von Trun und sieht mit seinem Mix aus gotischem, spätgotischem und Renaissance-Stil aus, als hätten sich die Architekten von Disneyland ein Beispiel daran genommen.

22 Kilometer nordwestlich kann das Schloss von Vendeuvre (Bild 4) samt integriertem Museum für Miniaturmöbel besichtigt werden. 

Anfahrt

Zu erreichen ist Trun mit dem Auto, für die Fahrt ab Paris sollte man etwa 3 Stunden einplanen. Der nächste Bahnhof ist in Argentan (rund 14.000 Einwohner), wobei die Bahnfahrt von Paris nach Argentan etwa 2 Stunden dauert. Weiter mit dem Auto braucht es ungefähr noch zusätzliche 15 Minuten nach Trun, mit der Buslinie 42 sind 25 Minuten zu veranschlagen. 
(ibg, 23.8.2019) 


Medienberichte 

Geschichte 

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ASTRONOMIE • Naturschauspiel am Nachmittag

Merkur-Transit am 11. November

Mercury transit 2
Symbolbild (unverändert): „Mercury transit 2“, Foto: Brocken Inaglory, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Am 11. November 2019 lässt sich – nicht nur im Baunachgrund – ein Planetentransit beobachten. Das heißt, von der Erde aus gesehen wandert ein Planet – in diesem Fall Merkur – über die Sonnenscheibe. 

Um 13:35 Uhr wird Merkur den äußeren Rand der Sonne berühren. 

Um 16:10 Uhr ist Merkur dann am nächsten zum Mittelpunkt der Sonnenscheibe. Dabei steht die Sonne schon knapp über dem Horizont, Blickrichtung Westsüdwest. Mehr Details finden Sie auf der Webseite Timeanddate.de

Dieses Naturschauspiel sollte man aber unbedingt nur mit geeignetem Augenschutz verfolgen, denn sonst riskiert man bleibende Augenschäden oder sogar die Erblindung. 
(ibg, 19.8.2019) 

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EBN-KENNZEICHEN • Bewertungen im Internet

Eine bessere Note verdient

Eingebettetes Widget von Fahrerbewertung.de

Der Fahrstil von Fahrern, die Autos mit EBN-Kennzeichen lenken, soll im statistischen Durchschnitt nur „ausreichend“ sein? – Das kann eigentlich nicht sein. Denn in der Praxis wird es womöglich so sein, dass wer sich ärgert, eher geneigt ist eine Bewertung im Internet zurückzulassen als jemand, der mit seiner Umgebung zufrieden ist. 

Eigentlich müssten sich hiesig auch genügend Automobilisten finden, die ihre Fahrkünste als vorzüglich einschätzen. Wenn sie sich dann noch selber bei Fahrerbewertung.de ein gutes Zeugnis ausstellen, dürfte der miese EBN-Schnitt von 4,0 rasch nach oben klettern. 
(ibg, 16.8.2019) 

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NOTIZEN VOM STAMMTISCH • Kommunalwahlen am 15. März 2020

Vier Experten zur Wahl

Smbl-Wirtshaus
Symbolbild: ibg

Da saßen die Experten in geselliger Runde beisammen und sinnierten über das echte Leben. Alles war wie gehabt, als einer beiläufig fragte: „Wie viele Bürgermeisterkandidaten gibt es eigentlich?“ 

„Na zwei“, meinte ein anderer, „der Bürgermeister und ein CSU-ler“. Der dritte in der Runde fragte, „ob es noch einen gibt, dem man das zutrauen kann?“ 

„Ich weiß von nichts“, sagte der vierte Experte. „Die Freien Wähler haben sich noch nicht gerührt.“ 

„Von denen hörst du auch nichts mehr“, war sich der dritte sicher. 

„Wer soll es denn machen, vielleicht holen sie wieder jemanden von außen?“, brummte der erste. 

„Das hat doch bei der CSU nicht funktioniert“, wusste der zweite Experte. 

„Dann haben die Freien Wähler wohl keinen“, stellte der vierte fest. 

„Es gibt bloß zwei, glaubt’s mir“, wiederholte sich der zweite. 

„Keine Ahnung“, seufzte der erste. 

„Warum stellen die eigentlich keine Bürgermeisterin auf?“, wollte der dritte wissen. 

„Weil sie keine haben. Sie haben doch schon eine gehabt“, konstatierte der vierte.  

„Daraus ist nichts geworden“, merkte der zweite an. 

„Und wer gewinnt?“, bohrte der erste nach. 

„Wer die meisten Stimmen hat“, antwortete der zweite. 

Wie dem auch sei, die Experten sind nicht weitergekommen, ganz so wie im echten Leben. 
(ibg, 6.8.2019) 

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MARIENKAPELLE • Können die Bildhauerelemente restauriert werden?

Verwitterungsschäden

Ebern Friedhofskapelle Wappen 9091103
Bild (unverändert): „Ebern Friedhofskapelle Wappen 9091103“, Foto: Reinhold Möller (Ermell), Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons
Ebern Friedhofskapelle Wappen 9091105
Bild (unverändert): „Ebern Friedhofskapelle Wappen 9091105“, Foto: Reinhold Möller (Ermell), Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Beide Bilder wurden am 9. September 2018 aufgenommen. Sie zeigen bereits stark verwitterte Sandsteinarbeiten an der Außenseite der Marienkapelle in Ebern.

Vorbeigehenden Fußgängern fällt dieser Zustand in der Regel gar nicht auf. Dennoch dürfte sich die Frage nach einer Renovierung stellen. 
(ibg, 2.8.2019) 


Kreisheimatpfleger 
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NAHVERKEHR • Stadtpolitik

Bürgerbusse in Fahrt bringen

Bürgerbus Kirchheim, 1, Bad Hersfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Symbolbild (unverändert): „Bürgerbus Kirchheim, 1, Bad Hersfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, Foto: GeorgDerReisende, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Was geschieht eigentlich, wenn ältere Menschen in Ebern mit seinen großflächigen Siedlungen und den weit verstreuten Stadtteilen auf ihr Auto verzichten müssen? 

In Seßlach zum Beispiel hat die freie Wählergruppe „Bürgerblock“ einen Antrag auf einen Bürgerbus gestellt. Am 30. Juli 2019 setzt sich der Seßlacher Stadtrat damit auseinander. 

Vorbildliche Transparenz in Seßlach 

Die Seßlacher haben den Antrag und das zugehörige Konzept in ihr Bürger-Informationssystem gestellt, so dass beide Dokumente im Internet öffentlich zur Ansicht stehen (PDF-Download). 

Stadtbus – Bürgerbus 

Im Unterschied zum Stadtbus schließt ein Bürgerbus Lücken im öffentlichen Personennahverkehr, die Fahrer/innen arbeiten ehrenamtlich, Träger sind meist Vereine. Dabei kann ein Bürgerbus sowohl im Linienbetrieb als auch als Rufbus verkehren. 

Der Betrieb von Bürgerbussen wird in der Regel über Fahrgelder, Mitgliedsbeiträge, Spenden und ggf. über Zuschüsse der Kommunen und/oder des Staates finanziert. 

Förderrichtlinien 

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat seine Richtlinien zum Förderprogramm von Bürgerbusprojekten ebenfalls im Internet veröffentlicht (PDF-Download). 

Feste Bürgerbuslinien verkehren derzeit schon bei unseren Nachbarn in Bad Staffelstein, Ebensfeld und Burgkunstadt. 

Und wie geht es in Ebern bzw. der Baunach-Allianz weiter? Mindestens ein Bus wäre ja schon da. 
(ibg, 28.7.2019) 


Medienbericht 


Nachtrag: 

Am 9.8.2019 erschien im Mitteilungsblatt der VG Ebern auf Seite 12 der Beitrag „Bürgerbus nimmt Fahrt auf“ (PDF-Download). 

Darin wird erklärt, dass es in Ebern seit Mitte Juli 2019 einen Einkaufs-Fahrdienst der Bürgernetzgemeinschaft gebe. Die Fahrstrecken würden sich nach den Wünschen der Mitfahrer/innen richten. 

Der Kleinbus fährt demnach jeden Dienstag (zwischen 15:00 und 17:00 Uhr) und Donnerstag (zwischen 10:00 und 12:00 Uhr). Vorherige Anmeldung sei erforderlich, und zwar im Bürgerbüro unter der Telefonnummer (09531) 629-17. 
(ibg, 23.8.2019) 

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OPEN AIR SCHLOSS EYRICHSHOF • Klaus Eberhartinger im Gespräch

EAV: Interview in Eyrichshof

Eingebettetes Video „Franken Life – 1000 Jahre EAV – Alles ist erlaubt (2019)“, eingebettet via Youtube
(27.7.2019)

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EBERN • Seit 40 Jahren wird in jedem Juli in der Altstadt gefeiert

Happy Birthday, Altstadtfest

Animation: ibg (wischen ➨)
(18.7.2019)


Ebern-Altstadtfest-Baenke
Abgebildet: Freie Sitzplätze am Sonntagnachmittag

Ebern-Altstadtfest-Buehnen
Abgebildet: Drei unbespielte Bühnen am Sonntagnachmittag

O weh! Wer am Sonntagnachmittag das Altstadtfest besuchte, wunderte sich ob des schmalen Musikprogramms. Statt Live-Musik wummerten nur Disko-Klänge aus den Boxen an der Marktplatzbühne. Ansonsten blieben alle drei Bühnen lange verwaist. 

Ein Blick in die dünne Programmankündigung bestätigte schließlich: Erst ab 19:30 Uhr sollten an diesem Sonntag Musikanten auf der Marktplatzbühne aufspielen, für die Grauturmbühne war ebenfalls erst für 19:30 Uhr „Late Night“ angekündigt. Da war früher mehr geboten. 

Kein Wunder, dass das Fest am Nachmittag nur spärlich besucht war. Vielleicht sollte man aus dem einst gut besuchten Altstadtfest doch wieder mehr als nur ein „Klassentreffen“ machen. 
(ibg, 21.7.2019) 


Leserbrief 
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GYMNASIUM • Schüler/innen erleben Biologie und Natur

Der Natur im Schulgarten begegnen

Eingebetteter Tweet via Twitter
(19.7.2019)


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BURGRUINE RAUENECK • Wer nahm historisch bedeutsame Steine mit?

Wo ist der Bogen mit dem Wappen?

Pfarrweisach Rauheneck
Symbolbild (unverändert): „Pfarrweisach Rauheneck“, Foto: Dark Avenger, Lizenz: CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons | Die Abbildung zeigt Grabplatten der Familie Marschalk von Rau(h)eneck mit dem Raueneck-Wappen (Pfarrkirche Pfarrweisach)

Wie in der Neuen Presse und bei infranken.de am 17. Juli 2019 zu lesen war, fehlen auf der Burgruine Raueneck zwei historisch bedeutsame Sandsteine, in Form von profilierten Bögen. 

Vermutlich gehörten sie zu einem Portal. Einer der Bögen trug das Wappen der Rauenecker, einen steinernen Schild mit Schrägbalken. Zuletzt waren die Bögen am 11. April 2019 noch gesehen worden. 

Die Eigentümer der Ruine hoffen nun darauf, dass jemand die behauenen Bögen wiedererkennt und Hinweise zum Verbleib geben kann. 

Die Geschichte der Burg Raueneck wird auf der Heimat-Webseite „Die Brünner“ ausführlich beschrieben. 
(ibg, 17.7.2019) 

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BÜRGERMEISTER • Zur „Studie“ der Bertelsmann-Stiftung

Jedes 2. Krankenhaus überflüssig?

Eingebetteter Post von „Jürgen Hennemann“ via Facebook
(15.7.2019)


Wie ist die Facebook-Bemerkung des Bürgermeisters gemeint? 

Übrigens zur sogenannten „Studie“ der Bertelsmann-Stiftung, wonach jede zweite Klinik geschlossen werden solle: Die meisten Medien ließen dezent beiseite, dass Dr. Brigitte Mohn nicht nur Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung ist, sondern auch im Aufsichtsrat des – Achtung! – Rhön-Klinikums sitzt. 
(ibg, 15.7.2019, aktualisiert 16.7.2019) 


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VORBACH • Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt

Ruine Raueneck wird gesichert

Ruine-Rauheneck-270216-2278378
Bild (unverändert): „Ruine-Rauheneck-270216-2278378“, ermell, Lizenz: CC BY 4.0,
via Wikimedia Commons


Für die Sicherung der Kapelle, der Vorburgmauer, der westlichen Zwingermauer sowie der nördlichen Ringmauer stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) auch in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale 25.000 Euro zur Verfügung. 

Nun besucht Uwe Franke, Ortskurator Oberfranken der DSD, gemeinsam mit Jörg Urban von Lotto Bayern am Mittwoch, den 10. Juli 2019 um 11:00 Uhr Landrat Wilhelm Schneider, um sich bei einem Presse- und Fototermin vor Ort die anstehenden Arbeiten erläutern zu lassen. 

Die Burgruine ist eines von über 420 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte. 

Die DSD unterstützte bereits den ersten Bauabschnitt vor zwei Jahren mit der Sicherung von Pallas, Brücke und Torbau, von östlicher Zwingermauer und den Futtermauern mit 60.000 Euro.


Lage und Architektur  

Die Ruine der Burg Raueneck liegt auf dem westlichen Ausläufer des Haubebergs. In 431 Metern Höhe ist sie weithin sichtbar im Umland. Lage und Ausdehnung der zu den wichtigsten Burgen im süddeutschen Raum zählenden Anlage sind beeindruckend. 

Erbaut wurde die Burg um 1200 von den Herren von Raueneck. Markante Reste der umwehrten Hauptburg mit ihren Wohngebäuden sind ebenso erhalten wie Spuren der großflächigen über mehrere Geländestufen unterteilten Vorburg, in der Stallungen, Speicher, Scheunen, Werkstätten und Gesindebauten standen. Sie haben sich weitgehend als Bodenspuren erhalten. 

Der erhaltene Bestand – vor allem der Hauptburg – dokumentiert mit eindrucksvoller Architektur bedeutende Bau- und Umbauphasen vom ausgehenden 12. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert. 

Vor allem durch ihren aufwändigen Ausbau um 1430 zählt die Burg heute bundesweit zu den herausragenden Beispielen früher Artilleriebefestigungen. Der damals errichtete äußere Mauerring bzw. Zwinger mit seinen raffiniert konzipierten Schießerkern an der Ostseite, den beiden schlanken Halbrundtürmen an der Westseite, dem eckigen Zisternenturm im Südosten und den vielen gut erhaltenen Schießscharten gilt als burgenkundliches Juwel. 


Sanierungsarbeiten 

Die Sanierungsarbeiten umfassen im Wesentlichen Maurerarbeiten. Sie dienen dazu, die oftmals zweischaligen Mauern wieder haltbar zu machen, das Gefüge wiederherzustellen und für einen geregelten Wasserablauf zu sorgen. 

Die Burgruine ist im Wald auf einer flachen Anhöhe gelegen und über Forst- und Wanderwege erreichbar. Diese organisch mit der Natur verbundenen Mauer- und Gesteinspartien später zu betrachten, wird den Reiz, der vom Erscheinungsbild der Burgruine ausgeht, erhöhen. 
(Pressemeldung DSD 8.7.2019 | ibg, 10.7.2019) 

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EYRICHSHOF • Planungen für ein Hochregallager

Überraschend großer Widerstand

Specke-Kilometerstein
Symbolbild (Ausschnitt): „Specke-Kilometerstein“, Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

In Eyrichshof formiert sich gerade eine Bürgerinitiative gegen Pläne, im dortigen Gewerbegebiet ein etwa 230 Meter langes und 21 Meter hohes Hochregallager zu errichten. Laut Zeitungsberichten sorgen sich die Gegner dieses Bauvorhabens u.a. um das Landschaftsbild und befürchten eine enorme Zunahme des Lkw-Verkehrs. 

Der extra für das Projekt geänderte Bebauungsplan „Gewerbegebiet Eyrichshof“ kann auf der Webseite der Stadt Ebern im Internet eingesehen werden. 
(ibg, 1.7.2019) 


Medienberichte 

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XAVER-MAYR-GALERIE • Audio-visuelle Ausstellung

Adam Sono – Sound-Vision

Eingebetteter Post von „Adam Sono“ via Facebook
(28.6.2019)


Die Ausstellung in der Eberner Xaver-Mayr-Galerie ist vom 30. Juni bis 25. August 2019 sonn- und feiertags jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. 

Eingebettetes Live Demo by „Adam Sono“ via AdamSono.Bandcamp.com
(28.6.2019)


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EYRICHSHOF • Produktion wird vom Sauerland nach Unterfranken verlagert

Fertigung kommt nach Ebern


Eingebettete Tweets via Twitter
(24.6.2019)


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MITTELALTERMARKT • Greifvogelschau 15. und 16. Juni 2019

Der Star war ein Turmfalke

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Abgebildet: Turmfalke am 7. Eberner Mittelaltermarkt

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STRECKEN-REAKTIVIERUNGEN • Machen Klimaziele den Wiederaufbau möglich?

Neuauflage für den Maro-Express?

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Abgebildet: Demontierter Bahnstreckenabschnitt in Ebern, Coburger Straße

Auf dem Nachrichtenportal der Main-Post toben im Internet hitzige Leser-Diskussionen über die Reaktivierung der sogenannten Steigerwaldbahn, der einstigen Bahnstrecke von Schweinfurt über Gerolzhofen nach Kitzingen. 

Die Städte Gerolzhofen und Schweinfurt sowie die Landkreise Schweinfurt und Kitzingen würden laut Presseberichten die Streckenreaktivierung begrüßen. Dagegen votieren etliche Gemeinden an der alten Bahntrasse und ein paar Bürgerinitiativen aus diesen Gemeinden, zum Beispiel aus Grettstadt

Dabei fürchten die Gegner „Spritzgifte“ an den Bahngleisen, Lärm und „hohe Kosten für Anliegergemeinden“, zumindest wenn es nach dem bei der Main-Post abgebildeten Protesttransparent geht. Mitunter Argumente also, die nicht besonders überzeugend wirken. 


Landrat wird brüskiert 

Zudem krönen plötzlich (von selbst?) erwachte Verkaufsabsichten der „DB Immobilien“ derzeit die Debatte. Die Bahn ist nämlich gerade dabei, die noch üppig vorhandenen Reste ihrer stillgelegten Steigerwaldbahn-Gleise zu verscherbeln, die Main-Post brachte einen Schrotthändler als möglichen Kunden ins Gespräch. Auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) konnte nicht mehr an sich halten und soll den Schweinfurter Landrat, Florian Töpper (SPD), brüskiert haben, sagt die Main-Post am 6.6.2019. 

Reaktivierungen von alten Bahnstrecken (ob noch Gleise da sind oder nicht) sind aber keine Fantastereien einzelner Bahnnostalgiker, sondern sind bitter nötig für das Erreichen der Klimaziele. 


3.000 Kilometer Bahntrassen sollen reaktiviert werden 

So fragt das Handelsblatt am 20.5.2019: „Werden in den nächsten Jahren 3.000 Kilometer stillgelegte Eisenbahnstrecken in Deutschland re­ak­ti­vie­rt?“ und schreibt: „Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD widmet sich seitenlang dem Ausbau des Bahnverkehrs – aus verkehrspolitischen Gründen, aber auch, weil die klimapolitischen Ziele ohne Eisenbahn wohl kaum zu erreichen sind.“ 

Eisenbahnstrecken-reaktiv
Abgebildet: Reaktivierte Eisenbahnstrecken 1994 bis 2019 (Kartenausschnitt)
Quelle: Allianz pro Schiene | 5/2019, CC-Lizenz (13.6.2019)


Der Kartenausschnitt zeigt, dass sich in Bayern diesbezüglich noch nicht viel bewegt hat. Im Personenverkehr sind im Zeitraum zwischen den Jahren 1994 und 2019 gerade einmal 80 Kilometer Bahnstrecke wieder in Betrieb genommen worden. Dazu kommen noch 52 Kilometer neue alte Güterverkehrsstrecken. 


Maro-Express 

Anders als im Altlandkreis Gerolzhofen rührt sich im Altlandkreis Ebern bisher kein Lüftchen, was die Wiederinbetriebnahme von stillgelegten Bahnstrecken angeht. Zwar sind vom Streckenabschnitt Ebern – Maroldsweisach keine Gleisanlagen mehr vorhanden, weil die Schienen im Jahr 2003 abgebaut worden sind. Teilweise verlaufen auf der alten Trasse Radwege, an einigen Stellen ist der ehemalige Schienenweg mangels verkehrs- und klimapolitischer Weitsicht auch überbaut worden, wie zum Beispiel in Ebern. 

Dennoch lohnt es sich, Gedankenexperimente zur Wiederbelebung der Bahnlinie Ebern – Maroldsweisach anzustellen. Seit den großen Stilllegungswellen der 70er- und 80er-Jahre war die politische Großwetterlage für neue Nebenbahnstrecken nie so günstig wie heute. 

In Oberbayern will man sogar mit der Elektrifizierung der eingleisigen Nebenbahnstrecken nach Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee beginnen, wie Merkur.de am 8.6.2019 meldete. 

Weite Teile des ehemaligen Bahnkörpers nach Maroldsweisach sind aber noch erhalten. Radwege lassen sich ebenso verlegen wie Gleisabschnitte auch völlig neu trassiert werden können. Nur 9,4 Kilometer Radwege verlaufen heute auf der ehemaligen, etwa 17,5 Kilometer langen Bahntrasse. 

Eingebetteter Tweet via Twitter
(13.6.2019)


Bahnstrecke Breitengüßbach–Maroldsweisach
Bild (unverändert): „Bahnstrecke Breitengüßbach–Maroldsweisach“, vuxi, OpenStreetMap contibutors, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons


Koalitionsvertrag: Verdopplung der Fahrgastzahlen 

Laut „Allianz pro Schiene“ steht im Koalitionsvertrag, dass sich „die Bundesregierung eine Verdopplung der Fahrgastzahlen vorgenommen“ hat. Das sei aber nur möglich, wenn der Rückzug der Schiene aus der Fläche gestoppt und an geeigneten Stellen rückgängig gemacht würde. 

Bürger/innen müssten sich zu Wort melden 

Wichtigste Voraussetzung sei aber, dass die Bürgerinnen und Bürger den Eisenbahnverkehr wollen. Umweltgründe sprechen sowieso für den Schienenverkehr. 

Sinnvoll erscheint zudem, die Strecke nicht in Maroldsweisach enden zu lassen, sondern zum Beispiel nach Hildburghausen fortzuführen, wo die Gleise an die Werrabahn (Sonneberg – Eisenach) anschließen könnten. Auf diese Weise könnte sich zum Beispiel die etwa zweistündige Fahrzeit von Bamberg nach Hildburghausen auf fast die Hälfte verkürzen. 

Weil bis 1946 eine Schmalspurbahn von Hildburghausen nach Heldburg führte, könnten die topographischen Verhältnisse für einen Gleisneubau in diesem Streckenabschnitt vielleicht besonders gut passen. 

Tatsächlich dürfte sich allerdings erst etwas bewegen, wenn ein sogenannter „Treiber“ die Reaktivierung einer ehemaligen Bahnstrecke befeuert. 

Im PDF-„Leitfaden zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) heißt es dazu: Der Treiber „kann eine einzelne Persönlichkeit oder eine Gruppe sein. … Ein engagierter Bürger … kann für diese Aufgabe ebenso infrage kommen wie ein Kommunalpolitiker“. 


Möglichkeiten von Reaktivierungen nutzen 

Selbst im Landesentwicklungsplan Bayern (LEP, Stand 3/2018, PDF-Download) heißt es auf Seite 56: „Streckenstilllegungen und Rückbau der bestehenden Schieneninfrastruktur sollen vermieden werden. Möglichkeiten von Reaktivierungen sollen genutzt werden.“ 

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Bayern, teilte in einer Presseerklärung von April 2019 mit, dass der Bayerische Landtag „eine Neubewertung der Kriterien für Bahnreaktivierungen in Auftrag gegeben hat“. 
(ibg, 13.6.2019, aktualisiert 14.6.2019) 

Mögliche Strecken-Reaktivierungen

In Franken könnten folgende ehemalige Bahnstrecken (Auswahl) reaktiviert werden:

  • Volkach – Seligenstadt – Würzburg („Mainschleifenbahn“) BR.de

    Derzeit nur in der Sommersaison – von Mai bis Oktober – sonn- und feiertags Ausflugsverkehr mit einer historischen roten Schienenbus-Garnitur (Angaben ohne Gewähr)

  • Dombühl – Feuchtwangen – Dinkelsbühl – Wilburgstetten („Romantische Schiene“) BR.de

  • Gunzenhausen – Wassertrüdingen („Hesselbergbahn“)Lok-Report.de

    Wegen der Landesgartenschau 2019 verkehren an Wochenenden und bayernweiten Feiertagen zwischen 25.5. und 8.9.2019 bereits Personenzüge bis Wassertrüdingen. Ab Nürnberg umsteigefrei um 9:07 Uhr und 11:07 Uhr, zurück um 15:32 Uhr oder 17:32 Uhr ab Wassertrüdingen (Angaben ohne Gewähr).

  • Marxgrün (bei Naila) – Blankenstein („Höllentalbahn“) BR.de

  • Aschaffenburg – Großostheim („Bachgaubahn“) Main-Echo.de

(14.6.2019)

Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt
Bild (unverändert): „Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt“, Pechristener, Map data (c) OpenStreetMap (and) contributors, CC-BY-SA, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons


Video-Link

kunstmichi:  Video – „Schienenbus: Mainschleifenbahn, Reminiszenz ans Hofheimerle #kunstmichiworld 027“


Eingebetteter Tweet via Twitter
(15.6.2019)


Die ablehnende Stellungnahme des CSU-Staatssekretärs gegenüber Bestrebungen, die Steigerwaldbahn zu reaktivieren, wird auf der Webseite In-und-um-Schweinfurt.de ohne Zahlschranke wiedergegeben. 
(ibg, 15.6.2019) 

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EBERN • Vandalismus

Die Bahn und das Graffiti-Problem

Smbl-Graffiti
Bild: Schallschutzwand an der Bahnstrecke Bamberg – Nürnberg

Dass Züge und Bahnanlagen mit Graffitis beschmiert werden, ist keine Seltenheit. Bahnfahrer/innen können das in unserer Gegend insbesondere an der Bahnstrecke Bamberg – Nürnberg sehen. 

Kaum sind im Zuge des viergleisigen Ausbaus neue Schallschutzwände montiert, werden sie schon besprüht, und das kilometerlang. Angesichts der ungeheuren Masse an Graffitis entsteht nicht unbedingt der Eindruck, dass die Ermittlungsbehörden den Tätern auf die Spur kommen. 

Die Deutsche Bahn AG schreibt auf ihrer Webseite: „2016 wurden 27.000 Vandalismus- und Graffititaten zu Lasten der DB registriert … Der Schaden, der der DB dadurch entsteht, beläuft sich im Jahr 2016 auf knapp 34 Millionen Euro.“ 

Und werden die Schäden beseitigt? Die Deutsche Bahn AG dazu: „Die Kosten für die Graffitibeseitigung lagen 2016 bei 8,6 Millionen Euro.“ 

Anhand dieser beiden Zahlen (Schaden ca. 34 Mio. Euro, Reinigungskosten ca. 8,6 Mio. Euro) lässt sich der Schluss ziehen: Im Jahr 2016 wurde vermutlich nur etwa ein Viertel der Schäden beseitigt – drei Viertel nicht!? 

Falls dann noch jedes Jahr unbeseitigte Schäden in gleicher Größenordnung dazukommen, dann entstehen Fragen: Warum ist das fortgesetzt möglich? Warum werden die Schäden nicht alle beseitigt und warum lässt sich diese Art der Kriminalität – gegenteiliger Beteuerungen zum Trotz – nicht eindämmen? 

Jetzt hat es Züge in Ebern und Lichtenfels getroffen, nachzulesen bei Obermain.de
(ibg, 29.5.2019) 

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GLOSSE [SATIRE] • Nachlese zur EU-Wahl 2019

Kritik an Parteien reißt nicht ab

Eingebettetes Youtube-Video der Youtuberin Sandra, verantwortlich für den Inhalt des Videos: „Schweinfurter Nachrichten“
(28.5.2019)


Eingebetteter Tweet via Twitter
(28.5.2019, aktualisiert 29.5.2019)


Aufregung um die freie Meinungsäußerung im Vorfeld vor Wahlen? Einschränkung der Meinungsfreiheit vor Wahlen? Kann es sein, dass das zum Teil schon umgesetzt worden ist? Bloß bei Youtube (noch) nicht funktioniert hat? 

Tagesschau vom 9.5.2019: „Twitter sperrt (‚im Vorfeld großer Wahlen‘) Konten – Viel Kritik an neuer Meldefunktion“ – Woher sollen Twitter und Facebook wissen, ob eine Information „falsch“ ist oder nicht? 
(ibg, 29.5.2019) 

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EU-WAHL VOM 26. MAI 2019 • Die letzten schwarzen Bastionen

Ebern hat schwarz gewählt

Wahl-EU-2019-EBN
Ergebnis in der Stadt Ebern, Wahl zum EU-Parlament 2019

Das Ergebnis der CSU liegt sowohl in der Stadt Ebern wie auch im Landkreis HBG (45,97 Prozent) deutlich über dem CSU-Ergebnis des bayerischen Landesdurchschnitts. Laut Bundeswahlleiter.de hat die CSU in Bayern 40,7 Prozent der Stimmen erreicht, ein minimaler Gewinn von 0,2 Prozentpunkten gegenüber der letzten EU-Wahl. Deutschlandweit erzielten CDU und CSU zusammen nur 28,9 Prozent Stimmenanteil (vorläufiges Endergebnis). 

Nun ergibt sich die Frage: Warum schneidet die CSU bei uns so viel besser als im Landesdurchschnitt ab? Macht die CSU für unseren ländlichen Raum vielleicht bessere Politik als anderswo? Oder setzt sich die Bevölkerung bei uns anders zusammen? Oder werden wir von unseren örtlichen Medien anders informiert, so dass die Schlussfolgerungen für die Wahlentscheidung auch anders ausfallen? 

Laut zahlreicher Wahlanalysen sind es überwiegend ältere Wähler/innen, die ihre Stimmen der Union gaben, während z.B. nur 16 Prozent der bayerischen Erstwähler/innen ihr Kreuzchen bei der CSU machten (Europawahl.br.de)

Der Bayerische Rundfunk teilte schließlich am 27.5.2019 mit, dass der unterfränkische CSU-Kandidat es nicht geschafft hat, ins Europaparlament einzuziehen – trotz der vielen Stimmen aus Unterfranken. 
(ibg, 26.5.2019, aktualisiert 27.5.2019) 

Infografik: So haben die Jungen für Europa gewählt | Statista
Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
Eingebetteter Tweet via Twitter
(28.5.2019)


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STADTRAT EBERN • Wie geht es weiter mit dem Naturfriedhof?

Privater Träger erhält neue Chance

Stadtrat-Smbl-Bild
Bild: ibg

Soll sich die Stadt Ebern für einen Naturfriedhof entscheiden, der juristisch von der Stadt getragen und operativ von einem Privatunternehmer betrieben wird? 

Das blieb auch nach der Stadtratssitzung vom 23. Mai 2019, in der lebendig debattiert worden sein soll, noch offen. Wie infranken.de am 24. Mai 2019 berichtete, soll noch weiter geprüft werden. Außerdem dürfe Alexander Freiherr von Rotenhan, der einen Naturfriedhof bei Kurzewind betreiben wolle, dem Stadtrat bis zum Jahresschluss einen „Vertragsentwurf“ vorstellen. 

Der Stadtrat von Ebern hatte schon vor einem Jahr, am 22. März 2018, eine „Grundsatzentscheidung“ zum Thema „Naturfriedhof“ ja oder nein getroffen: Demnach ist das Ausweisen eines Naturfriedhofes „im Prinzip“ möglich. Wie es konkret weitergehen sollte, wurde damals nicht entschieden. 

Die Rechtslage, präsentiert von der Bayerischen Staatskanzlei:

Hier klicken

(24.5.2019)


Naturfriedhöfe im weiteren Umkreis:


Naturfriedhof Ort Kreis  Träger   privat. Partner
Ruheforst Cob. Land  Weitramsdorf    CO Gemeinde    ja
Friedwald Fränk. Schweiz  Ebermannstadt    FO Stadt    ja
Ruheforst Maintal  Theres    HBG Gemeinde    ja
Naturfriedhof St. Ursula  Trappstadt    RÖG KU Trpst.    ja
Naturfriedhof  Nüdlingen    KG Gemeinde    nein

Quelle (PDF-Download): Bayerisches Innenministerium
CO = Coburg; FO = Forchheim; HBG = Haßberge; RÖG = Rhön-Grabfeld; KG = Bad Kissingen


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EU-WAHL • „Rezo“ sagt seine Meinung

Ist es die Selbst-Zerstörung von CDU/CSU, SPD, FDP & Co.?

Eingebettetes Youtube-Video des Youtubers „Rezo ja lol ey“
(22.5.2019)


Der Youtuber „Rezo“ rechnet fast eine Stunde lang ab mit der Politik und Politikern ehemaliger und derzeitiger Regierungsparteien – insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Wahl zum Europäischen Parlament. Mittlerweile sahen das Video schon über 6 Millionen Zuschauer. Laut Süddeutscher Zeitung vom 22.5.2019 hatte die CDU ein „Gegenvideo“ angekündigt, allerdings bald wieder einen Rückzieher gemacht, wie die Bild-Zeitung wusste. 
(ibg, 22.5.2019, aktualisiert 23.5.2019) 


Eingebettete Tweets via Twitter
(22.5.2019)


Hier der Link zum ZDF-Heute-Journal







Eingebettete Tweets via Twitter
(23.5.2019)


Eingebetteter Tweet via Twitter
(24.5.2019)


Eingebettetes Youtube-Video der „Tagesschau“
(24.5.2019)


Das Interessante ist nicht das Video, sondern es sind die Kommentare unter dem Video auf der Youtube-Seite
(ibg, 24.5.2019) 

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NACH DEM SCHEITERN • Gutachten befürwortet Gründung kommunaler MVZ

Hausarztmangel bedarf einer Lösung

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Symbolbild: ibg

Ebern hat einen Allgemeinmediziner weniger, weil ein Hausarzt in den Ruhestand gegangen war und keine/n Nachfolger/in gefunden hatte. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat nach einiger Zeit diesen Hausarztsitz ersatzlos eingezogen. Ein vorheriger Rettungsversuch“ scheiterte mit Pauken und Trompeten. Die Kommunalpolitik ist erstarrt, aber ein neuer Hausarzt wird trotzdem gebraucht. Wer muss nun was tun? 


Ausgangslage 

Einer von vier Allgemeinärzten in Ebern geht in den Ruhestand, ein/e Nachfolger/in findet sich nicht. 


Reaktion von Stadt und Landkreis 

Laut Zeitungsberichten versuchen Kommunalpolitiker, den Hausarztsitz zu retten. Sie wollen dazu das bestehende fachärztliche MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) einbinden. Ein MVZ-Internist soll vorübergehend zusätzlich hausärztlich tätig sein, bis ein Hausarzt angestellt werden kann. 


Ergebnis 

Ein Urteil des Bundessozialgerichtes, angeblich vom 12.2.2019, verbietet diese Lösung. Ein Aktenzeichen des Urteils wird in den Zeitungen (infranken.de, 1.4.2019 und Neue Presse, 29.3.2019) nicht genannt. 


Folge 

Die KVB-Bezirksstelle Unterfranken (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns) zieht den vierten Arztsitz endgültig ein, nachdem bis zum 1. April 2019 kein neuer Hausarzt für Ebern gefunden werden konnte. 


Reaktion 

Bedauern und Funkstille 


Recherche von Im-Baunachgrund.de  

Auf der Webseite des Bundessozialgerichts findet sich kein Hinweis auf eine Entscheidung vom 12.2.2019, die infrage kommen könnte. 

Dafür aber ein Hinweis auf einen Verhandlungstermin vom 13.2.2019. Vermutlich war folgender Rechtsstreit gemeint: 

Ein (anderes) MVZ wollte, dass einige seiner angestellten Fachärzte (Internisten) jeweils zur Hälfte fachärztlich und zur anderen Hälfte hausärztlich tätig sein dürfen. Der Zulassungsausschuss (Kassenärztliche Vereinigung) lehnte dies jedoch ab. 


Entweder nur Hausarzt oder nur Facharzt 

Grund seien die Vorschriften des § 73 Abs 1a SGB V – Das Bundessozialgericht (Verhandlung B 6 KA 62/17 R) entschied daher: 

„Die Anstellung von Dr. (…) auf einer halben hausärztlich-internistischen und einer halben fachärztlich-internistischen Arztstelle (…) ist mit der gesetzlichen Zuordnung von Arztgruppen entweder zur hausärztlichen oder zur fachärztlichen Versorgung nicht vereinbar. Jedenfalls kann ein Arzt im Rahmen seines Anstellungsverhältnisses bei einem (…) MVZ oder ein und derselben Zulassung nur entweder hausärztlich oder fachärztlich tätig sein.“ 


Der gescheiterte Eberner Rettungsversuch 

Der Rettungsversuch, den vierten Hausarztsitz in Ebern zu erhalten, sah so aus: Das kreiseigene Kommunalunternehmen „Haßberg-Kliniken“ hatte über sein Tochterunternehmen, das (fachärztliche) MVZ Ebern, versucht, die vakante Allgemeinarztstelle zu bedienen. 


Annahme 

Konkrete Angaben hierüber wurden der Öffentlichkeit gegenüber zwar nicht gemacht, aber man könnte dies annehmen oder vermuten: 

Angenommen, ein MVZ-Internist hätte künftig hälftig hausärztlich-internistisch und hälftig fachärztlich-internistisch gearbeitet. Wie hätte das funktionieren sollen? – Der vakante Hausarztsitz umfasste eine volle Stelle, keine halbe. 

Zudem wirft dieser (letztlich gescheiterte) „Rettungsversuch“ die Frage auf, wie die Anforderungen der bestehenden Vollzeit-Internisten-Stelle – zumindest vorübergehend – mit nur einer halben Stelle bewältigt werden sollten. 

Es scheint fast so, als wäre dieser Rettungsversuch notdürftig zusammengeschustert worden und von vornherein nicht sonderlich Erfolg versprechend gewesen. 


Urteil des Bundessozialgerichtes 

Dass der ganze Rettungsversuch nicht genehmigt werden würde, war zudem spätestens seit 13.2.2019 mit dem Urteil des Bundessozialgerichtes bekannt. – Allerdings allenfalls den Verantwortlichen, nicht der hiesigen Öffentlichkeit. 

Der vakante Hausarztsitz hätte aber noch bis zum 1.4.2019 nachbesetzt werden können, um nicht zu verfallen. Gut eineinhalb Monate Restlaufzeit. 

In diesem Zeitfenster zwischen dem 13.2.2019 und dem 1.4.2019 hätten Stadt oder bzw. und Landkreis weitere Anstrengungen unternehmen können, um den vierten Hausarztsitz in Ebern zu halten. 

Eingebetteter Tweet via Twitter
(8.5.2019)


Interkommunales MVZ 

Warum haben die Kommunalpolitiker in und um Ebern keinen größeren Erfolg versprechenden Lösungsansatz zum Erhalt des vierten Allgemeinarztsitzes gewählt? Wie zum Beispiel ein interkommunales MVZ zur hausärztlichen Versorgung? Da hätte auch ein Kinderarzt noch mit Platz gehabt, der nach SGB V dem hausärztlichen Bereich zuzuordnen ist. 

Schließlich gelten nach Mediendarstellungen Einzelpraxen im ländlichen Raum als „Auslaufmodell“, siehe NDR-Fernsehen vom 30.4.2019. 

Im schleswig-holsteinischen Büsum (4.900 Einwohner) haben zum Beispiel der dortige Bürgermeister und ein Berater des zuständiges Landkreises ein neues Konzept zur hausärztlichen Versorgung in Büsum mitentwickelt. 

Hierfür hat die Gemeinde vier Arztsitze aufgekauft und in einem neuen Ärztezentrum zusammengefasst. 

Dazu der Büsumer Bürgermeister im NDR-Fernsehen (ab 00:07:38): 

„Das gehört für mich zur Daseinsvorsorge. Das ist genauso wichtig wie eine gute Schule. Das ist genauso wichtig wie ein guter Kindergarten. Da kann man sich nicht zurückziehen ins Schneckenhaus und sagen, das lass’ mal andere machen.“ 

Eingebettetes Youtube-Video von Dostal & Partner
(8.5.2019)


Kommunale Medizinische Versorgungszentren 

Auf der Webseite der Techniker Krankenkasse (TK) ist zu lesen: 

„Bereits seit 2011 (Versorgungsstrukturgesetz GKV-VStG) können Kommunen theoretisch eigene Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen“. Allerdings waren die zulassungsrechtlichen Hürden für die Kommunen zu hoch gewesen.

Deshalb „griff der Gesetzgeber 2015 mit dem Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) erneut ein: Seitdem gelten Kommunen als regelhaft zulässige Träger von MVZ – gleichwertig zu Vertragsärzten, Kliniken und Dialyseträgern.“


Für Ebern bedeutet das: 

Ein kommunales MVZ (kMVZ) kann sowohl von der Stadt selbst, dem Landkreis, der Verwaltungsgemeinschaft und vielleicht auch von der Baunach-Allianz gegründet und betrieben werden – eine interkommunale Lösung für Ebern mit Filialpraxis für die vakante Hausarztstelle in Reckendorf? (vgl. § 95 Abs. 1a SGB V) 

Knackpunkt ist nämlich: Ohne Geld in die Hand zu nehmen, wird es nicht gehen. Und es müssen mindestens zwei Ärzte in einem kMVZ arbeiten. Für Ebern alleine besteht bzw. bestand aber nur Bedarf für einen Hausarzt (als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Allgemeinarztes). In einer Reckendorfer Filiale könnte der zweite notwendige Allgemeinmediziner arbeiten. 

Eingebetteter Tweet via Twitter
(7.5.2019)


Gutachten befürwortet kommunale Medizinische Versorgungszentren 

Und dann gibt es noch ein „bayerisches Gutachten zu kommunalen Medizinischen Versorgungszentren“. Darauf weist die „dostal & partner management-beratung gmbh“ auf ihrer Webseite hin. Dort wird das Thema „kommunale Medizinische Versorgungszentren (kMVZ)“ ausführlich erklärt. In kürzerer Form informiert auch die Bayerische Gemeindezeitung über das Thema. 

Manchmal fordert die Initiative für ein eigenes kommunales MVZ sogar Interessenten als Nachfolger einer vakanten Arztpraxis heraus – geschehen in Bad Kötzting (Mittelbayerische.de). Dann braucht es gar kein kMVZ. Doch wie sagte der Büsumer Bürgermeister: „Da kann man sich nicht zurückziehen ins Schneckenhaus und sagen, das lass’ mal andere machen.“ 
(ibg, 8.5.2019) 

∗∗∗
VERWIRRUNG • Gehört das alte Gesundheitsamt noch der Stadt?

Verpachten oder verkaufen?

Ebern-ehem-Gesundheitsamt
Abgebildet: Ehemaliges Gesundheitsamt Ebern am Diebsturm

Erst war das Gefängnis in dem Gebäude am Diebsturm untergebracht, später das Gesundheitsamt des Landkreises Ebern. Danach waren Gesundheitsdienstleister mit ihren Praxen im Gebäude, zuletzt eine Restauration mit Biergarten. Nun soll das historische Ensemble eine neue Nutzung erfahren, und zwar wieder als Gaststättenbetrieb. 

Öffentliche „Express-Ausschreibung

Die Stadt Ebern hatte die Verpachtung ihrer „städtischen Liegenschaft“, Rittergasse 5, im „Mitteilungsblatt“ (PDF-Download, Seite 5) von Freitag, 8. März 2019, öffentlich ausgeschrieben. 

Bemerkenswert war die sehr kurze Bewerbungsfrist, die doch tatsächlich am Dienstag, 12. März 2019, schon wieder endete (mit dem Wochenende dazwischen). Zwar war die Ausschreibung im Mitteilungsblatt auf den 19. Februar 2019 datiert gewesen, aber im unmittelbar folgenden „Mitteilungsblatt“ vom 22. Februar 2019 (PDF-Download) nicht veröffentlicht worden. 

Seit 19. April 2019 wird das gleiche Haus in der Rittergasse 5 online in den Ebay-Kleinanzeigen von einem „privaten Nutzer“ zum Verkauf für 98.000 Euro (VB) angeboten. 
(ibg, 30.4.2019) 


Nachtrag

Am 14.5.2019 erschien zum Thema der Artikel „Statt Bier gibt es Streit“ bei infranken.de. 

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HEIMATKUNDE • Große Volksversammlung vor 170 Jahren

Ostern 1849 in Ebern

2012 07 21 016 Hambacher Schloss Ostseite
Bild (unverändert): „2012 07 21 016 Hambacher Schloss Ostseite“, Friedrich Haag,
Lizenz: CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons


Den meisten wird das Hambacher Fest (1832) aus dem Geschichtsunterricht noch ein Begriff sein. Das Fest fand auf dem Hambacher Schloss in der Rheinpfalz statt, zu jener Zeit noch Bayern zugehörig. Mit dem Hambach zwischen Ebern und Untermerzbach hatte das freilich nichts zu tun. 

Damals forderten die Festteilnehmer die nationale Einheit, Presse-, Meinungs-, Versammlungsfreiheit, die Gleichberechtigung der Frauen und Volkssouveränität. Die Veranstaltung gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse der deutschen Demokratiegeschichte. 

Die weitere geschichtliche Entwicklung (Absolutismus, Armut, Ständegesellschaft) führte schließlich zur Revolution 1848/49. 

Ebern-Versamml
Coburger Tageblatt vom 31.3.1849,
Bildschirmfoto aus einem von Google (hier) digitalisierten Werk, S. 611 (16.4.2019)


Ostern 1849 große Volksversammlung in Ebern 

Auch in Ebern rumorte es. So leitete der 19-jährige Ernst Schmidt, Sohn des Apothekers, zu Ostern 1849 eine Volksversammlung in Ebern mit mehreren tausend Teilnehmern. Die Neue Fränkische Zeitung aus Würzburg nannte in ihrer Ausgabe vom 5. April 1849 sogar die Zahl von 7.000 bis 8.000 Zuhörern in Ebern. 

Worüber gesprochen wurde, ist in Axel W.-O. Schmidts Buch „Der rothe Doktor von Chicago“ zu lesen. König Maximilian II. wurde kritisiert, Polizeiwillkür angeprangert, Bürokratie beanstandet, Schuldige für Missstände wurden ausgemacht und den Versammelten die Grundrechte erklärt. Kurz: Die Redner reizten die königliche Regierung gehörig und hielten Plädoyers für die Demokratie. Übrigens: In Ebern lief alles friedlich ab. 

Heute ist die Realschule Ebern nach Ernst Schmidt benannt, der später seine Heimat verlassen hatte und als Arzt in Chicago arbeitete. 
(ibg, 16.4.2019) 

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EBERN • Gewerbesteuereinbrüche

Die Stadtkasse ist bald leer

Smbl-Tresor-Kasse
Symbolbild: ibg

Symbolbild

Ämtergebäude in der Rittergasse

Symbolbild

Rathaus am Marktplatz


Medienchronik 


(ibg, 12.4.2019) 

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TRANSPARENZ • Am 9. Mai 2019 ab 17:00 Uhr live aus Pfaffenhofen

Stadtratssitzung live im Internet

Rathaus Pfaffenhofen an der Ilm
Bild (unverändert): „Rathaus Pfaffenhofen an der Ilm“, Urheber: Didi43, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Wie transparent eine Stadt gegenüber ihren Bürger/innen auftreten kann, das zeigt seit Jahren Pfaffenhofen an der Ilm. Am 9. Mai 2019 tagt wieder der Stadtrat und – unvorstellbar für hiesige Verhältnisse – die Sitzung wird live im Internet übertragen. 

Die öffentliche Sitzung kann ab 17:00 Uhr live auf Pfaffenhofen.de/livestream mitverfolgt werden. Danach ist die Sitzung als Aufzeichnung auf Pfaffenhofen.de/archivplayer zu sehen. 
(ibg, 10.4.2019, aktualisiert 1.5.2019) 

Stadtratssitzung am 9. Mai 2019 ab 17:00 Uhr live mitverfolgen:

Hier klicken


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HAUSARZT-MANGEL • Landtags-Drucksache 17/21524

Gesundheitsregion plus oder minus?

Ebern-Landaerztin-gesucht
Fotomontage: ibg – Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit zur Anwerbung gewesen ...

Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt hatte am 1.3.2018 der Bayerischen Staatsregierung schriftliche Fragen zur ärztlichen Versorgung in Bayern gestellt. Hier ein Auszug der Fragen mit den wichtigsten Antworten der Staatsregierung (Drucksache 17/21524 des Bayerischen Landtags vom 22.6.2018): 

1.1 Wie viele Hausärzte (…) 

Der Staatsregierung liegen hierzu keine eigenen Daten vor. Die Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung ist nach dem Willen des Gesetzgebers vielmehr Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), die diese Aufgabe im Rahmen der ihr übertragenen Selbstverwaltungseigenschaft eigenverantwortlich ausführt. Wie diese in einer eigens angeforderten Stellungnahme ausführt, kann der aktuelle Stand der Versorgung immer ihren Internetseiten im Versorgungsatlas unter www.kvb.de/ueber-uns/versorgungsatlas/ entnommen werden. 

Weitere Informationen zur Versorgungssituation seien auch unter www.kvb.de/praxis/niederlassung/bedarfsplanung/bedarfsplan/ bzw. www.kvb.de/fileadmin/kvb/dokumente/Praxis/Bedarfsplanung/KVB-Bedarfsplanung-Planungsblaetter.pdf zu finden. 

(…) 


3.1 Wie viele Hausarztsitze waren (…) vakant? 

Die Frage kann nur insoweit beantwortet werden, als unter dem Begriff „vakant“ diejenige Anzahl von Arztsitzen verstanden wird, die in einem Planungsbereich bis zur Erreichung der absoluten Grenze der Überversorgung und damit bis zum Eintritt einer Zulassungsbeschränkung ab einemVersorgungsgrad von 110 Prozent noch besetzbar wären. 

(…)

Besteht in einem Planungsbereich Regelversorgung, von der bei Hausärzten bei einem Versorgungsgrad zwischen 75 Prozent und 110 Prozent auszugehen ist, sind „vakante Arztsitze“ in bedarfsplanerischer Hinsicht jedenfalls nicht mit „fehlenden Ärzten“ gleichzusetzen. 

(…) 


7.1 Welche Unterstützung und finanzielle Förderung bietet die KVB bei Niederlassungen im ländlichen Raum? 

Die KVB bietet nach eigener Auskunft in Planungsbereichen, in denen der Landesausschuss eine Unterversorgung, drohende Unterversorgung bzw. einen zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf festgestellt hat, einen Zuschuss für die Niederlassung (…) an. 

(…) 

Der Zuschuss wird nicht für die Deckung laufender Betriebskosten oder für den Kauf einer Immobilie gewährt. 

Umfang und Höhe der Förderung:
Niederlassung als Vertragsarzt mit vollem Versorgungsauftrag:

90.000 Euro bei einer festgestellten Unterversorgung,
60.000 Euro bei einer festgestellten drohenden Unterversorgung,
60.000 Euro bei einem zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf.

Soweit es unter Berücksichtigung der konkreten Versorgungssituation zur Erreichung der Förderziele erforderlich ist, kann der Vorstand der KVB den Zuschuss um bis zu 25 Prozent erhöhen. 

(…) 


7.2 Inwieweit werden diese angenommen? 

Das Gesamtfördervolumen für den Zeitraum von Januar 2014 bis März 2018 beträgt 3.160.500 Euro. Es wurden 48 Bewilligungen ausgesprochen. 

(…) 


8.1 Welche Unterstützung und finanzielle Förderung bietet die Staatsregierung bei Niederlassungen im ländlichen Raum? 

Eine flächendeckende und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung auf qualitativ hohem Niveau ist der Staatsregierung seit Langem ein wichtiges Anliegen. Deshalb hat das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) bereits 2012 ein Programm aufgelegt, das auf den nachfolgenden drei Fördersäulen ruht:

– Förderung der Niederlassung von Ärzten im ländlichen Raum,

– Förderung innovativer medizinischer Versorgungskonzepte (IMV),

– Stipendienprogramm für Medizinstudierende.

Im Rahmen der ersten Fördersäule werden Niederlassungen von Hausärzten, Fachärzten der allgemeinen fachärztlichen Versorgung sowie von Kinder- und Jugendpsychiatern mit bis zu 60.000 Euro gefördert. Voraussetzung dafür ist insbesondere, dass sich die Mediziner in Gemeinden mit nicht mehr als 20.000 Einwohnern niederlassen. (…) 

Bei der Förderung von IMV-Vorhaben handelt es sich um Modellprojekte, die mit bis zu 500.000 Euro gefördert werden und dabei helfen, dem Strukturwandel im Gesundheitssystem entgegenzuwirken. 

Und im Rahmen der dritten Säule werden Stipendien in Höhe von monatlich 600 Euro an Medizinstudierende vergeben, die bereit sind, ihre Weiterbildung auf dem Land zu absolvieren und anschließend dort weitere fünf Jahre tätig zu sein.

Dem Förderprogramm standen bis 2016 rd. 27 Mio. Euro zur Verfügung. Im laufenden Doppelhaushalt 2017/2018 wurden zudem rd. 11 Mio. Euro genehmigt. Zudem unterstützt das vom StMGP ins Leben gerufene Kommunalbüro für ärztliche Versorgung in Nürnberg seit 2012 Städte und Gemeinden bei Fragen der aktuellen und künftigen ärztlichen Versorgung. Es ist damit zur zentralen Anlaufstelle für Landräte und Bürgermeister geworden. 

(…) 

Die gesamte Drucksache ist via Webseite des Bayerischen Landtags einsehbar (PDF-Download). 

Muenchen-Maxi-Straba
Abgebildet: Maximilianeum, Sitz des Bayerischen Landtags

Kommentar 

Die üppigen finanziellen Anreize der KVB (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns) und der Staatsregierung sollen bewirken, dass sich Mediziner in ländlichen Gebieten niederlassen. Dass das funktioniert ist durchaus vorstellbar und zum Teil auch schon geschehen. 

Dumm nur, wenn eine (Teil-)Region wie die Stadt Ebern nicht als förderungswürdig gilt, weil die KVB statistisch eine Überversorgung für die (Gesamt-)Planungsregion festgestellt hat. 

Dann verkehren sich die edlen Absichten in ihr Gegenteil. In Ebern hat sich kein Nachfolger für eine hausärztliche Praxis gefunden, weil er woanders mit hohen Zuschüssen rechnen darf. Sonst hätte er einen Nachteil, wenn er sich in Ebern ohne Förderung niederlassen sollte. 

Über kurz oder lang wird man über einen gerechteren Zuschnitt der ärztlichen Planungsregionen nachdenken müssen, damit auch in Zukunft noch ein/e weiterer/-e Hausarzt/-ärztin nach Ebern kommen kann. 

Hier ist die Politik gefragt. Nur leider, das kann ohne öffentlichen Druck lange dauern. Mit etwas Glück wird die Angelegenheit vielleicht Thema im Kommunalwahlkampf des nächsten Jahres. 
(ibg, 5.4.2019) 

Eingebettetes Youtube-Video von GemeindeRastede
(5.4.2019)


Die Gemeinde Rastede sucht auf unkonventionelle Weise einen Nachfolger für ihren langjährigen Allgemeinmediziner.


∗∗∗
HAUSARZT-MANGEL • Ebern hat seine Sturmglocke nicht geläutet

Der vierte Hausarztsitz ist futsch

Smbl-Praxis-Allgemeinarzt
Bild: Hausarztpraxis ohne Nachfolger

Vor Kurzem hat Im-Baunachgrund.de noch festgestellt, dass im Altkreis zwei Hausärzte fehlen, in Ebern und Reckendorf. Jetzt fehlt nur noch einer, nämlich in Reckendorf. 

Bedeutet das, dass ein neuer Hausarzt nach Ebern gekommen ist? – Mitnichten, es hat sich kein/e Nachfolger/in für die vakante Hausarzt-Stelle in Ebern gefunden. 

Zur Jahreswende 2018/19 hieß es noch, dass der Landkreis eine/n Allgemeinmediziner/in in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) einstellt. Auch das hat sich nun laut Neuer Presse vom 29.3.2019 zerschlagen. 

Grund sei ein Urteil des Bundessozialgerichts, das offenbar eine derartige Lösung (an einem anderen Ort?) untersagt habe und mangels eines öffentlich bekannten Aktenzeichens nicht nachvollziehbar ist. 

Damit noch nicht genug: Von den bisher vier Eberner Hausarztsitzen wird nun sehr wahrscheinlich der unbesetzt gebliebene von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) eingezogen. Das heißt, dass es künftig bei nur drei Allgemeinmedizinern in Ebern bleiben wird. 

Begründung: Weil die Stelle nicht nachbesetzt werden konnte und weil die Hausarztregion Ebern „überversorgt“ sei. 

Nur umfasst die Hausarztregion Ebern keineswegs allein die Region Ebern, sondern zusätzlich den halben Landkreis Haßberge mit weiten Teilen des Altkreises Hofheim. Die hohe Arztdichte dort ist dafür verantwortlich, dass im Eberner Stadtgebiet die vierte Arztstelle statistisch betrachtet „überflüssig“ ist. 


Zeichnet sich trotzdem eine gute Lösung im Sinne der Patienten ab?

Offensichtlich nicht, zumindest lesen sich aus dem Beitrag in der Neuen Presse keine Hinweise darauf ab. Sicherlich stimmt es, dass auch in anderen Städten und Gemeinden Hausärzte fehlen. Die Suche ist nicht einfach. 

Deshalb müssen alle mit anpacken, wenn es gilt, einen neuen Arzt zu finden. Und das geht in erster Linie an die Adresse der Stadt: Sie muss in so einer Situation die Sturmglocke läuten. 

Im Zweifelsfall müssen die Grenzen der Hausarztregion Ebern neu gezogen werden, um von der statistischen Überversorgung nach KVB-Denken wegzukommen. Von Politikern, die lediglich bedauern, dass Ebern seinen vierten Hausarztsitz verloren hat, kann sich niemand etwas kaufen. 
(ibg, 30.3.2019) 

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FUNDSTÜCK • Manchmal ist das Internet wie ein großer Flohmarkt

Historische Karte

Eingebettete Karte via Mapire.eu

Hier ist Zoomen ins 19. Jahrhundert möglich … 
(ibg, 3.4.2019) 

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APRIL, APRIL • Gebäude nicht im Einklang mit Gestaltungssatzung

Neues Haus wird abgerissen

Ebern-Betrgebaeud
Abgebildet: Betreuungsgebäude der Grundschule

Wie die Stadt Ebern in einer Eilmeldung mitteilte, muss das neue Betreuungsgebäude der Grundschule wieder abgerissen werden. Wie nämlich erst jetzt vom Landratsamt Haßberge entdeckt worden war, verstößt das Bauwerk gegen die städtische „Gestaltungssatzung für die historische Innenstadt von Ebern“ (PDF-Download) aus dem Jahr 2013. 

In der Satzung heißt es wörtlich auf Seite 5: „Aufgrund der Lage der Altstadt in der unmittelbar angrenzenden offenen Landschaft (…) ergeben sich reizvolle Ortsansichten, die vor Verbauung und Verunstaltung durch bauliche und sonstige technische Anlagen geschützt werden müssen.“ 

Diese Bestimmung wurde beim Bau des Betreuungsgebäudes schlicht übersehen, weil sie in der Präambel der Gestaltungssatzung steht. Es ist ja bekannt, dass Vorworte gerne übersprungen werden, was sich nun als folgenschwerer Fehler erwiesen hat. 

Deshalb wolle die Stadt kurzfristig umdisponieren. Die Mittagsbetreuung zieht ab übermorgen in die alte Berufsschule, die im Gegenzug doch nicht abgerissen wird, weil sie fortan als Ersatz gebraucht wird. Die Stadt bittet alle Bürgerinnen und Bürger um ihr geschätztes Verständnis. 
(Der ibg-April-Scherz vom 1.4.2019) 

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FAKTEN • Aus dem Bayerischen Landesamt für Statistik

Für jede Gemeinde ein Profil

Fuerth-Statistik-Amt
Abgebildet: Bayerisches Landesamt für Statistik, Dienststelle Fürth

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat die jährliche „Statistik kommunal“ mit Zahlen, Daten und Fakten für das vergangene Jahr 2018 veröffentlicht. Für jeden Landkreis und für jede Kommune gibt es ein Regionalprofil, das u.a. folgende Themen abdeckt: 

Gebiet, Bevölkerung, Arbeitslosenzahlen, Wahlen, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Landwirtschaft, Gewerbe, Wohnungen, Tourismus, Verkehrsunfälle, Kraftfahrzeugbestand, Sozialhilfe, Einrichtungen für ältere Menschen, Finanzen, Steuern, Baulandpreise, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. 

Die PDF-Dokumente stehen größtenteils zum kostenlosen Download bereit. 


„Statistik kommunal“ (PDF) 
(30.3.2019)

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MEINUNGSFREIHEIT • EU-Parlament für „Reform“ des Urheberrechts

Sie haben es fertiggebracht: Öffentlich hielten die Vertreter der sogenannten etablierten Parteien Schaufensterreden gegen Uploadfilter, ihre Parteikollegen im Europa-Parlament haben am 26. März 2019 aber dafür gestimmt. Zeitgleich geht das große Jammern zur Europawahl wieder an, dass sich die Wähler/innen von CDU/CSU und SPD abwenden. 
(ibg, 26.3.2019) 

Eingebettetes Youtube-Video von Tentakel, „So geht es jetzt weiter mit ARTIKEL 13“ (28.3.2019)

Eingebetteter Tweet via Twitter


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WHEELMAP • Karte für rollstuhlgerechte Orte

Ebern, Altkreis, barrierefrei?

2013
Symbolbild (unverändert): „2013“, Foto: Andi Weiland, Ohrenflimmern.de, Lizenz: CC BY-NC 2.0, eingebettet via Flickr.com

Es ist schon (oder erst?) zehn Jahre her, da trat in Deutschland am 26. März 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Dieses Abkommen verankert die Rechte von Menschen mit Behinderung. Eine wichtige Verpflichtung besteht darin, barrierefreie Zugänge zu schaffen. 

Wie es mit der Rollstuhlgerechtigkeit aussieht, auch in Ebern und im Altlandkreis, das will die Karte Wheelmap.org anzeigen. Wheelmap gibt es auch als App für Smartphones. Betreiber dieser Online-Karte sind die Berliner Sozialhelden e.V. 

  • In Deutschland gibt es 1,6 Millionen Rollstuhlfahrer/innen.

  • Weltweit sind es 85 Millionen – die Dunkelziffer liegt drei Mal höher.

  • 4,8 Millionen Menschen in Deutschland nutzen einen Rollator. Mit Blick auf den demografischen Wandel ist zu erwarten, dass diese Zahl wachsen wird.

(ibg, 27.3.2019) 

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LANDARZTMANGEL • Hausarzt-Nachfolge im Baunachgrund ungeklärt

Es fehlen zwei Allgemeinärzte

Eingebettete Karte: Google Maps; Orte im Altlandkreis Ebern

Zwei Hausarztsitze sind im Altlandkreis Ebern immer noch unbesetzt und warten auf einen Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin, und zwar in Ebern sowie in Reckendorf. Doch wird auch genügend dafür geworben, dass sich Nachfolger/innen finden? 

Auf der Webseite des Bayerischen Hausärzteverbands heißt es immerhin, dass in Reckendorf ein/e Hausarzt/-in gesucht wird. Ebern findet dort dagegen keine Erwähnung. 

Im Online-Versorgungsatlas „Hausärzte“ der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) sind für die Stadt Ebern gar noch vier Hausärzte eingetragen (Stand 5.2.2019, Seite 221, PDF-Download), obwohl einer der vier Ärzte zum Jahresende 2018 in den Ruhestand gegangen ist. 

Nun bestehen zwei Möglichkeiten: Entweder es steht schon ein Nachfolger fest, der seine Tätigkeit nur noch nicht aufgenommen hat; der Atlas wäre also „vorauseilend“ aktuell. Oder der Versorgungsatlas ist nicht aktualisiert worden. 

Zwar war zur Jahreswende 2018/19 im Gespräch gewesen, dass der Landkreis eine/n Allgemeinmediziner/in in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) einstellt. Doch bis jetzt hat man davon nichts mehr gehört. 

Mittlerweile macht man sich vorsorglich auch in Untermerzbach schon Gedanken, wie es mit der dortigen Arztpraxis weitergehen könnte, wenn diese einmal schließen würde, siehe infranken.de und Neue Presse vom 21.3.2019. 
(ibg, 22.3.2019) 

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BERUFSSCHULE • „Entspricht allen Vorschriften“ für einen Kindergarten

Der Abriss erklärt sich nicht

Ebern-Berufsschule-Rueckansicht
Abgebildet: Ebern, Abrissobjekt ehemalige Berufsschule, Rückansicht
Sieht an der Außenwand wie Schriftzeichen aus, sind aber nur Reflexionen eines gegenüberliegenden Kupferdaches


Moment mal, hier sieht man die ehemalige Berufsschule in Ebern, und dabei sieht das Haus aus, als wäre es eben frisch renoviert worden. 

Was die Neue Presse am 15.3.2019 über das ehemalige Schulgebäude schreibt, ist kaum zu glauben, und wahrscheinlich wahr: 

Bereits allen Vorschriften entsprechen würde eine ‚Außenstelle‘ in der ehemaligen Berufsschule in Ebern, wo einst die Lebenshilfe residierte und derzeit schon eine Notgruppe des städtischen Kindergartens untergebracht ist. 

Im Bericht der Neuen Presse geht es nämlich um einen Kindergarten für Rentweinsdorf. Dort soll bekanntermaßen ein neuer gebaut werden, gebraucht wird aber eine Übergangslösung. Die würde sich in der alten Eberner Berufsschule anbieten. 

Dazu heißt es weiter in der Neuen Presse: 

Das Gebäude soll schließlich dann der Abrissbirne zum Opfer fallen, sobald der Eberner Kindergarten-Neubau unmittelbar daneben steht. 

Nun fragt sich schon, und zwar dringlicher denn je, warum dieses Gebäude zerstört werden muss und die Stadt Ebern einen neuen Kindergarten daneben setzt, wenn die alte Berufsschule „allen Vorschriften“ für einen Kindergarten entspricht? 

Da wurde schon Gegenteiliges behauptet, und zwar dass das Haus eben nicht den Vorschriften gerecht werden würde. Was stimmt denn nun? 
(ibg, 15.3.2019) 

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THEATER SCHLOSS MASSBACH • Neil-Simon-Komödie am 30. April 2019

„Barfuß im Park“ im Valeo-Saal

Barefoot in the Park (7827524444)
Symbolbild (unverändert): „Barefoot in the Park (7827524444)“, Foto: Otterbein University Theatre & Dance from USA, Lizenz: CC BY-SA 2.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Neil Simon (1927 – 2018) war ein beliebter US-amerikanischer Dramatiker und Drehbuchschreiber, der auch zahlreiche leichte Komödien für das Boulevardtheater geschaffen hatte. 1963 entstand „Barfuß im Park“, der Originaltitel lautete „Barefoot in the Park“. 

Das Theaterstück feierte am Broadway Riesenerfolge und wurde 1967 auch verfilmt, mit Robert Redford und Jane Fonda in den Hauptrollen. 

Im Stück heiratet Anwalt Paul Bratter die lebenslustige Corie. Nach den Flitterwochen ist jedoch Schluss mit Pauls bisher geordnetem Leben, der Alltag holt beide ein. Wie es sich für eine Komödie gehört, passt natürlich nichts so richtig: Die neue, gemeinsame Wohnung befindet sich unpraktisch im 5. Stock ohne Aufzug, die Heizung funktioniert nicht, die Möbel fehlen noch, dafür kommt die Schwiegermutter und ein exzentrischer Nachbar mischt sich ein. Schließlich wirkt sich noch übermäßiger Alkoholgenuss aus, was dazu führt, dass Paul betrunken barfuß durch den Park läuft – und das Ende wird nicht verraten. 

Das Stück ist am 30. April 2019 im Valeo-Saal in Ebern zu sehen, Vorstellungsbeginn ist um 19:30 Uhr. 
(ibg, 15.3.2019) 

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Kommt P44 zu uns?

Es sieht so aus, als würde die Stromtrasse P44 am Ende doch noch durch den Altlandkreis Ebern gezogen werden. Wie sinnvoll so eine Stromautobahn ist, das steht sicherlich auf einem extra Blatt.

Es fällt aber auf, dass die Proteste dagegen anderswo recht deutlich zu vernehmen sind, anders als in unserer Region. So gibt es zum Beispiel bei Facebook eine Gruppe, die sich
„NEIN zur Hochspannungsleitung P44 mod.“ nennt. P44 mod. würde die Landkreise Lichtenfels und Bamberg betreffen.

Eine weitere Facebook-Gruppe nennt sich „Bergrheinfeld sagt NEIN“ und meint damit zwar auch die Trasse P44, die das Maroldsweisacher Gemeindegebiet durchschneiden würde. Allerdings kommen aus dem Burgenwinkel wenig Einwendungen, sieht man im Wesentlichen von einzelnen Protest-Plakaten der Hofheimer Allianz ab.

Anders die jüngste Reaktion aus dem Landkreis Bamberg: Dort haben Landrat Kalb und sieben Bürgermeister aus dem östlichen Landkreis Bamberg (Wattendorf, Scheßlitz, Stadelhofen, Königsfeld, Litzendorf, Heiligenstadt i.OFr. und Buttenheim) am 1. März 2019 eine Resolution verfasst, mit der sie weitere Stromtrassen durch den Landkreis Bamberg rigoros ablehnen.

Wörtlich heißt es: „Die Bevölkerung soll wissen, dass wir hellwach sind und mit Argusaugen auf die Entwicklungen schauen werden.“

Auch im Landkreis Coburg haben sich Bürger/innen und Lokalpolitiker zu Wort gemeldet. Zum Beispiel schreibt der Bad Rodacher Bürgermeister auf der Webseite seiner Stadt im Oktober 2018: „Wir Bad Rodacher haben uns mit rd. 1.000 Protestkarten vorbildlich beteiligt. Hierfür sage ich herzlichen Dank. Wir werden weitermachen und setzen uns weiterhin für Ihre Interessen in unserer Region ein.“

Letzten Endes entscheidet aber der Bundestag, welche Trassenvariante (P44 oder P44 mod.) gebaut wird.


Eingebetteter Tweet via Twitter (14.3.2019)


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MEDIENRECHT • #Artikel 13

Das Problem mit Uploadfiltern

Fuerth-Markt
Abgebildet: Fürth, Grüner Markt

Hier, am Fürther Grünen Markt soll nach Informationen aus den sozialen Netzen am 23. März 2019 ab 13:00 Uhr gegen Uploadfilter, wie sie die EU durchsetzen will, demonstriert werden. 

Axel Voss (CDU, MdEP) stellt offenbar das Existenzrecht von Youtube infrage:



Eingebettete Tweets via Twitter

Eingebettetes Youtube-Video von epicenter.works, „EU-Urheberrechtsreform 2019“ (6.3.2019)

Eingebetteter Tweet via Twitter

Julia Reda sitzt für die Piratenpartei im Europäischen Parlament und tritt für ein freies Internet ein. 
(ibg, 6.3.2019, aktualisiert 14.3.2019) 

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FASTNACHT • Eberner Faschingszug 2019

Viel Spaß beim Faschingsumzug

Ebern-Fastnachtszug-2019
Abgebildet: Faschingsumzug 2019

Gelungen war er wieder, der Faschingsumzug in Ebern, stolze 40 Minuten dauerte das De­fi­lee der fast 60 Fußgruppen und Faschingswagen. Aber was wäre Ebern ohne sein wunderbares Umland, das wieder einmal bewiesen hatte, wie es die kleine Stadt im Baunachgrund beleben kann. 

Die Teilnehmer/innen des Zuges kamen zum Beispiel aus Maroldsweisach (Prinzenpaar samt Garde und Landrat), Baunach (Stadtkapelle), Seßlach (unter anderem mit der Stadtkapelle), Rentweinsdorf (Männerballett, Prinzenpaar), Pfarrweisach, Pfaffendorf, Jesserndorf, Schottenstein, „Eichelbrunn“ (Eichelberg und Reutersbrunn), Heubach (Fleisch- und Wurstfreunde mit einem Helikopter-Wagen), Neubrunn, Reckendorf – und die Eberner Teilnehmer/innen freilich nicht zu vergessen. 

Die ebenfalls vertretenen Treinfelder „wagten“ beim traditionell wenig politischen Eberner Umzug, ein „Duplikat“ des von ihnen schon dreimal erbeuteten Eberner Maibaums im Zug mitzuführen. Eine köstliche kommunalpolitische Spitze, die – ähnlich dem Salz in der Suppe – dann doch noch für etwas satirische Würze sorgte. 

Ansonsten fiel noch ein hinterhergezogener Nachbau eines Bremsklotzes in die Kategorie politische Satire. Man ahnt es vielleicht: Der Keil trug die Namen eines prominenten Stadtrates sowie des Bürgermeisters. Was nun die aufs Korn genommenen konkret ausbremsen sollen, habe ich im Trubel leider nicht erkennen können. 
(ibg, 4.3.2019) 

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BERUFSSCHULE • In Ebern wird abgeholzt

Die Bäume sind schon gefallen

Gefaellter-Baum CC0PxB
Symbolbild: „Baum Gefällt Stamm Holz“, Glueck-Auf, Lizenz: Pixabay License,
Quelle: Pixabay.com


Nachdem die Bevölkerung erst mit der Bienenrettung beschäftigt worden war, haben die Holzfäller zugeschlagen. Und zwar sowohl im Anlagenring wie auch am Gelände rund um die alte Eberner Berufsschule, Ecke Albrecht-Dürer-Straße/Beethovenstraße. 

Betroffen ist auch der Spielplatz am Hang an der Beethovenstraße. Der Spielplatz war auf seiner West- und Nordseite seit Jahrzehnten mit Bäumen und Hecken naturnah eingegrünt gewesen. 

Jetzt soll er auf die südliche Seite der Coburger Straße verlegt werden, so dass die Kinder vom Steinberg die gefährliche Coburger Straße überqueren müssen, wenn sie zum Spielplatz möchten. Für die alte Berufsschule gibt es dagegen keinen Ersatzstandort, sie wird für alle Zeiten im einst so kreisstädtischen Stadtbild fehlen. 

Was auf das riesige Areal sonst noch gebaut wird, außer der Kindertagesstätte, ist immer noch nicht genau bekannt. Nur so viel: Ein prägendes Gebäude verschwindet – das ist ein Eingriff ins Stadtbild. Folgen sollen barrierefreie Wohnungen in verdichteter Bebauung. 

Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein klassisches Neubaugebiet am Stadtrand, das sich im Lauf der Jahre nach und nach mit kleinen Häuschen füllt. Das wäre ein in Ebern bekannter Vorgang. 

Es kommt etwas Anderes. Nebstdem scheint es offenbar zu pressieren, wie die Abholzaktion vielleicht zeigt. Nur, wie sieht die Veränderung konkret aus? Warum wollte niemand die Berufsschule anderweitig nutzen? Wäre das nicht auch möglich gewesen? Mehr Informationen und Transparenz wären sicherlich von Vorteil. 
(ibg, 22.2.2019) 

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BERUFSSCHULE • Zuerst werden die Werkstätten abgebrochen

In Ebern rollt eine Abrisswelle an

Ebern-Berufsschule-Innenhof
Abgebildet: Gebäudekomplex der ehemaligen Berufsschule Ebern

Die – dem äußeren Erscheinungsbild nach doch recht gut erhaltene – ehemalige Berufsschule in der Eberner Mozartstraße soll abgerissen werden. Eine Lokalzeitung berichtete im Internet unkritisch von einem „großen Coup“, den die Stadt gelandet hätte. Das, weil das Areal danach als Baugebiet für eine Kindertagesstätte und altersgerechtes Wohnen „in dichter Bebauung“ dienen soll. 

Inzwischen kann die öffentliche Ausschreibung der Abbrucharbeiten im Internet eingesehen werden. Dort wird ersichtlich, dass erst einmal die „Werkstätten der ehemaligen Berufsschule Ebern mit einer Fläche von ca. 525 ㎡“ abgebrochen werden sollen, im Bild rechts zu sehen. Das Hauptgebäude (im Bild links) soll zu einem späteren Zeitpunkt fallen. 

In den gleichen Vergabeunterlagen, Vergabestelle ist das Landratsamt Haßberge, werden auch die „Demontage- und Abbrucharbeiten des Hausmeisterhauses am Gymnasium Ebern mit einer Fläche von ca. 200 ㎡“ ausgeschrieben. Als Ausführungsfrist wird der Zeitraum vom 18.3.2019 bis zum 17.5.2019 genannt. 

Da in der Ausschreibung (PDF-Download) als Datum für die Eröffnung der Angebote der 4.3.2019 (11:00 Uhr) angegeben ist, lässt sich vermuten, dass die Ausschreibung kurzfristig auf den Weg gebracht worden sein mag. 
(ibg, 14.2.2019) 

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LOKALZEITUNGEN • Verkaufte Auflagen im Vergleich

Wenn die Auflagen sinken

Zeitungen-drei-Collage
Bildcollage: ibg

Vergleich 4. Quartal 2018 mit 2017 

Zeitungstitelverk. 4/2018 verk. 4/2017 +/- in %

Fränkischer Tag (E – Haßberge)

   4.970    4.863 +  2,20

Haßfurter Tagblatt (Main-Post HAS)

   4.679    5.347  - 12,49 

Bote vom Haßgau (Main-Post HOH)

   2.282    2.441 -  6,51

Neue Presse Ebern (Haßberge)

   1.681    1.722 -  2,38
Zum Vergleich  

Fränkischer Tag (A – Bamberg)

32.792 33.959 -  3,44

Fränkischer Tag (D – Lichtenfels)

   2.923    3.024 -  3,34

Quelle: www.ivw.eu


Nach unten weisen die Verkaufszahlen der im Landkreis Haßberge erscheinenden Tageszeitungen. Einzige Ausnahme ist dabei der Fränkische Tag, Ausgabe E – Haßberge. 

Die Quartalszahlen der „Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.“ (ivw) zeigen das deutlich. 

Fraglich ist, ob es vielleicht in Zukunft Wendepunkte geben könnte, an denen sich entweder der Abschwung beschleunigt oder ein Aufschwung einsetzt. 

Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, dass immer weniger Zeitungsexemplare verkauft werden können, dann erscheint – unterm Strich betrachtet – die Versorgung mit Lokalzeitungen gefährdet. Das könnte sich auf die öffentliche Meinungsbildung nachteilig auswirken. Was erwartet uns in der Zukunft? 
(ibg, 21.1.2019) 

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INTERAKTIV • Er liebt es, 360°-Aufnahmen zu schießen

Marktplatz um Mitternacht

Eingebetteter Tweet via Twitter

Mehr 360°-Aufnahmen bei Instagram 
(ibg, 15.1.2019) 

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VIDEO • Heimatkunde – Roberts Geschichtsreisen

Von Obermerzbach nach Ebern

Eingebettetes Video „Roberts Geschichten Serie3 Franken Bayern Kreis Hassberge Teil 5 von Obermerzbach nach Ebern“, Robert Pietschmann, via Youtube

Robert Pietschmann erzählt auf Youtube „Geschichten aus der „Geschichte“. Grundlage für seine heimatkundlichen Video-Episoden sind Reisen durch Deutschland. 

Für seine Video-„Serie 3“ war er auch in den Altlandkreisen Ebern und Hofheim i.UFr. unterwegs, von Ermershausen nach Pfarrweisach (Serie 3, Teil 4) und von Obermerzbach nach Ebern (Serie 3, Teil 5). 

Das Video informiert unter anderem über den historischen Hintergrund der Obermerzbacher romanischen Kirche und wie verheerend sich die Hussitenkriege (1419 bis 1436) auf Ebern auswirkten. Außerdem wird erklärt, wie die Kratzspuren oder Rillen an der Außenseite der Stadtpfarrkirche entstanden sind. 
(ibg, 11.1.2019) 


Link

Link:  Video – „Von Ermershausen nach Pfarrweisach“

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KOMMENTAR • UPDATE • Amtsblatt ist kein presseähnliches Mitteilungsblatt

Ein Amtsblatt ist keine Zeitung

Smbl-Mittblatt
Symbolbild: ibg

Das neue Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach Amtsblätter nur über Angelegenheiten der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung berichten dürfen, wird wahrscheinlich vielen Bürgermeistern nicht passen. Es ist nämlich in Mode gekommen, verstaubte Amtsblätter mit allerlei buntem Beifang aufzupeppen. 

Und das, was das moderne Amtsblatt in Form eines „Mitteilungsblatts“ hätte bringen dürfen, das steht nie drin, nämlich die Sitzungsprotokolle des Stadt- oder Gemeinderates. 

Stattdessen tauchen da plötzlich „Serviceseiten“ auf, mit Apothekennotdiensten, kirchlichen Nachrichten, Hinweisen auf Sprechtage irgendwelcher nichtstädtischer Behörden oder alte Artikel, die schon freie Mitarbeiter/innen in der ihnen verbundenen Tageszeitung veröffentlicht hatten. 

Das Sahnehäubchen waren sicherlich Beiträge, die Mitarbeiter/innen der Stadt, Stadträte oder der Bürgermeister selbst verfasst hatten. Leider ging es dabei nicht immer um direkte Angelegenheiten der Stadtverwaltung. Da war viel Platz für Informationen, worüber eigentlich die Presse fundiert berichten sollte. Auch kommunalpolitische Ansichten ließen sich bequem und kostenlos per Mitteilungsblatt an alle Haushalte verteilen. 

Dem hat der der Bundesgerichtshof Ende Dezember 2018 einen Riegel vorgeschoben. Betroffen dürften nicht nur die Druckexemplare, sondern der gesamte Internetauftritt einer Kommune sein. 

Das mögen zwar auch viele Leser/innen bedauern. Aber wenn die bisherige Praxis beibehalten worden wäre, dann hätte das dazu geführt, dass die Auflagenzahlen der Tageszeitungen noch schneller weiter gesunken wären als sie es ohnehin schon tun. Dabei ist eine unabhängige und kritische Zeitung elementar wichtig für Demokratie und Gewaltenteilung. 

Die Verleger und Redakteure der Heimatzeitungen haben aber keinen Grund, sich nun zurückzulehnen. Denn das Urteil des Bundesgerichtshofs ist auch ein Fingerzeig an die Lokalpresse. „Staatsferne“, auch in kommunalen Belangen, das war das, was dem Bundesgerichtshof wichtig war. Diese Staatsferne muss jeden Tag aufs neue verteidigt und bewiesen werden. 

Nicht immer konnten bzw. können die Leser/innen den Eindruck haben, dass ihre hiesigen Heimatzeitungen so unabhängig berichten, wie die Blätter es gerne in ihren Untertiteln vor sich hertragen. Man denke nur an die oft einseitige Berichterstattung zum Bürgerbegehren „Rückabwicklung der Sparkassenfusion“ oder an weichgespülte (wenn nicht gar diskret beiseite gelassenen) Meinungen – im Vergleich zu Facebook – bei der öffentlichen Diskussion um die Einführung der Gelben Tonne. 


Weiter wie bisher? 

Nichtsdestotrotz erschien das „Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern“ (offizieller Titel) am 11.1.2019 in gewohnter Form – mit redaktionell gestalteten Nachrichten aus dem gesellschaftlichen Leben (z.B. VHS-Programm, „Frauenunion besucht die AWO“ oder „SPD-Ortsverein unterstützt ein Volksbegehren“ usw.). 

Laut Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 20.12.2018 ist „eine Kommune nicht berechtigt (…), ein kommunales Amtsblatt kostenlos im gesamten Stadtgebiet verteilen zu lassen, wenn dieses presseähnlich aufgemacht ist und redaktionelle Beiträge enthält, die das Gebot der ‚Staatsferne der Presse‘ verletzen.“ 

Möglicherweise wähnt man sich – oder ist man – in Ebern auf der sicheren Seite, weil im Impressum des „Mitteilungsblatts der Verwaltungsgemeinschaft Ebern“ ein Forchheimer Verlag als Herausgeber angegeben ist und sich als Verantwortlicher „für den sonstigen redaktionellen Inhalt und den Anzeigenteil“ erklärt. Lediglich für den amtlichen Teil zeichnet der VG-Vorsitzende und erste Bürgermeister verantwortlich. 

Was trotzdem irritiert ist, dass ein privater Verlag ein Blatt mit dem Titel „Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern“ herausgibt und dass die Trennung von redaktionellem Teil und amtlichem Teil nicht immer eindeutig zu erkennen ist. Zum Beispiel, wenn der Bürgermeister schreibt und seine Texte mit dem Autorenkürzel „jh“ kennzeichnet. Außerdem erwartet man eigentlich keine Parteinachrichten in einem „Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft“. 

Als Fazit könnte man festhalten: Eine Publikation, die einen amtlich klingenden Titel wie „Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft“ führt, hat die Aufgabe, sachlich, neutral und ausgewogen zu berichten. Den Transport von offenen oder verdeckten politischen Meinungen sollten aber andere Kanäle mit nichtamtlicher Aufmachung übernehmen. 
(ibg, 9.1.2019, aktualisiert 11.1.2019) 

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HEIMATKRIMI • Ein Autor, ein Buch, eine Stadt und noch mehr

Verbrechen kennt keine Heimat

Smbl-Fenster-Baeume
Symbolbild: ibg

Ein Heimatkrimi oder Thriller wäre doch schön. Wenn er in Ebern spielt, so wie es Heimatkrimis gibt, die sich in Bamberg, Coburg und wer weiß wo sonst noch zutragen. Schon nach wenigen Klicks und mit etwas kriminalistischem Spürsinn kann der geübte Google-Nutzer die richtige Fährte aufnehmen. Als Suchmaschinen-Detektiv muss er nur die passende Frage stellen: 

Was haben Ebern, Jessen, Zwiesel, Landsberg am Lech, Eckernförde, Mindelheim, Luzern und Erfurt-Nord und viele andere Städte gemeinsam? – Jawoll, sie sind Schauplatz eines (!) Krimis. Und zwar immer des gleichen. Der heißt „Tod in X“. So ähnlich wie bei Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“. Dabei spielt das X in der Titelversion ohne Artikel die Rolle des Platzhalters für verschiedene Orte des Verbrechens. Also Tod in Ebern, in Jessen, in Zwiesel usw. 

Jessen liegt übrigens bei Wittenberg in Sachsen-Anhalt, hat 14.000 Einwohner und einen „Heimatkrimi“. Obwohl Jessen doppelt so groß wie Ebern ist, muss sich die Stadt das Buch samt Cover mit Ebern teilen, bis auf den Namen halt. 

Aber das sollte die Freude über ein eigenes Buch nicht trüben. Und so freute sich die Mitteldeutsche Zeitung am 17.10.2015: „Krimi von Richard Keen, Thriller spielt in Jessen“. Möglicherweise wussten dort nicht alle sofort, wie variabel der Schauplatz in einem Thriller sein kann. Vielleicht macht gerade das den Unterschied zwischen einem Krimi und einem Thriller aus. 
(ibg, 3.1.2019) 

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VIDEO • „hugostravels“ filmte im November 2018 die Eberner Innenstadt

Motorenlärm in Ebern

Eingebettetes Video „D: Ebern. Unterfranken. Eindrücke aus der Stadtmitte. November 2018“, hugostravels, via Youtube

Bilder einer Stadt – hier ohne Musik und mit viel Autolärm 162
(ibg, 12.12.2018)

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TECHNOPOPULISMUS • Sprachlabore in den 70er-Jahren

„Digitalisierung“ damals

Language Laboratory Huaihua College West Campus
Symbolbild: Sprachlabor, „Language Laboratory Huaihua College West Campus“, Teacher McKinley, Lizenz: CC0 1.0, via Wikimedia Commons

Sie waren eine Modeerscheinung und gehörten zu einer pädagogischen Welle, die in den 70er-Jahren aus den USA sogar bis nach Ebern schwappte: Sprachlabore. In ihnen sollten die Schüler/innen zeitgleich Vokabeln, Grammatik und Aussprache in ihrer gewählten Fremdsprache üben. 

Programmierter Unterricht hieß das damals, was man uns Schülern aber nicht mitteilte. Heute würde man analog dazu von Digitalisierung reden, nur dass die entsprechende Technik früher eben nicht digital, sondern analog funktionierte. 

Nach meiner Erinnerung gab es an unserer Schule zwei Sprachlabore, wobei eigentlich nur eins davon einigermaßen mit der allernotwendigsten Technik ausgestattet war. Tja, die Technik. An das besser ausgestattete Sprachlabor kann ich mich leichter erinnern. 

Dort gab es schmale Arbeitspulte, die in Reihen hintereinander aufgestellt waren. An jedem Arbeitstisch lag ein Kopfhörer, vorne ein paar kleine Hebelchen in den Tisch eingelassen, vielleicht auch ein paar Lämpchen. Ich denke, auf grünem Untergrund. Die meisten Schalter waren einfach so da, man konnte sie hin-, her- und umlegen, ohne dass dies irgendetwas bewirkt hätte. 

Weil den Schülerpulten schallabsorbierende Zwischenwändchen fehlten, war an zeitgleiche Sprachübungen der ganzen Klasse freilich nicht zu denken. Stattdessen spielte uns die Lehrerin englische Textaufnahmen von einer Kassette vor, wohlgemerkt über die Kopfhörer. Deren Lautstärke ließ sich sogar regulieren, allerdings nur von still bis kaum zu hören. Damit hatte sich das Anwendungsspektrum des Sprachlabors dann auch schon erschöpft. 

Ob es die Sprachlabore dort heute noch gibt, kann ich nicht sagen. Aber wenn das Eberner Gymnasium einmal abgerissen wird, dann würde das Sprachlabor es verdienen, ins Heimatmuseum zu kommen. Als Denkmal für vollmundige Didaktikversprechen, Techniklobpreisungen und Technikgläubigkeit, nicht nur auf dem Lande. 
(ibg, 5.12.2018)

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ANIMATION • So soll das neue Gymnasium in Ebern aussehen

Modell des neuen Gymnasiums

Eingebettetes Video (Main-Post): Animation BaurConsult, Bearbeitung Christian Licha,
via Facebook (Ton einschalten!)


Im Frühling 2019 soll mit dem kompletten Neubau des Eberner Friedrich-Rückert-Gymnasiums begonnen werden. Zuvor muss noch das ehemalige Hausmeister-Haus abgerissen werden. Wie das neue Gymnasium aussehen soll, zeigt diese Video-Animation. 

Auf der Webseite des für den Bau verantwortlichen Architektur- und Ingenieurbüros BaurConsult ist zu lesen, dass der Neubau in zwei Bauabschnitten erfolgen wird. Im ersten Abschnitt wird zunächst der größere Gebäudeteil neben dem noch bestehenden alten Gymnasium errichtet. 

Nach dem Abbruch des alten Schulgebäudes kommt schließlich der zweite, kleinere Teil hinzu. Die Außenwände werden aus Mauerwerk bestehen, und über der Pausenhalle soll sich als Dach eine leichte Stahlkonstruktion spannen. Das Gebäude insgesamt erhält – wie schon der Vorgängerbau – ein Flachdach, das beim alten Gymnasium immer wieder für Wasserflecken an den Decken und aufgestellte Eimer in den Klassenräumen sorgte. 

Betrachtet man das Video, dann stellt sich zudem die Frage: Wie wurde angesichts der offenen Galerien über der Aula der Brandschutz verwirklicht bzw. im Vergleich zum alten Haus verbessert? 

Immerhin musste das bisher bestehende, ebenfalls offene Bauprinzip des alten Gymnasiums u.a. als Argument für den Totalabriss herhalten. 

Das alte Gymnasium stammt aus den 70er-Jahren. Dass Ebern damals ein Gymnasium bekommen hatte, war noch einem Beschluss des damaligen Eberner Kreistags aus dem Jahr 1969 zu verdanken. 1987 wurde die Schule auf den Namen „Friedrich-Rückert-Gymnasium“ getauft. Den gelben Farbanstrich hatte man erst später auf den Sichtbeton im Rahmen von Sanierungsarbeiten aufgetragen. 
(ibg, 25.10.2018)

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WAHL 2018 • Ja oder Nein: Trauerspiel um Wahllokale im Eberner Westen?

Geringere Wahlbeteiligung?

W-Jesserndorf-Ergebnis-18
W-Bruenn-Ergebnis-18
Grafiken: ibg
Datenquelle Jesserndorf: Landratsamt Haßberge,
Datenquelle Brünn: Landratsamt Haßberge


Wie haben eigentlich die Bürger/innen in den Stimmbezirken Jesserndorf und Brünn bei der Bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober 2018 abgestimmt? 

Wie die Zeitungen berichtet hatten, gab es dieses Jahr für die Stadtteile Bramberg und Bischwind a.R. keine eigenen Stimmbezirke – und damit auch keine eigenen Wahllokale mehr. Die Bramberger sollten in Jesserndorf und die Bischwinder in Brünn wählen. 

Laut damaliger Zeitungsmeldung wollten aber betroffene Bürger/innen aus Protest gegen die Schließung der Wahllokale nicht zur Urne gehen. Die Bürger-Proteste waren auf taube Ohren gestoßen. Vielleicht zeigen nun die Wahlergebnisse, dass viele Bürger/innen tatsächlich nicht zur Wahl gegangen waren? 

Und siehe da: Im Stimmbezirk Jesserndorf (zu dem nun Bramberg gehört) haben von 404 Wahlberechtigten nur 163 ihre Stimmen (im Wahllokal) abgegeben. Im Stimmbezirk Brünn (mit einverleibtem Bischwind) gab es nur 118 Wähler/innen (vor Ort) bei 402 Stimmberechtigten. 

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass in Ebern auch drei Briefwahlbezirke gebildet worden waren. Briefwähler werden separat erfasst und tauchen in den lokalen Stimmbezirken bzw. Wahllokalen nicht als Wähler/innen auf. Es könnte deshalb einfach die Zahl der Briefwähler/innen entsprechend größer gewesen sein. 

Zudem weiß man nicht, aus welchen Orten Nichtwähler kamen, aber dass die Wahlbeteiligung in den Stimmbezirken Jesserndorf und Brünn unter dem Eberner Durchschnitt von 74,79 Prozent gelegen haben könnte, kann aus Sicht eines Beobachters auch nicht ausgeschlossen werden. Weil das eben den veröffentlichten Statistiken nicht entnommen werden kann, wäre es nützlich, wenn da die Verantwortlichen nachhaken würden. 

Die SPD (der Bürgermeister gehört dieser Partei an) hat im Stimmbezirk Jesserndorf jedenfalls so wenig Stimmen eingefahren, dass ihr Ergebnis unter den „Sonstigen“ Parteien verschwindet. Im Stimmbezirk Brünn brachte sie es noch auf schwindsüchtige 5,9 Prozent. 

Verfolgt man die politischen Diskussionen und Wahlanalysen in den Medien, dann wird man festhalten dürfen: Wer Wahlen gewinnen will, der muss sich um seine Bürger/innen und deren Anliegen kümmern. Die Freien Wähler auf Landesebene haben es übrigens vorgemacht. 
(ibg, 16.10.2018)

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WAHLRECHT • Bramberg und Bischwind a.R.

Verordnet: Wahl in anderem Lokal

Smbl-Hammer
Symbolbild: ibg

140 wahlberechtigte Bramberger/innen und 180 wahlberechtigte Bischwinder/innen sollen am 14. Oktober 2018 zur Landtagswahl ohne eigenes Wahllokal auskommen und ihre Stimmen woanders abgeben.

Die Bramberger müssten zum Wählen nach Jesserndorf und die Bischwinder nach Brünn. Laut infranken.de vom 2. Oktober 2018 dürften die betroffenen Einwohner/innen nicht besonders erfreut sein. 

Interessant ist, wie die zuständigen Behörden argumentieren: So müssten dem Zeitungsbericht nach 

„Stimmbezirke (…) zusammengefasst werden, wenn sie eine bestimmte Wählerzahl nicht mehr erreichen.“ 

Rechtlicher Hintergrund seien das „Landeswahlgesetz und die Landeswahlordnung“. In diesem Zusammenhang wird das Landratsamt Haßberge zitiert, das mitgeteilt habe, dass 

„die Zahl der zu erwartenden Wähler je Stimmbezirk (…) nicht wesentlich unter 50 Wählern (im Wahllokal) liegen sollte“. 

So würde angeblich der „Gesetzgeber“ davon ausgehen, dass das Wahlgeheimnis verletzt werden könnte, wenn zu wenig Stimmen abgegeben werden. Eine Aussage, die die Behörden an einem konkreten Beispiel deutlich machen müssten. 

Sehen wir uns die Aussage näher an: Der „Gesetzgeber“ ist in diesem Fall der Bayerische Landtag, der das Landeswahlgesetz verabschiedet hatte. Dort heißt es in Artikel 92: 

Das Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr erlässt durch Rechtsverordnung die zum Vollzug dieses Gesetzes erforderlichen Vorschriften. Es trifft darin insbesondere Bestimmungen über (…) die Bildung der Stimmbezirke (…)

Das hat das Staatsministerium des Inneren getan, indem es die Landeswahlordnung erlassen hat. Allerdings: Das Innenministerium ist Teil der Staatsregierung, nicht des Gesetzgebers. Der ist bekanntlich der Landtag.

In § 10 der Landeswahlordnung wiederum ist bestimmt: 

1) Gemeinden mit nicht mehr als 2.500 Stimmberechtigten bilden in der Regel einen Stimmbezirk. Größere Gemeinden werden in mehrere Stimmbezirke eingeteilt. Die Gemeinde bestimmt, welche Stimmbezirke gebildet werden.

2) Die Stimmbezirke sollen nach den örtlichen Verhältnissen so abgegrenzt werden, dass allen Stimmberechtigten die Teilnahme an der Abstimmung möglichst erleichtert wird. Kein Stimmbezirk soll mehr als 2.500 Stimmberechtigte umfassen. Die Zahl der Stimmberechtigten eines Stimmbezirks darf nicht so gering sein, dass erkennbar wird, wie einzelne Stimmberechtigte abgestimmt haben. (…)

Halten wir fest: Weder das bayerische Landeswahlgesetz noch die Landeswahlordnung wissen konkret, „dass die Zahl der zu erwartenden Wähler je Stimmbezirk nicht wesentlich unter 50 Wählern (im Wahllokal) liegen sollte“.

Bleibt die Frage: Woher „wissen“ es dann das Landratsamt und die Stadt? Übrig bleibt die Möglichkeit einer Durchführungsvorschrift oder -anordnung (die eben auch auf Interpretationsspielräumen beruht), wahrscheinlich vom bayerischen Innenministerium erlassen. 

Zurück zur Landeswahlordnung des Innenministeriums: Laut § 11 können übrigens sogar „Sonderstimmbezirke“ eingerichtet werden – die womöglich (gleiche) Größenordnungen wie in Bramberg oder Bischwind haben könnten. Nur, wie wird dort das Wahlgeheimnis sichergestellt? 

Für Krankenhäuser, Altenheime, Altenwohnheime, Pflegeheime, Erholungsheime und gleichartige Einrichtungen mit einer größeren Anzahl von Stimmberechtigten, die keinen Abstimmungsraum außerhalb der Einrichtung aufsuchen können, soll die Gemeinde bei entsprechendem Bedürfnis Sonderstimmbezirke zur Stimmabgabe für Wahlscheininhaber bilden. 

Mehrere Einrichtungen können zu einem Sonderstimmbezirk zusammengefasst werden. 

Es geht sogar noch kleiner, siehe § 51 Landeswahlordnung: 

1) Die Gemeinde soll bei entsprechendem Bedürfnis und soweit möglich im Benehmen mit der Leitung eines kleineren Krankenhauses, eines kleineren Alten- oder Pflegeheims oder eines Klosters zulassen, dass dort anwesende Stimmberechtigte, die einen gültigen Wahlschein haben, vor einem beweglichen Wahlvorstand abstimmen. 

2) Die Gemeinde vereinbart mit der Leitung der Einrichtung die Zeit der Stimmabgabe innerhalb der allgemeinen Abstimmungszeit. (…) 

3) Der bewegliche Wahlvorstand begibt sich mit einer verschlossenen Wahlurne und mit Stimmzetteln in die Einrichtung (…) 

Apropos Kosten, von denen im Zeitungsbeitrag auch die Rede war – zu denen legt Artikel 17 Landeswahlgesetz fest: 

Der Freistaat Bayern erstattet den Gemeinden und den Verwaltungsgemeinschaften die durch die Abstimmung veranlassten notwendigen Ausgaben durch einen festen Betrag je stimmberechtigte Person. 

Nun sollte wenigstens die (offensichtlich der Öffentlichkeit unbekannte) Durchführungsvorschrift („die mit den 50 Wählern“) seitens der offiziellen Stellen näher vorgestellt werden, und wenn das Gespräch mit den Bürgern und Bürgervertretern gesucht würde, dann wäre das sicherlich auch nicht verkehrt. 
(ibg, 3.10.2018)

Gesetzesquellen 
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GLOSSE • „Gute Ideen“ für den öffentlichen Personen-Nahverkehr

Mitfahrbank statt Stundentakt

Smbl-Mitfahrbank CC0PxB
Symbolbild Mitfahrbank: „Sedna, Arizona ...“, kikkuru0606, Lizenz: CC0, Quelle: Pixabay.com
Navi: „Sie haben Ihr Ziel nicht erreicht!“


Es hat schon etwas leicht Karnevaleskes, wenn der Landkreis Haßberge auf die Suche nach „Schwachstellen“ im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) geht und dazu ein Beratungsinstitut für Infrastruktur und Gesundheitsfragen engagiert (infranken.de, 26.9.2018). 

Eigentlich sollte man denken, dass jeder weiß, wie öffentlicher Nahverkehr funktioniert. Nämlich so, dass ein Stundentakt eingerichtet wird. So wie das andere Landkreise tun, besonders in den neuen Bundesländern. 

Ebern-Grundschule-Busplan
Kein Einzelfall: Der Busfahrplan an der Eberner Haltestelle „Grundschule“ ist so klein gedruckt, dass man ihn auch mit Brille nicht lesen kann. Eine Beleuchtung wäre ebenfalls kein Luxus, wenn der Plan schon an der Stromquelle Laternenmast hängt. – Warum nur bleiben die Fahrgäste weg?

Im Landkreis Haßberge braucht man dazu Regionalkonferenzen. Zu denen kommt dann keiner, wie in Ebern geschehen. Die Lokalpolitiker bleiben dort mit den teuren Beratern unter sich. 

Aber wer weiß, vielleicht ist das gerade so gewollt. Man stelle sich vor, es kämen echte Leute und äußerten ihre Wünsche. Die würden dann sagen, der Bahnverkehr nach Bamberg muss weiter beschleunigt und gestärkt werden. Zubringerbusse aus den umliegenden Ortschaften sollten den Bahnhof in Ebern ansteuern. 

Da würde so manch zaudernder Politiker erbleichen. Anderen, den cholerischen, wiederum würde es die Zornesröte ins Gesicht treiben. Sie würden behaupten, das sei alles nicht realistisch und nicht bezahlbar. Der Landkreis Haßberge hat es nämlich nicht so dick. Genau genommen hat er so gut wie gar nichts. 

Das wussten aber die potentiellen Teilnehmer der ÖPNV-Regionalkonferenz und blieben deshalb vorsichtshalber zu Hause. 

Weil keiner erschienen war, hat die Politik nun freie Hand, das kostengünstigste Mobilitätskonzept zu erstellen. 

Das wären dann die Bürgerbusse, bei deren Betreibern man sich drei Werktage vor der geplanten Mitfahrt schriftlich anmelden muss. 

Und die berühmten Mitfahrbänke, die zwar selber nicht fahren können, denen man aber seinen Fahrtwunsch auf einem Zettel zwischen die Banklatten steckt. Dann schließt man die Augen und stellt sich vor, man wäre am Ziel angekommen. So funktioniert ÖPNV heute – allerdings nur im Landkreis Haßberge.
(ibg, 27.9.2018)

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LANDTAGSWAHL • Wofür Steffen Vogel (nicht) eingetreten ist

Wirklich weiter so?

WahlPla-CS-18-Vog
Abgebildet: Wahlplakat 2018

Abstimmung im Bayerischen LandtagDatum  Wie abgestimmt?
Bayerisches Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz15.5.2018  dagegen
Neuordnung des Polizeiaufgabengesetzes15.5.2018  dafür
Mehrgenerationenhäuser fördern10.4.2018  dagegen
Planungssicherheit für die Beschäftigten bayerischer Kitas10.4.2018  dagegen
Befristungswesen für Lehrkräfte beenden10.4.2018  dagegen
Bayerisches Psychosoziales Notfallversorgungsgesetz22.2.2018  dagegen
Klimaschutz in der Bayerischen Verfassung verankern22.2.2018  dagegen
Sonderprogramm für kleine Tourismusbetriebe7.2.2018  dagegen
Personalkapazitäten für Feuerwehrschulen erhöhen7.2.2018  dagegen
Personalsituation in Frauenhäusern verbessern7.2.2018  dagegen
Einhaltung technischer Vorschriften im Atomkraftwerk Gundremmingen30.1.2018  dagegen
Bildungsqualität erhöhen25.1.2018  dagegen
Beitragsbescheide für Straßenausbaubeiträge nicht länger erlassen25.1.2018  dafür
Anhebung staatlicher Förderung für bayerische Kitas7.12.2017  dagegen
Nationaler Ausstieg aus der Glyphosat-Anwendung29.11.2017  dagegen
Kostenfreiheit für Eintragungen im Vereinsregister für gemeinnützige Vereine14.11.2017  nicht btlgt.
Antrag zum Problem der multiresistenten Erreger19.7.2017  dagegen
Rehabilitierung der wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen Verfolgten29.3.2017  dagegen
AKW Gundremmingen stilllegen9.3.2017  dagegen
Reichsbürger und Rechtsextreme entwaffnen30.11.2016  dagegen
Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt10.11.2016  dagegen

(ibg, 21.9.2018)   Quelle: Abgeordnetenwatch.de

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POLIT-KABARETT • Kalkofes Mattscheibe knöpft sich Dorothee Bär vor

„Aushängeschild“ wird verladen

Eingebettetes Video: Kalkofes Mattscheibe, via Facebook (Ton einschalten!)

Abstimmung im BundestagDatum  Wie abgestimmt?
Verschärfung der Mietpreisbremse7.6.2018  dagegen
Diätenanpassung der Abgeordneten13.12.2017  dafür
Abschaffung der sachgrundlosen Befristung23.6.2017  nicht btlgt.
Schaffung einer zentralen Gesellschaft für Autobahnen und Bundesstraßen1.6.2017  dafür
Verbot von unkonventionellem Fracking24.6.2016  nicht btlgt.
Höhere Regionalisierungsmittel für den Bahnverkehr12.5.2016  nicht btlgt.
Grundsätzliches Fracking-Verbot28.4.2016  dagegen
Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen13.4.2016  nicht btlgt.
Neuzulassung von Glyphosat verhindern25.2.2016  dagegen
Umsetzung Aktionsprogramm Klimaschutz 20203.12.2015  nicht btlgt.
Neubausubventionen für Atomkraftwerke in der EU verhindern2.7.2015  dagegen
Rückwirkende Erhöhung von Kinderfreibetrag und Kindergeld18.6.2015  nicht btlgt.
Private- und kommunale Holzvermarktung auf Landesebene erlauben26.3.2015  dagegen
Kennzeichnungspflicht von Gen-Honig13.3.2014  dagegen
Diätenerhöhung 201421.2.2014  dafür

Quelle: Abgeordnetenwatch.de

Wer äußerte sich am häufigsten zur Digitalisierung? 

Laut einer Analyse der WBS-Gruppe äußerten sich FDP-Politiker/innen am häufigsten zum Thema Digitalisierung. CSU-Politiker/innen sprachen am seltensten darüber, obwohl die Partei Dorothee Bär als Staatsministerin für Digitalisierung stellt. Die WBS-Gruppe hatte nach eigenen Angaben alle Parlamentsdokumente und alle Social-Media-Beiträge der Bundestagsabgeordneten zum Stichwort „Digitalisierung“ unter die Lupe genommen.

(ibg, 17.8.2018, aktualisiert 22.8.2018)

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FREIBAD EBERN • Voraussichtlich 7 Millionen Sanierungskosten?

Millionen, die (noch) keiner hat

Eingebettete Karte: Google Maps; Sanierungskosten der Schwimmbäder in Unterfranken

Ein Thema, das schon seit einiger Zeit durch die Zeitungen gereicht wird: Viele Schwimmbäder sind marode und müssten aufwändig saniert werden. Gelingt es nicht, die Gelder dafür aufzutreiben, droht die Schließung. Zwar konnte für etliche Hallenbäder eine Lösung gefunden werden (wie zuletzt der Hallenbad-Neubau in Ebern), aber für Freibäder sprudeln (noch) keine Geldquellen.

Auf der Karte oben sind unterfränkische Bäder eingezeichnet, rot markierte stehen unter Umständen vor der Schließung. Klickt man in der Karte auf ein Schwimmbad-Symbol, dann tauchen die voraussichtlichen Sanierungskosten des betreffenden Bades auf. Für Ebern sollen das 7 Millionen Euro sein – allerdings verrät die eingebettete Google-Karte leider nicht, wer diese Summe auf welcher Grundlage geschätzt hat.

Das Eberner städtische Freibad ist zwar noch nicht akut betroffen, aber weil der Zahn der Zeit unaufhörlich weiter an Technik und Bauten nagt, wird die Stadt in den nächsten Jahren an einer Generalsanierung kaum vorbeikommen können.
(ibg, 14.8.2018)

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WASSERQUALITÄT • Kein EU-Badegewässer

Schwimmen im Weißfichtensee?

Ebern-Weissfichtensee-Baden
Abgebildet: Hund beim Baden im Weißfichtensee

Im Weißfichtensee baden nicht nur Hunde, sondern öfters auch Menschen, Erwachsene wie Kinder. Doch wie sieht es eigentlich mit der Wasserqualität aus? Wird sie regelmäßig durch das Gesundheitsamt des Landkreises Haßberge untersucht? Die Webseite des Landkreises erklärt: 

EU-Badegewässer zählen zu den Badestellen, die einer besonderen Überwachung nach den Vorgaben der europäischen Union unterliegen. Die Wasserqualität wird durch das Gesundheitsamt … regelmäßig überprüft.“ 

Kein EU-Badegewässer

In der anschließenden Aufzählung der EU-Badegewässer kommt aber der Weißfichtensee auf der Webseite gar nicht vor – anders als etwa der vergleichbare Seidenhäuser See bei Altershausen. Also kein EU-Badegewässer und keine Kontrolle der Wasserqualität am Weißfichtensee?

Wo doch der See touristisch beworben wird, zum Beispiel auf der Webseite Haßberge-Tourismus.de oder im Internetauftritt des Naturparks Haßberge.

Zu denken geben auch diverse Pressemeldungen, die immer mal wieder das Thema „multiresistente Keime“ thematisieren und sorgenvoll fragen: „Gefahr für Badegäste?“ Hatte doch die Sauerländer Bürgerliste zum Beispiel erst im Juni 2018 einen Antrag in den Kreistag des Hochsauerlandkreises eingebracht:

„Die Kreisverwaltung wird beauftragt eine umgehende, vollständige und transparente Überprüfung der Badeseen/Talsperren im Hochsauerlandkreis auf multiresistente Keime durchzuführen und diese Daten zu veröffentlichen.“ 

Den Gästen am Weißfichtensee wäre schon mit der einfachen Information geholfen, ob die Wasserqualität unbedenklich ist oder nicht. Die Farbe des Sees jedenfalls schreckt oft genug vom Baden ab.
(ibg, 6.8.2018)

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GESCHICHTE • 1863 Unglück in Neuses am Raueneck

Das Löschunglück von 1863

Handdruckspritze Obercunewalde
Symbolbild: „Handdruckspritze Obercunewalde“, Baujahr 1882, TMg, Lizenz: CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons

Der folgende Text (mit originaler Rechtschreibweise) stammt wörtlich aus der Augsburger Postzeitung vom 12. September 1863:

„(Unglücksfall.) Unlängst äscherte ein Brand in Neuses, Ldg. Ebern, eine Scheune ein. Nachts gab es wieder Feuerlärm auf der Brandstätte. Diese schloß einen Brunnen ein, in welchen glimmende Balken gefallen waren.

Ein junger Mensch aus einem nahe gelegenen Dorfe stürzte beim Löschen in diesen Brunnen. Ein Ortsnachbar stieg auf einer Leiter nach, um ihn zu holen; er fand ihn schon betäubt; doch bald gab auch er kein Lebenszeichen mehr von sich. Nun stieg des Letzteren erwachsener Sohn in den Brunnen und hatte schon ein Seil an den beiden Verunglückten befestigt, als auch ihn das Bewußtsein verließ.

Alsbald ließ sich ein Dienstknecht mit einem Seile umschlingen und stieg in die giftige Oeffnung. Er war so glücklich, die drei verloren Geglaubten zu Tag zu befördern. Der erste ist blind geworden, der zweite leidet noch an Schwindel und der dritte hat das Gedächtniß verloren, so daß er z.B. nicht mehr die Tageszeiten zu unterscheiden weiß.“

(ibg, 23.7.2018)

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LESER-ENTWÜRFE • Tracht feiert fröhliche Urständ

Leser schöpft neue Haßberge-Tracht

Hassberge-Tracht-01
Hassberge-Tracht-02
Ein Leser hat uns seine Entwürfe zu einer „Haßberge-Tracht“ zukommen lassen

Ein Leser, der nicht genannt werden möchte, hat sich durch unseren letzten Beitrag „Das Trachten-Phänomen“ inspirieren lassen und sich seine eigenen Gedanken zum Aussehen einer „Haßberge-Tracht“ gemacht.

Bei den Entwürfen fällt – wie bei der „echten“ Tracht – insbesondere die wilde Farbkombination Rot-Gelb-Grün auf. Die Farben entstammen dem Landkreiswappen und sollen die „Authentizität“ der Tracht unterstreichen.
(ibg, 3.7.2018)

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RATGEBER • Wissenswertes zu Bürgeranträgen

Bürgeranträge

Schild-Bgm
Symbolbild: ibg

Geht es um kommunalpolitische Angelegenheiten, haben Bürgerinnen und Bürger verschiedene Mitwirkungsmöglichkeiten. Das Mitberatungs- oder Erörterungsrecht sowie das Empfehlungsrecht bei Bürgerversammlungen hatten wir hier bei Im-Baunachgrund.de schon vorgestellt.

Seit 1999 gibt es in Bayern auch die Möglichkeit, einen sogenannten Bürgerantrag zu stellen. Die Rechtsgrundlagen dazu finden sich in Artikel 18b der Bayerischen Gemeindeordnung beziehungsweise Artikel 12b der Bayerischen Landkreisordnung.

Mit einem Bürgerantrag können die Bürger einer Stadt oder Gemeinde (Gemeindeordnung) oder die Bürger eines Kreises (Landkreisordnung) einen Antrag stellen, dass sich das entsprechende Gemeindeorgan (Gemeinde- oder Stadtrat, Ausschuss, erster Bürgermeister oder Kreisorgan) mit einer bestimmten Angelegenheit befassen muss.

Jedoch darf es sich um keine Angelegenheit handeln, für die innerhalb eines Jahres schon einmal ein Bürgerantrag gestellt worden ist.

Der Bürgerantrag muss von mindestens ein Prozent der Gemeindeeinwohner/innen unterschrieben sein und mit Begründung bei der Gemeinde eingereicht werden. Außerdem müssen (höchstens drei) Ansprechpartner genannt werden.

Wird der Bürgerantrag als zulässig erklärt (darüber muss innerhalb eines Monats entschieden werden), dann muss das angesprochene Gemeindeorgan den Bürgerantrag innerhalb von drei Monaten behandeln.

Wie bei Empfehlungen aus einer Bürgerversammlung ist das betreffende Kommunalorgan aber nicht verpflichtet, eine Entscheidung zu treffen.

Nähere Informationen zum Bürgerantrag finden Sie auf der Webseite des BayernPortals.

Beispiel für einen Bürgerantrag

Ein schönes Beispiel für einen Bürgerantrag zeigt die Homepage der Bürgerinitiative „Bürger für ein l(i)ebenswertes Schierling (BFLS)“ im Landkreis Regensburg. Die Schierlinger Bürgerinitiative hatte beantragt, dass die Tagesordnungen der Gemeinderatssitzungen mit Protokollen des öffentlichen Sitzungsteils auf der Internetseite der Gemeinde Schierling bereitgestellt werden.
(ibg, 12.4.2018)

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RATGEBER • Wissenswertes für Bürgerversammlungen

Bürgerversammlungen

Fernseher-Smbl
Symbolbild: ibg

Hätten Sie’s gewusst? – Teilnehmer/innen einer Bürgerversammlung können mehrheitlich Empfehlungen an den Stadtrat oder Gemeinderat beschließen.

Wenn Ihre Stadt oder Gemeinde zur Bürgerversammlung einlädt, dann steht vermutlich auf der Tagesordnung, dass der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin über wichtige Entscheidungen im Rat berichten will und über bestimmte Anliegen sprechen möchte. Eine reine Info-Veranstaltung? – Nein, das eben nicht.

Es geht um mehr, nämlich um Bürgerbeteiligung. Neben der Möglichkeit, die Gemeindebürger zu informieren, können gemeindliche Angelegenheiten erörtert und – man staunt! – Empfehlungen an den Gemeinde- oder Stadtrat verabschiedet werden. Richtig, die Bürgerinnen und Bürger haben grundsätzlich auf einer Bürgerversammlung die Möglichkeit abzustimmen.

Erörtern bedeutet, das Für und Wider von allen Seiten zu beleuchten. Doch der Reihe nach:


Wie oft findet eine Bürgerversammlung statt?

Mindestens einmal im Jahr. Mehr Versammlungen kann der Gemeinderat beantragen. Wenn mindestens 5 Prozent der Bürger/innen eine Bürgerversammlung (mit Tagesordnung) beantragen, dann muss ebenfalls eine Bürgerversammlung einberufen werden. So ein Antrag ist aber nur einmal im Jahr möglich.


Wer darf an der Bürgerversammlung teilnehmen?

Gemeindebürgerinnen und -bürger, nur sie dürfen sich dort auch zu Wort melden. Die Teilnehmer der Bürgerversammlung können aber beschließen, dass auch Nicht-Gemeindebürger sprechen dürfen. Ansonsten haben Nicht-Gemeindebürger ein Zutrittsrecht, das heißt, sie dürfen anwesend sein.


Wer leitet die Bürgerversammlung?

Der Bürgermeister oder ein Stellvertreter ruft die Tagesordnungspunkte auf und erteilt das Wort. Die Versammlungsleitung muss für eine sachgerechte Erörterung sorgen und passt auf, dass die Themen nicht abschweifen. Bei Anträgen leistet sie Formulierungshilfe, muss sich aber unparteiisch verhalten. Weitere Aufgaben: Abstimmung leiten, Abstimmungsergebnis feststellen und die Versammlung offiziell beschließen.


Welche Rechte haben die Teilnehmer/innen der Bürgerversammlung?

Das Mitberatungsrecht der Bürgerinnen und Bürger, also die Bürgerversammlung, ist in Art. 18 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (GO) geregelt.

Die Bürgerversammlung hat zwar keine Mitbestimmungsrechte, aber Mitwirkungsrechte, nämlich ein Mitberatungs- oder Erörterungsrecht sowie ein Empfehlungsrecht.

Zum Mitberatungs- oder Erörterungsrecht der Gemeindebürger/innen gehören das Anwesenheitsrecht, das Rederecht und ein Antrags- und Stimmrecht.

Das Empfehlungsrecht bedeutet, dass die Bürgerversammlung nach einer Abstimmung (Mehrheit entscheidet) dem Gemeinde- oder Stadtrat Empfehlungen geben darf.

Solche Empfehlungen müssen innerhalb von drei Monaten vom Gemeinde- oder Stadtrat behandelt werden.


Worüber kann auf einer Bürgerversammlung beraten werden?

Thema einer Beratung oder Empfehlung kann nur eine gemeindliche oder städtische Angelegenheit sein. Eine gemeindliche Angelegenheit im erweiterten Sinn kann aber auch dann vorliegen, wenn eine (z.B.: Kreis-)Angelegenheit unmittelbar Auswirkungen auf die Gemeinde oder die Stadt hat.


Zu guter Letzt:

Bürgerversammlungen können auch für Ortsteile beantragt werden, die zum 18.1.1952 noch selbstständige Gemeinden waren.

Die ideale Teilnehmerzahl einer Bürgerversammlung beträgt zwischen 20 und 30 Personen. Bei derartigen Gruppengrößen kann man einerseits davon ausgehen, dass genügend Bürger anwesend sind, die die Interessen der Bürger artikulieren, und andererseits verbleibt ausreichend Raum, damit jeder zu Wort kommen kann.Die ideale Teilnehmerzahl einer Bürgerversammlung beträgt zwischen 20 und 30 Personen. Bei derartigen Gruppengrößen kann man einerseits davon ausgehen, dass genügend Bürger anwesend sind, die die Interessen der Bürger artikulieren, und andererseits verbleibt ausreichend Raum, damit jeder zu Wort kommen kann.Die ideale Teilnehmerzahl einer Bürgerversammlung beträgt zwischen 20 und 30 Personen. Bei derartigen Gruppengrößen kann man einerseits davon ausgehen, dass genügend Bürger anwesend sind, die die Interessen der Bürger artikulieren, und andererseits verbleibt ausreichend Raum, damit jeder zu Wort kommen kann.Eine gute Bürgerversammlung ist ergebnisoffen angelegt, sollte nicht länger als vier Stunden dauern und die Ergebnisse der Versammlung sollen in einem Protokoll veröffentlicht werden. Damit jeder zu Wort kommen kann, liegt die ideale Teilnehmerzahl zwischen 20 und 30, eine Begrenzung der Teilnehmerzahl darf es aber nicht geben.
(ibg, 2.4.2018)

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ARCHITEKTUR • Eberns radikaler Wandel im Städtebau

Immer Abriss statt Sanierung?

Ebern-Collage
Abgebildet: Ebern, Collage

Am 13.9.2015 beschäftigte sich der Deutschlandfunk mit dem Thema:
„Ungeliebte 50er-Jahre – Deutscher Denkmalschutz hadert mit der Nachkriegsmoderne“.

In der Einleitung des Beitrags war zu lesen:

Die Bauten der 50er-Jahre in ihrer betonten Nüchternheit galten einst als Symbole eines demokratischen, prunklosen Nachkriegsdeutschlands, heute sind sie immer wieder von Zerstörung bedroht. Überall gibt es fertige Abrisspläne, deren Umsetzung bisher nur durch heftige öffentliche Kontroversen verhindert wurde.

Verglichen mit der aktuellen Situation in Ebern im Jahre 2018 muten diese Worte aus dem Jahr 2015 geradezu gespenstisch an. So als hätte der Deutschlandfunk das Orakel von Delphi nach der städtebaulichen Zukunft von Ebern befragt.

Aber nicht Pythia, die weissagende Priesterin mit verändertem Bewusstseinszustand prophezeite den mutmaßlich bevorstehenden radikalen Stadtumbau mit der Abrissbirne, sondern die Meldungen tröpfelten nach und nach über die örtliche Zeitungslandschaft ins öffentliche Bewusstsein. Von verschiedenen Seiten geschickt relativiert, eine bessere Lösung sei – nach Kanzlerinnenart – nicht zu sehen.

Abrissliste

Auf der aktuellen Abrissliste stehen: das Gymnasium mit Wohnhaus des Hausmeisters und das Gebäude der ehemaligen Kreisberufsschule (Baujahr 1954) samt Werkstätten.

Sollte sich die Landesbaudirektion für einen Neubau im Areal Gasthof Post/Filmburg (Delta-Markt) entscheiden, wie es die Neue Presse am 8.3.2018 angedeutet hatte, dann würden vielleicht auch noch der historische Gasthof und die alte Filmburg (60er-Jahre) zu Bauschutt zerkleinert werden.

Schon weg

In den vergangenen paar Jahren gingen schon verlustig: das Burglichtspiele-Kino (abgebrannt), der Bahnhof im Erscheinungsbild der 60er-Jahre (Abriss), der BayWa-Silo im Hochhaus-Stil (Abriss), das alte Hallenbad aus den 70er-Jahren (Abriss), die 1933 erbaute Kujath-Villa am Anlagenring (Abriss) und das Wohnheim der Meisterschule (ehemaliges Nebengebäude der alten Landwirtschaftsschule mit Landwirtschaftsamt, Abriss).

Nicht alles konnte bewahrt werden

Der tristen Architektur des alten Hallenbades mit dem später aufgesetzten Walmdach hat wahrscheinlich kaum einer nachgetrauert. Das Kujath-Haus: geschenkt. Trotzdem, so viele Häuser aus den 30er-Jahren hat Ebern nicht zu bieten.

Mit seiner verschachtelten Etagen-Anordnung ist sicherlich auch das Gymnasium aus den 70ern grundsätzlich ein erhaltenswertes Gebäude. Aber angesichts von Brandschutz-Vorschriften und der Tatsache, dass der laufende Unterrichtsbetrieb beibehalten werden muss, scheint es nachvollziehbar, dass Abriss und Neubau an leicht versetzter Stelle einen gangbaren Weg bilden.

Der Teilabriss an der alten Landwirtschaftsschule mit dem Ersatzneubau aus Holz steht aus architektonisch-ästhetischer Sicht eher auf wackeligen Füßen, bedeutet er doch voraussichtlich einen krassen Stilbruch.

Faßoli-Haus gerade noch erhalten

Ältere Bürger erinnern sich vielleicht noch daran: Um ein Haar wäre auch das damals lidschäftige Faßoli-Haus abgebrochen worden. Die einzige Stadt-Villa ihrer Art in Ebern. In den 80er-Jahren hätte nämlich eine sogenannte „Panzer-Straße“ über das Anwesen zur Kaserne führen sollen.

Zudem schlug Jugendstil-Häusern in den 80er-Jahren etwa so wenig Wertschätzung entgegen wie heute Bauten aus den 50er-Jahren.

Dass damals über das Faßoli-Haus öffentlich diskutiert worden war, mag geholfen haben, dass die Stadt von den Abbruch-Absichten wieder abgerückt ist. Glücklicherweise wurde die „Verteilerspange“ später anders, über das Gelände der ehemaligen Gärtnerei am Rückgraben geführt.

Wie es zum unnötigen Plan kam, die Berufsschule abzureißen

Warum die Kreisberufsschule geschleift werden soll, ist gar nicht nachvollziehbar. Das Gebäude soll sogar über einen Aufzug verfügen und wirkt gut erhalten, wenn auch nicht auf modernstem Stand.

Das Problem scheint eher im fehlenden Nutzungskonzept zu liegen. Seit dem Abzug der letzten Metallklasse findet nämlich in Ebern kein Berufsschulunterricht mehr statt. Zwar haben sich verschiedene Institutionen eingemietet. Aber unterm Strich dürfte dem Landkreis als Eigner der Unterhalt zu teuer kommen.

Geht man nach dem Artikel „Raum für Eberns Zukunftspläne“ in der Neuen Presse vom 2.3.2018, dann könnte sich das Zustandekommen der Abrissabsichten so erklären:

Ursprünglich wollte die Stadt vom Landkreis nur einen Bauplatz für eine neue Kindertagesstätte kaufen. Landrat Wilhelm Schneider (CSU) witterte die Chance, nicht nur einen Teil, sondern das ganze 13.000 Quadratmeter große Schulgelände, das dem Landkreis gehört, loszuwerden.

Damit die Stadt das Grundstück auch wirklich kaufte, versprach der Landkreis, das Schulhaus einzureißen. Somit habe Ebern neue Flächen zur sogenannten „Innentwicklung“, sprich ein (voll erschlossenes) Neubaugebiet, gewonnen.

Das Schicksal hatte seinen Lauf genommen. Ob es noch zu stoppen ist? Wie hieß es doch gleich beim Deutschlandfunk: „… Abrisspläne, deren Umsetzung bisher nur durch heftige öffentliche Kontroversen verhindert wurde“. Und das Faßoli-Haus lehrt uns, dass schon verloren Geglaubtes doch erhalten werden kann. Man es muss halt wollen.
(ibg, 11.3.2018)

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EBERN • Mini-Max-Prinzip? – Platz für private Bauträger

Kreis will Berufsschule abreißen

Ebern-Berufsschule-1954
Abgebildet: Ebern, ehemalige Berufsschule

Wie infranken.de und Neue Presse am 2.3.2018 meldeten, soll das Gebäude der ehemaligen Berufsschule in Ebern abgerissen werden. Die Stadt plane, das Grundstück neu zu bebauen. Laut Zeitungen sollen ein Kindergarten mit Kinderkrippe und barrierefreie Wohnungen entstehen, erstellt von (einem?) privaten Bauträger(n).

Laut Amtlichem Mitteilungsblatt vom 4.5.2018 (Seite 5) hat die Stadt Ebern schon einen Betrag in Höhe von 260.000 Euro in den Haushaltsplan 2018 eingestellt. Die Summe ist für den Kauf des Grundstücks vorgesehen, auf dem die neue Kinderbetreuungseinrichtung vorgesehen ist. Aus dem Mitteilungsblatt geht nicht eindeutig hervor, ob es sich dabei um das gesamte Berufsschul-Areal oder nur um eine Teilfläche handelt.

Städtebauliches Ensemble

Die alte Berufsschule stellt das architektonische Pendant zur ehemaligen Landwirtschaftsschule (heute Schreinermeisterschule) dar. Beide Schulgebäude bilden gewissermaßen ein städtebauliches Ensemble, das richtungsweisend für den späteren Siedlungsbau war.

Eigentlich sind beide Schulen auch Denkmäler, die an den wirtschaftlichen und städtebaulichen Aufbruch in den 50er-Jahren und Eberns Zeit als Kreisstadt erinnern.

Das Mini-Max-Prinzip erklärt das Wirtschaftswiki der FH Aachen.
(ibg, 2.3.2018, aktualisiert 23.6.2018)

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HEIMATKUNDE • Was waren eigentlich Distrikte?

Die Distriktgemeinde Ebern

Distrikte-Ebern-Baunach
Grafik: Im-Baunachgrund.de

Vom Krankenhaus Ebern heißt es, es sei 1912 für die Distrikte Ebern und Baunach eröffnet worden. Was hat es eigentlich mit diesen „Distrikten“ auf sich? Wozu dienten sie und wie groß waren sie? Ein Blick zurück in die Geschichte.

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1802/1803 gelangte Ebern vom Hochstift Würzburg zunächst ans kurfürstlich regierte Bayern. Von 1806 bis 1814 war die Stadt Teil des Großherzogtums Würzburg und fiel danach durch die Folgen des Wiener Kongresses zusammen mit dem Großherzogtum wieder an das 1806 zum Königreich gewordene Bayern zurück.


Karte Hochstift Würzburg (edit)
Bild: „Karte Hochstift Würzburg um 1700“ via Wikimedia Commons,
Johann Baptist Homann; User Carport; gemeinfrei, Public Domain


Landgerichte

Schon im Jahr 1802 wurden in Bayern durch eine von Kurfürst Max Josef erlassene Verordnung Landgerichte eingeführt. Sie waren sowohl für die Verwaltung als auch für die Rechtsprechung verantwortlich. Auf dem Gebiet des späteren Landkreises Ebern waren die Landgerichte Gleusdorf (seit 1840: Baunach) und Ebern entstanden.

Distriktgemeinden

Obwohl der Begriff Distriktgemeinde erstmals in einem Gemeindeedikt aus dem Jahr 1818 erwähnt worden war, wurden erst 1852 – wie überall im Königreich Bayern – Distrikt(s)gemeinden gebildet, räumlich deckungsgleich mit den Zuständigkeitsbereichen der Landgerichte. Im Königreich Bayern wurden so insgesamt 240 Distriktgemeinden geschaffen, darunter auch Baunach und Ebern.

Die Distriktgemeinden waren Gemeindeverbände mit eigener Rechtspersönlichkeit und gelten deshalb als die ersten Vorläufer heutiger Landkreise. Zu den Aufgaben der Distrikte gehörte es, für Distriktstraßen und Sparkassen zu sorgen sowie Krankenhäuser und Altenheime zu bauen. Auch für überörtliche Schulen und die Anschaffung von Feuerwehrgerätschaften waren die Distrikte zuständig.

Bereits seit dem 13. Mai 1808 gab es in Bayern sogenannte Steuerdistrikte, mit deren Hilfe nicht nur das Eintreiben von Steuern verbessert, sondern auch das Staatsgebiet vermessen werden sollte.

Vom 1. Juli 1862 an wurden schließlich Rechtsprechung und Verwaltung getrennt. Die Rechtsprechung blieb bei den Landgerichten, für Verwaltungsaufgaben waren die neu konzipierten 143 Bezirksämter im Königreich Bayern zuständig.

Im neuen Bezirksamt Ebern bestanden bis 1919 die beiden Distriktgemeinden Baunach und Ebern sowie die zwei Landgerichtsbezirke Ebern und Baunach fort. Erst 1919 wurden die Distriktgemeinden (Selbstverwaltungsgesetz vom 22. Mai 1919) zum Bezirk Ebern als Gebietskörperschaft vereinigt. 1939 wurden die Bezirke in Landkreise umbenannt.

Seit 1879 hießen die bisherigen Landgerichte im ganzen Kaiserreich einheitlich Amtsgerichte (Gerichtsverfassungsgesetz vom 1. Oktober 1879), so auch in Baunach und Ebern. 1932 wurde das Amtsgericht Baunach aufgehoben und mit dem Bezirk des Amtsgerichts Ebern vereinigt.

Aemtergebaeude-Ebern
Abgebildet: Ämtergebäude in Ebern

Nach der bayerischen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 umfasste das Bezirksamt Ebern 19.920 Einwohner, davon 11.029 Einwohner im Landgericht bzw. Distrikt Ebern.

94 Ortschaften in 44 Gemeinden im Landgericht bzw. Distrikt Ebern:

Albersdorf (129 Einwohner), Allertshausen (181), Altenstein (406), Bischwind a./R. (300), Bischwind b./H. (176), Bramberg (178), Dürrenried (99), Ebern, Stadt (1.116), Eckartshausen (177), Eichelberg (148), Eyrichshof (290), Fischbach (273), Frickendorf (Brünn) (265), Gereuth (151), Gückelhirn (259), Hafenpreppach (347), Heilgersdorf (514), Heubach (160), Hofstetten (179), Jesserndorf (185), Junkersdorf (208), Kraisdorf (300), Leuzendorf (182), Lichtenstein (237), Lohr (211), Lossbergsgereuth (154), Marbach (175), Maroldsweisach (569), Memmelsdorf (607), Neuses (96), Obermerzbach (113), Pfaffendorf (208), Pfarrweisach (336), Preppach (278), Rabelsdorf (117), Recheldorf (201), Reutersbrunn (138), Untermerzbach (575), Voccawind (131), Vorbach (126), Wasmuthausen (210), Weissenbrunn (119), Welkendorf (98), Wüstenwelzberg (107)

(ibg, 3.6.2017)

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