Blog • Ebern • Rentweinsdorf •
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Im Baunachgrund um Ebern

TurmbreitVinatge1500hoch



BEHÖRDEN-NEUBAU • Was können Architekten-Wettbewerbe leisten?

GrafikDas Schloss entstellt

 Thema    Landesbaudirektion


Medienberichte

MeinungEbern.wordpress.com: „Maximale Intransparenz“ | 30.3.2020

Neue Presse: „Baudirektion beginnt Bau nicht vor 2021“ | 30.3.2020

infranken.de: „Wettstreit für Europas Architekten“ | 28.3.2020

Exkurs in einen anderen Landkreis

 Architektur heute   

Beispiel:

Erweiterungsbau des Landratsamtes Neustadt a.d.Waldnaab


 Landratsamt Neustadt a.d.Waldnaab   

Neustadt Waldnaab 1

Bild (unverändert): „Neustadt Waldnaab 1“, Foto: btr, Lizenz: CC BY-SA 2.5, eingebettet via Wikimedia Commons

Das Landratsamt in Neustadt an der Waldnaab ist im barocken Schloss Lobkowitz aus dem 17. Jahrhundert untergebracht.

Im Jahr 2019 wurde ein hufeisenförmiger moderner Erweiterungstrakt fertiggestellt, für 100 Mitarbeiter/innen.

Die Kosten des neuen Gebäudes, das direkt an das historische Schloss angebaut wurde, beliefen sich auf ungefähr 8 Millionen Euro.


 So sieht der Anbau aus   

Eingebetteter Tweet via Twitter (31.3.2020)

Für den Architektenentwurf zeichnete das Büro Bruno Fioretti Marquez aus Berlin verantwortlich. Quelle: „BR.de“ | 2.6.2019

Dieses Architektenbüro gewann beim Wettbewerb um den Erweiterungsbau des Landratsamtes den 1. Preis. Quelle: „Competitionline.com“ | 4.2016

(ibg, 31.3.2020)

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LANDESBAUDIREKTION • Freistaat Bayern erwarb ehemaligen Gasthof Post

GrafikSieht es in Ebern bald so aus?

Ebern-Stadtlandschaft-Gasthof
Rückansichten: Gasthof Post und frühere Filmburg (nachmaliger Delta-Markt) fügen sich ins Stadtensemble ein und bilden damit eine städtebauliche Gesamtheit

Luftbild des Areals an der Bahnhofstraße, Einmündung Coburger Straße


 Gasthof Post – Filmburg    via Geoportal.Bayern.de

Die Luftaufnahme zeigt, dass dem Neubau nicht nur ein riesiger Gebäudekomplex (Gasthof Post, Tabakwaren-Geschäft, ehemalige Reinigung, ehemalige Filmburg), sondern auch viele Bäume weichen müssten – ein gigantischer Eingriff.

(ibg, 28.3.2020)

Ebern-Montage-Landesbaudir-Gasthof
Fotomontage: ibg | Wird wieder ein architektonisches Ungetüm gebaut?

Ebern-Gasthof-Post-Kreisel
Abgebildet: Gasthof Post in Ebern

Der Freistaat Bayern hat den ehemaligen Gasthof Post erworben. In einem noch zu errichtendem Neubau sollen etwa 100 Arbeitsplätze für Mitarbeiter/innen der Landesbaudirektion Bayern im Zentrum der Stadt entstehen. 

Laut Pressemitteilung des Bayerischen Bauministeriums wurde der Vertrag zum Kauf des ehemaligen Gasthofs Post am 6. März 2020 unterzeichnet. 

Noch weiß niemand, wie der Neubau aussehen soll und wie er sich in das historische Stadtbild einfügen wird. Anscheinend soll zuvor der altehrwürdige Gasthof abgerissen werden, Auflagen zur städtebaulichen Gestaltung des Neubaus gibt es offenbar keine. 
(ibg, 7.3.2020, aktualisiert 28.3.2020) 

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STADTRAT • Sitzung in Ebern

GrafikFußball-Akademie kommt

Aus der Stadtratssitzung


 Frauengrundhalle    Sitzung vom 26. März, 18:00 Uhr

Themen unter anderem:

  • Änderung des Bebauungsplanes „Mittelweg“
  • Änderung des Bebauungsplanes „Mannlehen“
  • Grundsatzbeschluss zur 5. Änderung des Bebauungsplanes „Bahnhofstraße – Landesbaudirektion“
  • Nutzungsänderung der Kirchner-Gebäude (Alte Kaserne) zur Errichtung einer Fußballakademie

Tatsächlich, es soll doch noch eine Fußball-Akademie nach Ebern kommen. Vor einigen Jahren waren bereits ein Sportgymnasium, ein Fußballinternat und dann ein Sport-Event-Center auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Ebern angedacht worden. Alle Pläne hatten sich aber wieder zerschlagen, vgl. infranken.de vom 16. April 2013.

(ibg, 27.3.2020)

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VERKEHRSRECHT • Gastbeitrag

GrafikStraffreies Parken in Ebern?

Frei-Parken
Symbolbild: ibg – Do-it-yourself-Verkehrsrecht für Fortgeschrittene
(24.1.2020)


[Gastbeitrag]   Frei Parken in Frankfurt – seit heute ist das gar nicht weit hergeholt. Das Oberlandesgericht erklärt nämlich die Praxis der Stadt Frankfurt für unrechtmäßig, dass von privaten Firmen überlassene Leiharbeitskräfte (in Uniform) den ruhenden Verkehr überwachen. Es handele sich bei der Ahndung von Parkverstößen um eine hoheitliche Aufgabe, so das Gericht. Diese Aufgabe dürfe nicht von Privatfirmen übernommen werden – auch die Bezeichnung der Mitarbeiter als „Stadtpolizisten“ ändere hieran nichts.

Auslöser für den sicherlich wegweisenden Richterspruch war ein Knöllchen wegen unerlaubten Parkens. 15 Euro sollte ein Autofahrer zahlen, was er verweigerte. Die Richter am Oberlandesgericht suchten nach einer gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage, welche die Übertragung hoheitlicher Aufgaben an private Firmen gestattet. Sie wurden nicht fündig und erklären die Praxis deshalb für rechtswidrig. Auch „Hilfspolizisten“, die das Gesetz vorsehe, müssten aus den Reihen der Stadtverwaltung kommen.

Die Kritik an der städtischen Praxis fällt recht deutlich aus. Frankfurt habe „die Verkehrsüberwachung den privaten Dienstleister im strafbewehrten Gewand einer Polizeiuniform durchführen“ lassen. Damit sei nach außen der „täuschende Schein der Rechtsstaatlichkeit“ aufgebaut worden, „um den Bürgern und Gerichten gegenüber den Eindruck polizeilicher Handlungen zu vermitteln“.

Mit der Entscheidung dürften zumindest alle noch nicht rechtskräftig abgeschlossenen Bußgeldverfahren auf der Kippe stehen (rund 700.000 Knöllchen sind es pro Jahr in Frankfurt). Nicht nur hessische Kommunen wird das Urteil aufscheuchen, auch in anderen Bundesländern sind die aufgeworfenen Fragen noch nicht höchstrichterlich geklärt. Jedenfalls weist das OLG darauf hin, keine einschlägigen Entscheidungen gefunden zu haben (Aktenzeichen 2 Ss-Owi 963/18).

Dieser Text [Gastbeitrag] erschien am 20.1.2020 zuerst bei Lawblog.de (Udo Vetter), und zwar mit dem Titel „Ab heute frei Parken in Frankfurt – und anderswo“, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE, Überschrift hier geändert


Zur Situation in Ebern 

Aus dem VG-Mitteilungsblatt vom 5.5.2017 (Zitat):
„Im November 2015 beschloss der Stadtrat mit 16 zu vier Stimmen die Einführung einer kommunalen Parküberwachung. Am Freitag, 1. Juli 2016, war es dann so weit. Ein externer Dienstleister, die ‚K & B Kommunale Dienstleistungsgesellschaft mbH‘, mit (...) Sitz in Mühldorf am Inn, wurde mit dieser Aufgabe beauftragt.“

– Zwar führt dieses Unternehmen das Attribut „kommunal“ im Namen, es handelt sich aber um eine GmbH, also eine juristische Person des Privatrechts. Die „K & B Kommunale Dienstleistungsgesellschaft mbH“ wurde zum 1.1.2019 von der „ESD Dienstleistungsgruppe“ übernommen.

(ibg, 24.1.2020)

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VERKEHRSRECHT • Aus für private Verkehrsüberwacher in Hessen

GrafikDas OLG hat entschieden

Wie geht es weiter mit den privaten Verkehrs­über­wa­chern in Ebern?

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) hat in einer Grundsatzentscheidung die Überwachung des ruhenden Verkehrs durch „private Dienstleister“ für gesetzeswidrig erklärt. Die so ermittelten Beweise unterliegen einem absoluten Verwertungsverbot, stellte das OLG fest.

In Bayern erklärte man flugs, die Rechtslage sei anders als in Hessen (siehe untenstehenden Link zur Main-Post). Es würde sich an der (vergleichbaren?) Praxis hierzulande nichts ändern. Doch das scheint eine ziemlich voreilige Einschätzung zu sein, die wahrscheinlich noch hinterfragt werden wird.

Insbesondere die Passage „Beweise (durch private Dienstleister) unterliegen einem absoluten Verwertungsverbot“ unterstützt die gegenteilige bayerische Sichtweise überhaupt nicht. Wenn sich herausstellen sollte, dass das Frankfurter Urteil auch auf die Situation in Bayern zutrifft, dann hätte das gegebenenfalls auch Auswirkungen in Ebern.

OLG Frankfurt am Main: Pressemitteilung Von: Ordentliche-Gerichtsbarkeit.Hessen.de (20.1.2020)

Verkehrsüberwachung: Wer Knöllchen ausgeben darf Von: Mainpost.de (21.1.2020)

Bußgeldbescheide und Parkknöllchen rechtswidrig Von: Auto Motor und Sport (20.1.2020)

Stadt verteilt weiterhin Knöllchen Von: infranken.de (2.2.2018)

OLG Frankfurt
Bild (unverändert): „OLG Frankfurt“, Foto: Benutzer:Dontworry, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons
(ibg, 22.1.2020)
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STADTBILD • An der südlichen Stadtmauer in Ebern

GrafikNochmal hingesehen

Ebern, Rittergasse 9, 7-001
Bild (unverändert): „Ebern, Rittergasse 9, 7-001“, Foto: Tilman2007, Lizenz: Creative Commons CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Wer an der südlichen Stadtmauer in der Walk-Strasser-Anlage entlang läuft, der nimmt gewöhnlich die Sandsteinquader der Stadtmauer wahr. Das Bild zeigt, dass an dieser Stelle zwei Gebäude (mit etwas Abstand zueinander) direkt an die Stadtmauer herangebaut worden waren. Wie sieht ihre Straßenfront zur Rittergasse aus? 
(ibg, 15.1.2020) 

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INTERNET • Was andere bloggen

GrafikAus der Blogosphäre

Das bewegt die Community

Blogs, Ansichten und Meinungen

Ebern: Wo bleibt der Wahlkampf? Von: MeinungEbern.wordpress.com (11.1.2020)

Prost Neujahr, 2020 du machst mir Angst (Video via Youtube) Von: Schweinfurter Nachrichten (5.1.2020)

Alter weiser Mann kandidiert für Stadtrat Von: Bernds Sicht der Dinge (1.1.2020)

Gebet Von: HansRotenhan.com (30.12.2019)


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FAIRTRADE-STADT • Disruptive Innovationen brauchen einen Steuerkreis

GrafikKaffee im Stadtrat?

Was Sie schon immer über eine Fairtrade-Town wissen wollten

Ebern und Baunach sind schon sogenannte Fairtrade-Towns, Reckendorf gehört demnächst und Bad Rodach vielleicht bald dazu. Um Fairtrade-Gemeinde werden zu können, müssen allerdings ein paar Voraussetzungen erfüllt sein.

Mitunter können diese durchaus skurril wirken, denn wir befinden uns schließlich in einem von der Bürokratie geprägten Land. Und deshalb kann sich keine Stadt oder Gemeinde mit dem Fairtrade-Logo ohne vorhandene „Steuerungsgruppe“ schmücken.

Begriffe wie diesen setzt der Bürokrat gerne als allgemein verbreitetes Grundwissen voraus. Techniker sind vielleicht in ihrem diesbezüglichen Wortverständnis wenigstens schief gewickelt, andere nicht mal das.

So kam es, dass ein Stadtrat in Bad Rodach fragte, was er sich unter einer Steuerungsgruppe vorzustellen habe. Ob er eine adäquate Antwort bekommen hat, wissen wir zwar nicht.

Aber dafür erklärt uns die Neue Presse, dass eine Stadt 5 Kriterien erfüllen muss, wenn sie das Fairtrade-Abzeichen erhalten möchte. Es gehören also dazu:

1. Ratsbeschluss, 2. Steuerungsgruppe, 3. drei lokale Einzelhandelsgeschäfte, 4. zwei Gastronomiebetriebe mit mindestens zwei fair gehandelten Produkten, 5. mindestens ein Verein, eine Kirchengemeinde und eine Schule. Ferner bräuchte es noch entsprechende Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. – Apropos: Gibt es eigentlich Kaffee im Stadtrat?

Neue Presse(17.12.2019)

(ibg, 19.12.2019)

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AOK • Geschäftsstelle schließt – Rückschlag für Ebern

Grafik„Fit für die Zukunft“

Ebern-AOK-Stadtberg
Abgebildet: AOK-Geschäftsstelle am Stadtberg in Ebern

Ebern-Geschaeftsstelle-A-schliesst
Abgebildet: Ausriss aus einem allgemeinen Info-Schreiben der AOK

„Fit für die Zukunft“, so heißt es überschwänglich in einem Info-Schreiben der AOK Bayern an ihre Kunden in der Region Ebern. Allerdings ist die Nachricht nicht so positiv für die Versicherten, denn laut Kundeninfo schließt die AOK Bayern ihre Geschäftsstelle in Ebern zum 31.12.2019. 

Die Kunden sollen sich künftig an die „wenige Kilometer entfernten“ benachbarten Geschäftsstellen, zum Beispiel in Hofheim i.UFr. oder Lichtenfels wenden. Außerdem verspricht die AOK telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr. – Fragt sich nur, ob nächtens zu vorgerückter Stunde tatsächlich ein AOK-Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung wartet oder ob ein Mitarbeiter in einem Call-Center eines ganz anderen Unternehmens die Anrufer warten lässt? 

In jedem Fall kam die Nachricht der AOK überraschend, und wieder einmal haben sich die hiesigen Kommunalpolitiker zu den AOK-Plänen unüberhörbar und außerordentlich gründlich ausgeschwiegen. 
(ibg, 13.12.2019) 

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WETTER • Warte, wie das Wetter wird

GrafikWetter-Cartoon

Vorhersage ohne Gewähr, embedded Weatherwidget.io | Zeichnung: Leserzuschrift (ibg, 4.12.2019)

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BAUNACHGRUND-BAHN • Bahnübergang Lind

GrafikKommen bald Schranken?

Wird unsere Bahn bald schneller?

 Altkreis  Ebern

Entlang der Baunachgrundbahn gibt es immer noch zahl­reiche unbeschrankte Bahn­übergänge. Würden sie gesi­chert, dann könnte sich die Fahr­zeit zwischen Ebern und Bamberg noch weiter verkür­zen.

Nun will das Bundesver­kehrs­ministerium Kommunen künf­tig nicht mehr mit einem Drit­tel der Kosten beteiligen, wenn höhen­gleiche Bahn­über­gänge abge­schafft werden. Dazu sol­len Brücken und Unterführun­gen gebaut werden.

Ne­benstrecken wie die unsere scheinen aber von diesem Mo­dell nicht profitieren zu kön­nen. Da sollte noch mehr gehen!

Und tatsächlich: Laut infranken.de (3.12.2019) soll der Bahnübergang in Lind bei Rentweinsdorf „gesichert“ werden. Womit, das blieb zwar vorerst offen; mutmaßlich könnten sogenannte Halbschranken installiert werden.

Eingebetteter Tweet
via Twitter (14.11.2019)

(ibg, 19.11.2019, aktualisiert 4.12.2019)

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KRANKENHAUS • Was bedeutet der Leitungswechsel für Ebern?

GrafikHat die Zitrone noch Saft?

Zitronen-Orangen
Symbolbild: ibg

Nach Zeitungsberichten tritt der bisherige Vorstand des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken, Stephan Kolck, zum 1. Juli 2020 in die Freistellungsphase eines Altersteilzeitmodells ein. 

Der frei werdende Vorstandsposten werde bereits zum 1. April 2020 mit der 36-jährigen Diplom-Kauffrau Dr. Antonia Büchner besetzt. Antonia Büchner erhielt im Jahr 2015 den Ludwig-Erhard-Preis für ihre Dissertation „Strategic Changes and Hospital Performance“. 

Darin befasste sie sich mit Effizienz- und Profitabilitätssteigerungen von Krankenhäusern und entwickelte wirtschaftliche Handlungsanleitungen für Kliniken, wie der Webseite der Universität Hamburg zu entnehmen ist. 

Nach der Promotion habe Antonia Büchner den Zeitungsangaben zufolge als kaufmännische Leiterin der Seniorenzentren in der Gesundheitsholding Tauberfranken gearbeitet. 

Was der Personalwechsel auf Leitungsebene für den Klinikstandort Ebern bedeutet, wird sich zeigen müssen. Ob sich – grundsätzlich und bildlich gefragt – eine ausgepresste Zitrone noch weiter auspressen lässt? Oder anders formuliert: Was macht man mit ausgepressten Zitronen? 
(ibg, 28.11.2019) 

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SATIRE • Das große Gießkannen-Wagen-Rennen

GrafikCircus Maximus in Ebern

Streitwagen
Symbolbild (unverändert): „Streitwagen“, Foto: Frila, Lizenz: Creative Commons CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons

In Ebern rüsten sich derzeit zwei gewichtige politische Lager, die „Roten Römer“ und die „Conservativen Carambas“ für die kommenden Circensischen Spiele, gewöhnlich Kommunalwahlen genannt. 

Anscheinend wollen die beiden Kontrahenten ihren Gladiatorenkampf mittels eines spektakulären Wagenrennens ausfechten. 

Angefangen haben die „Conservativen Carambas“; sie hatten sich schon über Jahresfrist heimlich zwei oder vier Streitwagen gekauft (die genaue Zahl ist ein militärisches Geheimnis) und tarnten diese vorübergehend als Gießkannen-Wagen für den Friedhof. 

Die Presse legte das natürlich sofort irrig als großes Engagement fürs Gemeinwohl aus. Und dem Bürgermeister blieb dann wohl nichts anderes mehr übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. 

Seine „Roten Römer“ hingegen, schon immer fortschrittlich in Sachen Architektur und Baukunst, drehten nicht lange Däumchen und haben jetzt nachgerüstet. 

Auch sie haben sich als Pendant einen leichten Kampfwagen angeschafft, den sie der gutgläubigen Presse – wenig einfallsreich – gleicherweise als Gießkannen-Wägelchen verkauften. 

Noch umgibt die Kontrahenten eine trügerische Idylle, was kein Wunder ist, weil alle denken, die Fuhrwerke stünden als noble Spenden im Dienst des Gemeinwohls der Menschheit. 

In Wahrheit geht es aber um nichts Geringeres als um Ruhm und Ehre, wenn die beiden prominent besetzten Mann- und Frauschaften am 15. März 2020 in römischen Originalkostümen zum großen Wahlspektakel gegeneinander antreten. 

Die einen verkleidet als Senatoren, Feldherren und Kaiser, die anderen maskiert als Legionäre, Handwerker und Sklaven. 

Beide Gruppen werden dann ihre Gießkannen-Wagen ihrer wahren Bestimmung zuführen und zu Quadrigen umbauen. 

Mit diesen zweirädrigen Wagen mit vier nebeneinandergespannten Rössern und einem mehr oder weniger standfesten Lenker werden also sowohl die „Roten Römer“ als auch die „Conservativen Carambas“ am Wahlsonntag durch den feierlich geschmückten Eberner Anlagenring um die Wette sausen. 

Wer gewinnt in dieser schönsten aller Wettkampfarenen am Ende den goldenen Lorbeerkranz und die Gunst der Zuschauer? 

Allerdings ist das noch nicht alles im Circus Maximus. Wie Im-Baunachgrund.de zu Ohren gekommen ist, wolle man im Notfall mit den Wägelchen sogar unwillige Wähler/innen an die Wahlurnen befördern. 

Aber in erster Linie soll es doch um Brot und Spiele (panem et circenses) gehen, also die Vorsorge gegen nervöse Unruhe in der Bevölkerung, und zwar durch Ablenkung mit fettem Essen, Bier und Unterhaltung. Das hat schon immer für Stabilität der bestehenden politischen Verhältnisse gesorgt, so das Kalkül. (2.825) 
(ibg, 25.10.2019) 


Video-Tipp (Symbolvideo) 
Video-Link

Thorsten Woll:  Video – „Wagenrennen Schellweiler“


Medienberichte 
Weiterführende Links (PDF-Downloads) 
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BÜRGERBETEILIGUNG • „Das wäre doch auch was für Ebern?!“

GrafikMitgestalten mit Bürgerbudget

Schirm-Wolken
Symbolbild: ibg

Immer mal wieder fragt jemand in den sozialen Netzwerken: „Das wäre doch auch was für Ebern?!“ – und bringt dabei einen Vorschlag ein, der meist schnell wieder verhallt. 

In einigen Städten gibt es deshalb ein „Bürgerbudget“. 

Das funktioniert so: Die Stadt stellt (evtl. mit privaten Dritten) ein gewisses Budget in Höhe von XXXX,XX Euro bereit. Beispiel: „Was machst Du mit 1.000 Euro?“ 

Einwohnerinnen und Einwohner können bei der Stadt bis zu einer bestimmten Frist Vorschläge (Projektideen) einreichen, die mit dem Budget verwirklicht werden können und der Allgemeinheit zugute kommen. Damit beteiligen sich Bürger/innen aktiv an der Gestaltung und Entwicklung ihrer Stadt. 

Doch Bürger/innen bringen nicht nur ihre eigenen Vorschläge ein, sie können später auch darüber abstimmen, welche ihrer Ideen umgesetzt wird bzw. werden. Die Gewinneridee wird im Laufe des kommenden Haushalts realisiert. 

Die Projektideen müssen allerdings im rechtlichen Zuständigkeitsbereich der Stadt sowie im Stadtgebiet liegen. Beispiel: Ein Trimm-dich-Pfad im Staatsforst geht nicht, im Stadtwald schon. Zudem sollten (zum Beispiel) keine Folgekosten entstehen. 

Die Webseite Buergerbudget.Schondorf-Ammersee.de zeigt, wie das Bürgerbudget in einer kleinen Gemeinde umgesetzt wird. 
(ibg, 22.10.2019) 

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EBERN • Schwerlastverkehr in oder aus der Altstadt

GrafikRänkespiele vor der Wahl?

Ebern-Stadtberg-schmal
Die Altstadt von Ebern ist mit Engstellen reichlich ausgestattet

Die Freien Wähler Ebern (FWE) hatten beantragt, den Schwerlastverkehr mit entsprechender Beschilderung aus der Eberner Altstadt herauszuhalten. Der Umwelt- und Bauausschuss, der am 9. Oktober 2019 tagte, lehnte das Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr prompt ab. 

Warum dieser eigentlich doch sehr sinnvolle Antrag nicht durchkam, ist allerdings nicht richtig nachvollziehbar. Sah doch (laut Zeitung) selbst der Bürgermeister die Innenstadt als „Anwohnerbereich“, war aber selbst offenbar gegen den Antrag der Freien Wähler. 

Infranken.de zufolge merkte die örtliche Polizeiinspektion an, es käme nur „ganz selten“ vor, dass große Lkw in den Altstadtbereich fahren. Zudem sei ein Lkw-Durchfahrtsverbot nicht mit dem Verkehrsrecht vereinbar. 

Bei allem Respekt fragt sich doch, ob die Polizei wirklich von jedem Lkw Notiz nehmen kann, der durch die Altstadt rollt. Und ob das Verkehrsrecht (entsprechende Paragraphen wurden in der Zeitung nicht zitiert) hier wirklich greift? 

Man denke nur daran, dass selbst Bundesstraßen für den Lkw-Verkehr gesperrt werden konnten, damit sich sogenannte „Maut-Flüchtlinge“ keine Ausweichrouten abseits der Autobahnen suchten und damit buchstäblich den Anwohnern in den Ohren lagen. 

Zudem gibt es Vorbilder in anderen Städten (z.B. Ingelfingen, 5.400 Einwohner, Hohenlohe-Kreis), die ihre Innenstädte für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt haben, Anliegerverkehr ausgenommen. Begründet wurde das Durchfahrtsverbot in Ingelfingen mit Engstellen, an denen es nun wahrlich auch in Ebern nicht mangelt. 

So war den FWE sechs Monate vor der Kommunalwahl kein Erfolg vergönnt, außer das Blatt wendet sich noch im Stadtrat. 
(ibg, 10.10.2019) 

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MOBILITÄT • Klimaschutz braucht besseres öffentliches Nahverkehrsangebot

Konzept für besseren Nahverkehr

Ebern-Rufbus
Fehlplanung: Für Busse ist am neuen Eberner Bahnhof kein Platz

Am 17.12.2018 hatte der Kreistag Haßberge einen sogenannten „Nahverkehrsplan“ beschlossen, umgangssprachlich auch als „Nahverkehrskonzept“ bezeichnet. 

Der Nahverkehrsplan ist unter dem Link Hassberge.de als PDF-Dokument öffentlich einsehbar und wurde jüngst in der Zeitungsberichterstattung nebenbei erwähnt. Es ging dabei um das Aus eines alteingesessenen Busunternehmens im Altkreis Ebern. 

Was im Nahverkehrsplan steht, und was drin stehen sollte, sind allerdings zwei paar Schuhe. 

Der beschlossene Plan stellt nämlich im Wesentlichen nichts weiter dar als eine Bestandsaufnahme und singt den Tenor: Schulbusse fahren nur an Schultagen. Außerdem ist er gespickt mit reichlich verkehrsgeographischer Grundlagen-Theorie. 

Das mag Hochschul-Dozenten erfreuen, ein zukunftsgerichtetes Verkehrskonzept sollte aber konkrete, klar umrissene und möglichst verbindliche Lösungsansätze zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs beschreiben. 

Doch die paar „Maßnahmen zur Behebung von Defiziten“ (ab Seite 55), wohl eher kosmetischer Natur, mögen kaum imstande sein, Abhilfe zu schaffen. 

Zum Beispiel, wenn im „Nahverkehrsplan“ auf Seite 57 empfohlen wird, an Schultagen einen Rufbus (!) um ca. 16:40 Uhr (!) von Altershausen nach Unterpreppach anzubieten. Nochmal: Ein Rufbus, der nur zu einer bestimmten Zeit zwischen zwei bestimmten Orten verkehren soll. 

Vorschläge solcher Art können nur ziemlich praxisfern wirken und verlieren sich im Klein-Klein statt einen tatsächlichen praktischen Nutzen zu produzieren. 

Zukunftsthema 

Schließlich geht es um ein Zukunftsthema – die Mobilität im Landkreis Haßberge inklusive Anschluss an die Nachbarlandkreise, immer auch unter dem dringenden Aspekt des Klimaschutzes. 

Das Thema hat sogar Verfassungsrang, nämlich dann, wenn es um die Herstellung der festgeschriebenen gleichwertigen Lebensverhältnisse geht. 

Realistisch gesehen kämen zur besseren Vernetzung kleiner Ortschaften mit dem Mittelzentrum alte Kreisstadt Ebern (Bahnanschluss nach Bamberg und Nürnberg) sowie dem Oberzentrum Coburg vor allem „On-Demand-Dienste“ in Frage. 

Ein Angebot, bei dem zum Beispiel per Smartphone-App eine kurzfristige Fahrt von einem beliebigen Haltepunkt zum anderen bestellt werden könnte, und dann innerhalb weniger Sekunden die Bestätigung aufs Smartphone gesandt wird. 

Das wäre für Land- und Altkreis eine neue Idee – weg von festen Abfahrtszeiten hin zu einer Beförderung, wenn diese tatsächlich nachgefragt wird. 

Wahrscheinlich ließen sich mit kostengünstigen Kleinbussen sogar rasch erste Ergebnisse zwecks weiterer Angebotsverbesserung sammeln. 

Finanzierung 

Gewöhnlich äußert sich ein Konzept auch zur konkreten Finanzierung solcher verkehrspolitischen Vorhaben. 

Doch ein konkretes Finanzierungsmodell für die notwendige Infrastruktur und das Leistungsangebot bleibt der Nahverkehrsplan des Landkreises Haßberge leider schuldig. 

Stattdessen wird geschickt und ausführlich laviert, wer alles zu den Kosten eines (theoretisch) verbesserten Nahverkehrsangebotes herangezogen werden könnte (vor allem die finanziell klammen Gemeinden), nur bitte möglichst wenig der Landkreis Haßberge selbst. 

Dass dabei die Umsetzung von konkreten Schritten zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs auf der Strecke bleibt, ist dadurch schon so gut wie vorprogrammiert. 

Noch ein Konzept 

Es gibt sogar noch ein weiteres „Konzept“, das der Landkreis schreiben ließ, nämlich das sogenannte „Mobilitätskonzept“, das zwar nicht ausschließlich auf den öffentlichen Nahverkehr gerichtet ist. 

Aber auch dort begegnen einem fast nur „Handlungserfordernisse“ statt handfest beschriebene Verbesserungen für den öffentlichen Nahverkehr. 

Darin, im „Mobilitätskonzept“, wimmelt es von Binsenweisheiten wie „Carsharing“ auf dem Dorf oder dem „Schwarzen Brett in Unternehmen“ (Austausch über Mitfahrmöglichkeiten). Diese Vorschläge haben eben mit einer Verbesserung des Nahverkehrs so viel zu tun wie ein Kaffeekränzchen mit einer Ratssitzung. 

Fazit 

Mit dem Thema Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs werden sich also die zuständigen kommunalen Gremien deshalb wohl oder übel noch ernsthaft beschäftigen müssen – und das am besten ergebnisorientiert
(ibg, 2.10.2019) 


Weiterführende Links 
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HETSCHINGSMÜHLE • Großübung am Freitag, 20. September 2019

Große Katastrophenschutzübung

Eingebetteter Post des BRK-Rettungsdienstes via Facebook
(21.9.2019)


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POST • Der Zustellstützpunkt wird in einen Neubau nach Eyrichshof ziehen

Hohes Paketaufkommen

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Abgebildet: Ehemaliges Postamt Ebern (ibg)

Immer mehr Unternehmen setzen auf digitale Kommunikation, so dass die klassische Briefpost zunehmend ins Hintertreffen gerät. Dafür befördert die Deutsche Post DHL immer mehr Pakete: Fast 1,5 Milliarden Pakete sollen es im Jahr 2018 gewesen sein. Das liegt vor allem am boomenden Online-Handel. 

Weil diese Entwicklung auch für Ebern zutrifft, reicht angeblich der Platz im alten Eberner Postamt nicht mehr aus, um die Paketflut bewältigen zu können. Deshalb soll über kurz oder lang in Eyrichshof ein neuer Zustellstützpunkt entstehen. 

Das alte Postgebäude hat dann endgültig als solches ausgedient. Bleibt dringend zu hoffen, dass in der Stadt wenigstens die Architektur dieses – im Grunde schlossähnlichen – Ensembles geschätzt wird und nicht auch noch dem Abrissbagger (wie Nachbargebäude) oder grauenhafter Renovierungsmaßnahmen (wie an der Sparkasse) zum Opfer fällt. 
(ibg, 28.8.2019) 

Infografik: Fast 12 Millionen Sendungen pro Zustelltag | Statista
Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
Video-Link

Youtube-Video –
„DHL Zustellstützpunkt Bad Neustadt – Imagefilm“


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TRUN UND EBERN • Frieden, Freiheit, Freundschaft

Auf dem Weg zur Partnerschaft

Eglise de Trun
Bild (unverändert): „Eglise de Trun“ (Kirche St. Peter und St. Paul), Foto: Mrobdu, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons
Hospice de Trun
Bild (unverändert): „Hospice de Trun“, Foto: Mrobdu, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons



Hotel de Ville de Trun
Bild (unverändert): „Hotel de Ville de Trun“ (Rathaus Trun), Foto: Mrobdu, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Ortsansichten von Trun in der Normandie

Geschichte

Vom 6. Juni bis Ende Juli 1944 landeten rund 1,5 Millionen alliierte Soldaten (Amerikaner, Briten, Franzosen, Polen sowie Kanadier und Soldaten weiterer Staaten) an den Stränden der Normandie.

Dort in der Region gedachte man nun des 75. Jahrestages der Schlacht um die Normandie. Nach unermesslichem Leid hatten am Ende die Westalliierten Anfang September 1944 Frankreich von der deutschen Besatzung befreit. 

Bekanntlich hatte der Arzt Dr. Wilhelm Baumann, der sich nach dem Krieg in Ebern niederließ, damals dazu beigetragen, Tausenden von Zivilisten und Soldaten das Leben zu retten – zusammen mit dem französischen Pfarrer Launay. 

Herausgefunden hatte dies der französische Hobbyhistoriker Michel Lefèvre. Er hatte Jahrzehnte später im Zuge seiner gewonnenen Erkenntnisse Kontakte nach Ebern angestoßen, und so entstand zunächst eine Schulpartnerschaft zwischen Trun in der Normandie und dem fränkischen Ebern. 

Partnergemeinde

Der aktuellen Zeitungsberichterstattung nach könnte man den Eindruck gewinnen, die Kommune Trun (Departement Orne) sei schon seit diesem Jahr offizielle Partnergemeinde von Ebern. Leider bestätigt sich das weder auf der Webseite von Ebern noch auf der von Trun. Jedenfalls schreiben die örtlichen Tageszeitungen (siehe hier und siehe da) von der „Partnerstadt“ Trun. Schön, aber der Partner-Status ist halt noch nicht amtlich – oder?

Die historischen Gründe, nach der diese Partnerschaft zustande kommen möge, wurden schon ausführlich in den Tageszeitungen beschrieben. Doch über den Ort selbst, und wo er eigentlich genau liegt, ist bei uns noch wenig bekannt. 

Trun

Deshalb hier einige Zahlen, Daten und Fakten: Der Ort hat etwa 1.300 Einwohner und liegt in der geschichtsträchtigen Normandie, etwa 200 Kilometer westlich von Paris. Wikipedia zeigte sich erst nach einiger Recherche auskunftsfreudig, denn es gibt mehrere Orte, die den Namen Trun tragen, zum Beispiel in Graubünden in der Schweiz. 

Das Internet-Lexikon Wikipedia weiß, dass der wichtigste Arbeitgeber unserer Partnergemeinde in spe die „Heller Joustra SA“ ist, eine Kunststoffwarenfabrik, die u.a. maßstabsgetreue Miniaturmodelle von Fahrzeugen und anderen Dingen herstellt. 15 Kilometer nordöstlich findet sich die Gemeinde Camembert, nach der der berühmte Käse, der Inbegriff normannischer Gastronomie, benannt worden ist. 

Mont Ormel
Bild (unverändert): „Mont Ormel“, Foto: Jacques Wiacek, Lizenz: gemeinfrei laut Wikimedia Commons, eingebettet via Wikimedia Commons

Östlich von Trun erhebt sich nach 5 Kilometern der 262 Meter hohe „Mont Ormel“. Auf dem Berg waren im 2. Weltkrieg Kommandoposten stationiert, die damals eine Schlüsselposition im sogenannten Kessel von Falaise eingenommen hatten. Es sind also die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte, hier insbesondere in der Normandie, die eine mögliche Partnerschaft zwischen Trun und Ebern zu etwas Besonderem machen. 

Ausflugsziele

Ähnlich wie im und um den Altkreis Ebern gibt es auch in der Umgebung von Trun zahlreiche Ausflugsziele, zum Beispiel Schloss Bourg-Saint-Léonard (12 Kilometer südöstlich, siehe Bild 1) oder das 17 Kilometer entfernte Nationalgestüt „Haras du Pin“, auch „Versailles des Pferdes“ genannt. Bild 2 unten zeigt das Gestüt als Miniaturmodell. 

Chateau Bourg St Leonard
Bild 1 (unverändert): „Chateau Bourg St Leonard“ (Schloss von Bourg-Saint-Léonard), Foto: Clanandre, Lizenz: CC BY-SA 3.0, eingebettet via Wikimedia Commons


MortreeChateauO 1
Bild 3 (unverändert): „MortreeChateauO 1“ (Schloss O in Mortrée), Foto: Selbymay, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons
Haras du Pin (073) (16831087257)
Bild 2 (unverändert): „Haras du Pin (073) (16831087257)“ – Nationalgestüt, Foto: Frédéric BISSON from Rouen, France, Lizenz: CC BY 2.0, eingebettet via Wikimedia Commons


Château de Vendeuvre 2
Bild 4 (unverändert): „Château de Vendeuvre 2“ (Schloss von Vendeuvre), Foto: 13okouran, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Das Wasserschloss O in Mortrée (Bild 3) liegt 28 Kilometer südlich von Trun und sieht mit seinem Mix aus gotischem, spätgotischem und Renaissance-Stil aus, als hätten sich die Architekten von Disneyland ein Beispiel daran genommen.

22 Kilometer nordwestlich kann das Schloss von Vendeuvre (Bild 4) samt integriertem Museum für Miniaturmöbel besichtigt werden. 

Anfahrt

Zu erreichen ist Trun mit dem Auto, für die Fahrt ab Paris sollte man etwa 3 Stunden einplanen. Der nächste Bahnhof ist in Argentan (rund 14.000 Einwohner), wobei die Bahnfahrt von Paris nach Argentan etwa 2 Stunden dauert. Weiter mit dem Auto braucht es ungefähr noch zusätzliche 15 Minuten nach Trun, mit der Buslinie 42 sind 25 Minuten zu veranschlagen. 
(ibg, 23.8.2019) 


Medienberichte 

Geschichte 


Nachtrag: 

Die Stadt Ebern weist inzwischen auf ihrer Webseite auf die Partnerschaft mit Trun hin, siehe hier
(ibg, 2.10.2019) 

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MARIENKAPELLE • Können die Bildhauerelemente restauriert werden?

Verwitterungsschäden

Ebern Friedhofskapelle Wappen 9091103
Bild (unverändert): „Ebern Friedhofskapelle Wappen 9091103“, Foto: Reinhold Möller (Ermell), Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons
Ebern Friedhofskapelle Wappen 9091105
Bild (unverändert): „Ebern Friedhofskapelle Wappen 9091105“, Foto: Reinhold Möller (Ermell), Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons

Beide Bilder wurden am 9. September 2018 aufgenommen. Sie zeigen bereits stark verwitterte Sandsteinarbeiten an der Außenseite der Marienkapelle in Ebern.

Vorbeigehenden Fußgängern fällt dieser Zustand in der Regel gar nicht auf. Dennoch dürfte sich die Frage nach einer Renovierung stellen. 
(ibg, 2.8.2019) 


Kreisheimatpfleger 
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BURGRUINE RAUENECK • Wer nahm historisch bedeutsame Steine mit?

Wo ist der Bogen mit dem Wappen?

Pfarrweisach Rauheneck
Symbolbild (unverändert): „Pfarrweisach Rauheneck“, Foto: Dark Avenger, Lizenz: CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons | Die Abbildung zeigt Grabplatten der Familie Marschalk von Rau(h)eneck mit dem Raueneck-Wappen (Pfarrkirche Pfarrweisach)

Wie in der Neuen Presse und bei infranken.de am 17. Juli 2019 zu lesen war, fehlen auf der Burgruine Raueneck zwei historisch bedeutsame Sandsteine, in Form von profilierten Bögen. 

Vermutlich gehörten sie zu einem Portal. Einer der Bögen trug das Wappen der Rauenecker, einen steinernen Schild mit Schrägbalken. Zuletzt waren die Bögen am 11. April 2019 noch gesehen worden. 

Die Eigentümer der Ruine hoffen nun darauf, dass jemand die behauenen Bögen wiedererkennt und Hinweise zum Verbleib geben kann. 

Die Geschichte der Burg Raueneck wird auf der Heimat-Webseite „Die Brünner“ ausführlich beschrieben. 
(ibg, 17.7.2019) 

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VORBACH • Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt

Ruine Raueneck wird gesichert

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Bild (unverändert): „Ruine-Rauheneck-270216-2278378“, ermell, Lizenz: CC BY 4.0,
via Wikimedia Commons


Für die Sicherung der Kapelle, der Vorburgmauer, der westlichen Zwingermauer sowie der nördlichen Ringmauer stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) auch in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale 25.000 Euro zur Verfügung. 

Nun besucht Uwe Franke, Ortskurator Oberfranken der DSD, gemeinsam mit Jörg Urban von Lotto Bayern am Mittwoch, den 10. Juli 2019 um 11:00 Uhr Landrat Wilhelm Schneider, um sich bei einem Presse- und Fototermin vor Ort die anstehenden Arbeiten erläutern zu lassen. 

Die Burgruine ist eines von über 420 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte. 

Die DSD unterstützte bereits den ersten Bauabschnitt vor zwei Jahren mit der Sicherung von Pallas, Brücke und Torbau, von östlicher Zwingermauer und den Futtermauern mit 60.000 Euro.


Lage und Architektur  

Die Ruine der Burg Raueneck liegt auf dem westlichen Ausläufer des Haubebergs. In 431 Metern Höhe ist sie weithin sichtbar im Umland. Lage und Ausdehnung der zu den wichtigsten Burgen im süddeutschen Raum zählenden Anlage sind beeindruckend. 

Erbaut wurde die Burg um 1200 von den Herren von Raueneck. Markante Reste der umwehrten Hauptburg mit ihren Wohngebäuden sind ebenso erhalten wie Spuren der großflächigen über mehrere Geländestufen unterteilten Vorburg, in der Stallungen, Speicher, Scheunen, Werkstätten und Gesindebauten standen. Sie haben sich weitgehend als Bodenspuren erhalten. 

Der erhaltene Bestand – vor allem der Hauptburg – dokumentiert mit eindrucksvoller Architektur bedeutende Bau- und Umbauphasen vom ausgehenden 12. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert. 

Vor allem durch ihren aufwändigen Ausbau um 1430 zählt die Burg heute bundesweit zu den herausragenden Beispielen früher Artilleriebefestigungen. Der damals errichtete äußere Mauerring bzw. Zwinger mit seinen raffiniert konzipierten Schießerkern an der Ostseite, den beiden schlanken Halbrundtürmen an der Westseite, dem eckigen Zisternenturm im Südosten und den vielen gut erhaltenen Schießscharten gilt als burgenkundliches Juwel. 


Sanierungsarbeiten 

Die Sanierungsarbeiten umfassen im Wesentlichen Maurerarbeiten. Sie dienen dazu, die oftmals zweischaligen Mauern wieder haltbar zu machen, das Gefüge wiederherzustellen und für einen geregelten Wasserablauf zu sorgen. 

Die Burgruine ist im Wald auf einer flachen Anhöhe gelegen und über Forst- und Wanderwege erreichbar. Diese organisch mit der Natur verbundenen Mauer- und Gesteinspartien später zu betrachten, wird den Reiz, der vom Erscheinungsbild der Burgruine ausgeht, erhöhen. 
(Pressemeldung DSD 8.7.2019 | ibg, 10.7.2019) 

∗∗∗
STRECKEN-REAKTIVIERUNGEN • Machen Klimaziele den Wiederaufbau möglich?

Neuauflage für den Maro-Express?

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Abgebildet: Demontierter Bahnstreckenabschnitt in Ebern, Coburger Straße

Auf dem Nachrichtenportal der Main-Post toben im Internet hitzige Leser-Diskussionen über die Reaktivierung der sogenannten Steigerwaldbahn, der einstigen Bahnstrecke von Schweinfurt über Gerolzhofen nach Kitzingen. 

Die Städte Gerolzhofen und Schweinfurt sowie die Landkreise Schweinfurt und Kitzingen würden laut Presseberichten die Streckenreaktivierung begrüßen. Dagegen votieren etliche Gemeinden an der alten Bahntrasse und ein paar Bürgerinitiativen aus diesen Gemeinden, zum Beispiel aus Grettstadt

Dabei fürchten die Gegner „Spritzgifte“ an den Bahngleisen, Lärm und „hohe Kosten für Anliegergemeinden“, zumindest wenn es nach dem bei der Main-Post abgebildeten Protesttransparent geht. Mitunter Argumente also, die nicht besonders überzeugend wirken. 


Landrat wird brüskiert 

Zudem krönen plötzlich (von selbst?) erwachte Verkaufsabsichten der „DB Immobilien“ derzeit die Debatte. Die Bahn ist nämlich gerade dabei, die noch üppig vorhandenen Reste ihrer stillgelegten Steigerwaldbahn-Gleise zu verscherbeln, die Main-Post brachte einen Schrotthändler als möglichen Kunden ins Gespräch. Auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) konnte nicht mehr an sich halten und soll den Schweinfurter Landrat, Florian Töpper (SPD), brüskiert haben, sagt die Main-Post am 6.6.2019. 

Reaktivierungen von alten Bahnstrecken (ob noch Gleise da sind oder nicht) sind aber keine Fantastereien einzelner Bahnnostalgiker, sondern sind bitter nötig für das Erreichen der Klimaziele. 


3.000 Kilometer Bahntrassen sollen reaktiviert werden 

So fragt das Handelsblatt am 20.5.2019: „Werden in den nächsten Jahren 3.000 Kilometer stillgelegte Eisenbahnstrecken in Deutschland re­ak­ti­vie­rt?“ und schreibt: „Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD widmet sich seitenlang dem Ausbau des Bahnverkehrs – aus verkehrspolitischen Gründen, aber auch, weil die klimapolitischen Ziele ohne Eisenbahn wohl kaum zu erreichen sind.“ 

Eisenbahnstrecken-reaktiv
Abgebildet: Reaktivierte Eisenbahnstrecken 1994 bis 2019 (Kartenausschnitt)
Quelle: Allianz pro Schiene | 5/2019, CC-Lizenz (13.6.2019)


Der Kartenausschnitt zeigt, dass sich in Bayern diesbezüglich noch nicht viel bewegt hat. Im Personenverkehr sind im Zeitraum zwischen den Jahren 1994 und 2019 gerade einmal 80 Kilometer Bahnstrecke wieder in Betrieb genommen worden. Dazu kommen noch 52 Kilometer neue alte Güterverkehrsstrecken. 


Maro-Express 

Anders als im Altlandkreis Gerolzhofen rührt sich im Altlandkreis Ebern bisher kein Lüftchen, was die Wiederinbetriebnahme von stillgelegten Bahnstrecken angeht. Zwar sind vom Streckenabschnitt Ebern – Maroldsweisach keine Gleisanlagen mehr vorhanden, weil die Schienen im Jahr 2003 abgebaut worden sind. Teilweise verlaufen auf der alten Trasse Radwege, an einigen Stellen ist der ehemalige Schienenweg mangels verkehrs- und klimapolitischer Weitsicht auch überbaut worden, wie zum Beispiel in Ebern. 

Dennoch lohnt es sich, Gedankenexperimente zur Wiederbelebung der Bahnlinie Ebern – Maroldsweisach anzustellen. Seit den großen Stilllegungswellen der 70er- und 80er-Jahre war die politische Großwetterlage für neue Nebenbahnstrecken nie so günstig wie heute. 

In Oberbayern will man sogar mit der Elektrifizierung der eingleisigen Nebenbahnstrecken nach Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee beginnen, wie Merkur.de am 8.6.2019 meldete. 

Weite Teile des ehemaligen Bahnkörpers nach Maroldsweisach sind aber noch erhalten. Radwege lassen sich ebenso verlegen wie Gleisabschnitte auch völlig neu trassiert werden können. Nur 9,4 Kilometer Radwege verlaufen heute auf der ehemaligen, etwa 17,5 Kilometer langen Bahntrasse. 

Eingebetteter Tweet via Twitter
(13.6.2019)


Bahnstrecke Breitengüßbach–Maroldsweisach
Bild (unverändert): „Bahnstrecke Breitengüßbach–Maroldsweisach“, vuxi, OpenStreetMap contibutors, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons


Koalitionsvertrag: Verdopplung der Fahrgastzahlen 

Laut „Allianz pro Schiene“ steht im Koalitionsvertrag, dass sich „die Bundesregierung eine Verdopplung der Fahrgastzahlen vorgenommen“ hat. Das sei aber nur möglich, wenn der Rückzug der Schiene aus der Fläche gestoppt und an geeigneten Stellen rückgängig gemacht würde. 

Bürger/innen müssten sich zu Wort melden 

Wichtigste Voraussetzung sei aber, dass die Bürgerinnen und Bürger den Eisenbahnverkehr wollen. Umweltgründe sprechen sowieso für den Schienenverkehr. 

Sinnvoll erscheint zudem, die Strecke nicht in Maroldsweisach enden zu lassen, sondern zum Beispiel nach Hildburghausen fortzuführen, wo die Gleise an die Werrabahn (Sonneberg – Eisenach) anschließen könnten. Auf diese Weise könnte sich zum Beispiel die etwa zweistündige Fahrzeit von Bamberg nach Hildburghausen auf fast die Hälfte verkürzen. 

Weil bis 1946 eine Schmalspurbahn von Hildburghausen nach Heldburg führte, könnten die topographischen Verhältnisse für einen Gleisneubau in diesem Streckenabschnitt vielleicht besonders gut passen. 

Tatsächlich dürfte sich allerdings erst etwas bewegen, wenn ein sogenannter „Treiber“ die Reaktivierung einer ehemaligen Bahnstrecke befeuert. 

Im PDF-„Leitfaden zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) heißt es dazu: Der Treiber „kann eine einzelne Persönlichkeit oder eine Gruppe sein. … Ein engagierter Bürger … kann für diese Aufgabe ebenso infrage kommen wie ein Kommunalpolitiker“. 


Möglichkeiten von Reaktivierungen nutzen 

Selbst im Landesentwicklungsplan Bayern (LEP, Stand 3/2018, PDF-Download) heißt es auf Seite 56: „Streckenstilllegungen und Rückbau der bestehenden Schieneninfrastruktur sollen vermieden werden. Möglichkeiten von Reaktivierungen sollen genutzt werden.“ 

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Bayern, teilte in einer Presseerklärung von April 2019 mit, dass der Bayerische Landtag „eine Neubewertung der Kriterien für Bahnreaktivierungen in Auftrag gegeben hat“. 
(ibg, 13.6.2019, aktualisiert 14.6.2019) 

Mögliche Strecken-Reaktivierungen

In Franken könnten folgende ehemalige Bahnstrecken (Auswahl) reaktiviert werden:

  • Volkach – Seligenstadt – Würzburg („Mainschleifenbahn“) BR.de

    Derzeit nur in der Sommersaison – von Mai bis Oktober – sonn- und feiertags Ausflugsverkehr mit einer historischen roten Schienenbus-Garnitur (Angaben ohne Gewähr)

  • Dombühl – Feuchtwangen – Dinkelsbühl – Wilburgstetten („Romantische Schiene“) BR.de

  • Gunzenhausen – Wassertrüdingen („Hesselbergbahn“)Lok-Report.de

    Wegen der Landesgartenschau 2019 verkehren an Wochenenden und bayernweiten Feiertagen zwischen 25.5. und 8.9.2019 bereits Personenzüge bis Wassertrüdingen. Ab Nürnberg umsteigefrei um 9:07 Uhr und 11:07 Uhr, zurück um 15:32 Uhr oder 17:32 Uhr ab Wassertrüdingen (Angaben ohne Gewähr).

  • Marxgrün (bei Naila) – Blankenstein („Höllentalbahn“) BR.de

  • Aschaffenburg – Großostheim („Bachgaubahn“) Main-Echo.de

(14.6.2019)

Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt
Bild (unverändert): „Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt“, Pechristener, Map data (c) OpenStreetMap (and) contributors, CC-BY-SA, Lizenz: CC BY-SA 4.0, eingebettet via Wikimedia Commons


Video-Link

kunstmichi:  Video – „Schienenbus: Mainschleifenbahn, Reminiszenz ans Hofheimerle #kunstmichiworld 027“


Eingebetteter Tweet via Twitter
(15.6.2019)


Die ablehnende Stellungnahme des CSU-Staatssekretärs gegenüber Bestrebungen, die Steigerwaldbahn zu reaktivieren, wird auf der Webseite In-und-um-Schweinfurt.de ohne Zahlschranke wiedergegeben. 
(ibg, 15.6.2019) 

∗∗∗
NACH DEM SCHEITERN • Gutachten befürwortet Gründung kommunaler MVZ

Hausarztmangel bedarf einer Lösung

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Symbolbild: ibg

Ebern hat einen Allgemeinmediziner weniger, weil ein Hausarzt in den Ruhestand gegangen war und keine/n Nachfolger/in gefunden hatte. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat nach einiger Zeit diesen Hausarztsitz ersatzlos eingezogen. Ein vorheriger Rettungsversuch“ scheiterte mit Pauken und Trompeten. Die Kommunalpolitik ist erstarrt, aber ein neuer Hausarzt wird trotzdem gebraucht. Wer muss nun was tun? 


Ausgangslage 

Einer von vier Allgemeinärzten in Ebern geht in den Ruhestand, ein/e Nachfolger/in findet sich nicht. 


Reaktion von Stadt und Landkreis 

Laut Zeitungsberichten versuchen Kommunalpolitiker, den Hausarztsitz zu retten. Sie wollen dazu das bestehende fachärztliche MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) einbinden. Ein MVZ-Internist soll vorübergehend zusätzlich hausärztlich tätig sein, bis ein Hausarzt angestellt werden kann. 


Ergebnis 

Ein Urteil des Bundessozialgerichtes, angeblich vom 12.2.2019, verbietet diese Lösung. Ein Aktenzeichen des Urteils wird in den Zeitungen (infranken.de, 1.4.2019 und Neue Presse, 29.3.2019) nicht genannt. 


Folge 

Die KVB-Bezirksstelle Unterfranken (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns) zieht den vierten Arztsitz endgültig ein, nachdem bis zum 1. April 2019 kein neuer Hausarzt für Ebern gefunden werden konnte. 


Reaktion 

Bedauern und Funkstille 


Recherche von Im-Baunachgrund.de  

Auf der Webseite des Bundessozialgerichts findet sich kein Hinweis auf eine Entscheidung vom 12.2.2019, die infrage kommen könnte. 

Dafür aber ein Hinweis auf einen Verhandlungstermin vom 13.2.2019. Vermutlich war folgender Rechtsstreit gemeint: 

Ein (anderes) MVZ wollte, dass einige seiner angestellten Fachärzte (Internisten) jeweils zur Hälfte fachärztlich und zur anderen Hälfte hausärztlich tätig sein dürfen. Der Zulassungsausschuss (Kassenärztliche Vereinigung) lehnte dies jedoch ab. 


Entweder nur Hausarzt oder nur Facharzt 

Grund seien die Vorschriften des § 73 Abs 1a SGB V – Das Bundessozialgericht (Verhandlung B 6 KA 62/17 R) entschied daher: 

„Die Anstellung von Dr. (…) auf einer halben hausärztlich-internistischen und einer halben fachärztlich-internistischen Arztstelle (…) ist mit der gesetzlichen Zuordnung von Arztgruppen entweder zur hausärztlichen oder zur fachärztlichen Versorgung nicht vereinbar. Jedenfalls kann ein Arzt im Rahmen seines Anstellungsverhältnisses bei einem (…) MVZ oder ein und derselben Zulassung nur entweder hausärztlich oder fachärztlich tätig sein.“ 


Der gescheiterte Eberner Rettungsversuch 

Der Rettungsversuch, den vierten Hausarztsitz in Ebern zu erhalten, sah so aus: Das kreiseigene Kommunalunternehmen „Haßberg-Kliniken“ hatte über sein Tochterunternehmen, das (fachärztliche) MVZ Ebern, versucht, die vakante Allgemeinarztstelle zu bedienen. 


Annahme 

Konkrete Angaben hierüber wurden der Öffentlichkeit gegenüber zwar nicht gemacht, aber man könnte dies annehmen oder vermuten: 

Angenommen, ein MVZ-Internist hätte künftig hälftig hausärztlich-internistisch und hälftig fachärztlich-internistisch gearbeitet. Wie hätte das funktionieren sollen? – Der vakante Hausarztsitz umfasste eine volle Stelle, keine halbe. 

Zudem wirft dieser (letztlich gescheiterte) „Rettungsversuch“ die Frage auf, wie die Anforderungen der bestehenden Vollzeit-Internisten-Stelle – zumindest vorübergehend – mit nur einer halben Stelle bewältigt werden sollten. 

Es scheint fast so, als wäre dieser Rettungsversuch notdürftig zusammengeschustert worden und von vornherein nicht sonderlich Erfolg versprechend gewesen. 


Urteil des Bundessozialgerichtes 

Dass der ganze Rettungsversuch nicht genehmigt werden würde, war zudem spätestens seit 13.2.2019 mit dem Urteil des Bundessozialgerichtes bekannt. – Allerdings allenfalls den Verantwortlichen, nicht der hiesigen Öffentlichkeit. 

Der vakante Hausarztsitz hätte aber noch bis zum 1.4.2019 nachbesetzt werden können, um nicht zu verfallen. Gut eineinhalb Monate Restlaufzeit. 

In diesem Zeitfenster zwischen dem 13.2.2019 und dem 1.4.2019 hätten Stadt oder bzw. und Landkreis weitere Anstrengungen unternehmen können, um den vierten Hausarztsitz in Ebern zu halten. 

Eingebetteter Tweet via Twitter
(8.5.2019)


Interkommunales MVZ 

Warum haben die Kommunalpolitiker in und um Ebern keinen größeren Erfolg versprechenden Lösungsansatz zum Erhalt des vierten Allgemeinarztsitzes gewählt? Wie zum Beispiel ein interkommunales MVZ zur hausärztlichen Versorgung? Da hätte auch ein Kinderarzt noch mit Platz gehabt, der nach SGB V dem hausärztlichen Bereich zuzuordnen ist. 

Schließlich gelten nach Mediendarstellungen Einzelpraxen im ländlichen Raum als „Auslaufmodell“, siehe NDR-Fernsehen vom 30.4.2019. 

Im schleswig-holsteinischen Büsum (4.900 Einwohner) haben zum Beispiel der dortige Bürgermeister und ein Berater des zuständiges Landkreises ein neues Konzept zur hausärztlichen Versorgung in Büsum mitentwickelt. 

Hierfür hat die Gemeinde vier Arztsitze aufgekauft und in einem neuen Ärztezentrum zusammengefasst. 

Dazu der Büsumer Bürgermeister im NDR-Fernsehen (ab 00:07:38): 

„Das gehört für mich zur Daseinsvorsorge. Das ist genauso wichtig wie eine gute Schule. Das ist genauso wichtig wie ein guter Kindergarten. Da kann man sich nicht zurückziehen ins Schneckenhaus und sagen, das lass’ mal andere machen.“ 

Eingebettetes Youtube-Video von Dostal & Partner
(8.5.2019)


Kommunale Medizinische Versorgungszentren 

Auf der Webseite der Techniker Krankenkasse (TK) ist zu lesen: 

„Bereits seit 2011 (Versorgungsstrukturgesetz GKV-VStG) können Kommunen theoretisch eigene Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen“. Allerdings waren die zulassungsrechtlichen Hürden für die Kommunen zu hoch gewesen.

Deshalb „griff der Gesetzgeber 2015 mit dem Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) erneut ein: Seitdem gelten Kommunen als regelhaft zulässige Träger von MVZ – gleichwertig zu Vertragsärzten, Kliniken und Dialyseträgern.“


Für Ebern bedeutet das: 

Ein kommunales MVZ (kMVZ) kann sowohl von der Stadt selbst, dem Landkreis, der Verwaltungsgemeinschaft und vielleicht auch von der Baunach-Allianz gegründet und betrieben werden – eine interkommunale Lösung für Ebern mit Filialpraxis für die vakante Hausarztstelle in Reckendorf? (vgl. § 95 Abs. 1a SGB V) 

Knackpunkt ist nämlich: Ohne Geld in die Hand zu nehmen, wird es nicht gehen. Und es müssen mindestens zwei Ärzte in einem kMVZ arbeiten. Für Ebern alleine besteht bzw. bestand aber nur Bedarf für einen Hausarzt (als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Allgemeinarztes). In einer Reckendorfer Filiale könnte der zweite notwendige Allgemeinmediziner arbeiten. 

Eingebetteter Tweet via Twitter
(7.5.2019)


Gutachten befürwortet kommunale Medizinische Versorgungszentren 

Und dann gibt es noch ein „bayerisches Gutachten zu kommunalen Medizinischen Versorgungszentren“. Darauf weist die „dostal & partner management-beratung gmbh“ auf ihrer Webseite hin. Dort wird das Thema „kommunale Medizinische Versorgungszentren (kMVZ)“ ausführlich erklärt. In kürzerer Form informiert auch die Bayerische Gemeindezeitung über das Thema. 

Manchmal fordert die Initiative für ein eigenes kommunales MVZ sogar Interessenten als Nachfolger einer vakanten Arztpraxis heraus – geschehen in Bad Kötzting (Mittelbayerische.de). Dann braucht es gar kein kMVZ. Doch wie sagte der Büsumer Bürgermeister: „Da kann man sich nicht zurückziehen ins Schneckenhaus und sagen, das lass’ mal andere machen.“ 
(ibg, 8.5.2019) 

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HEIMATKUNDE • Große Volksversammlung vor 170 Jahren

Ostern 1849 in Ebern

2012 07 21 016 Hambacher Schloss Ostseite
Bild (unverändert): „2012 07 21 016 Hambacher Schloss Ostseite“, Friedrich Haag,
Lizenz: CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons


Den meisten wird das Hambacher Fest (1832) aus dem Geschichtsunterricht noch ein Begriff sein. Das Fest fand auf dem Hambacher Schloss in der Rheinpfalz statt, zu jener Zeit noch Bayern zugehörig. Mit dem Hambach zwischen Ebern und Untermerzbach hatte das freilich nichts zu tun. 

Damals forderten die Festteilnehmer die nationale Einheit, Presse-, Meinungs-, Versammlungsfreiheit, die Gleichberechtigung der Frauen und Volkssouveränität. Die Veranstaltung gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse der deutschen Demokratiegeschichte. 

Die weitere geschichtliche Entwicklung (Absolutismus, Armut, Ständegesellschaft) führte schließlich zur Revolution 1848/49. 

Ebern-Versamml
Coburger Tageblatt vom 31.3.1849,
Bildschirmfoto aus einem von Google (hier) digitalisierten Werk, S. 611 (16.4.2019)


Ostern 1849 große Volksversammlung in Ebern 

Auch in Ebern rumorte es. So leitete der 19-jährige Ernst Schmidt, Sohn des Apothekers, zu Ostern 1849 eine Volksversammlung in Ebern mit mehreren tausend Teilnehmern. Die Neue Fränkische Zeitung aus Würzburg nannte in ihrer Ausgabe vom 5. April 1849 sogar die Zahl von 7.000 bis 8.000 Zuhörern in Ebern. 

Worüber gesprochen wurde, ist in Axel W.-O. Schmidts Buch „Der rothe Doktor von Chicago“ zu lesen. König Maximilian II. wurde kritisiert, Polizeiwillkür angeprangert, Bürokratie beanstandet, Schuldige für Missstände wurden ausgemacht und den Versammelten die Grundrechte erklärt. Kurz: Die Redner reizten die königliche Regierung gehörig und hielten Plädoyers für die Demokratie. Übrigens: In Ebern lief alles friedlich ab. 

Heute ist die Realschule Ebern nach Ernst Schmidt benannt, der später seine Heimat verlassen hatte und als Arzt in Chicago arbeitete. 
(ibg, 16.4.2019) 

∗∗∗
HAUSARZT-MANGEL • Landtags-Drucksache 17/21524

Gesundheitsregion plus oder minus?

Ebern-Landaerztin-gesucht
Fotomontage: ibg – Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit zur Anwerbung gewesen ...

Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt hatte am 1.3.2018 der Bayerischen Staatsregierung schriftliche Fragen zur ärztlichen Versorgung in Bayern gestellt. Hier ein Auszug der Fragen mit den wichtigsten Antworten der Staatsregierung (Drucksache 17/21524 des Bayerischen Landtags vom 22.6.2018): 

1.1 Wie viele Hausärzte (…) 

Der Staatsregierung liegen hierzu keine eigenen Daten vor. Die Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung ist nach dem Willen des Gesetzgebers vielmehr Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), die diese Aufgabe im Rahmen der ihr übertragenen Selbstverwaltungseigenschaft eigenverantwortlich ausführt. Wie diese in einer eigens angeforderten Stellungnahme ausführt, kann der aktuelle Stand der Versorgung immer ihren Internetseiten im Versorgungsatlas unter www.kvb.de/ueber-uns/versorgungsatlas/ entnommen werden. 

Weitere Informationen zur Versorgungssituation seien auch unter www.kvb.de/praxis/niederlassung/bedarfsplanung/bedarfsplan/ bzw. www.kvb.de/fileadmin/kvb/dokumente/Praxis/Bedarfsplanung/KVB-Bedarfsplanung-Planungsblaetter.pdf zu finden. 

(…) 


3.1 Wie viele Hausarztsitze waren (…) vakant? 

Die Frage kann nur insoweit beantwortet werden, als unter dem Begriff „vakant“ diejenige Anzahl von Arztsitzen verstanden wird, die in einem Planungsbereich bis zur Erreichung der absoluten Grenze der Überversorgung und damit bis zum Eintritt einer Zulassungsbeschränkung ab einemVersorgungsgrad von 110 Prozent noch besetzbar wären. 

(…)

Besteht in einem Planungsbereich Regelversorgung, von der bei Hausärzten bei einem Versorgungsgrad zwischen 75 Prozent und 110 Prozent auszugehen ist, sind „vakante Arztsitze“ in bedarfsplanerischer Hinsicht jedenfalls nicht mit „fehlenden Ärzten“ gleichzusetzen. 

(…) 


7.1 Welche Unterstützung und finanzielle Förderung bietet die KVB bei Niederlassungen im ländlichen Raum? 

Die KVB bietet nach eigener Auskunft in Planungsbereichen, in denen der Landesausschuss eine Unterversorgung, drohende Unterversorgung bzw. einen zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf festgestellt hat, einen Zuschuss für die Niederlassung (…) an. 

(…) 

Der Zuschuss wird nicht für die Deckung laufender Betriebskosten oder für den Kauf einer Immobilie gewährt. 

Umfang und Höhe der Förderung:
Niederlassung als Vertragsarzt mit vollem Versorgungsauftrag:

90.000 Euro bei einer festgestellten Unterversorgung,
60.000 Euro bei einer festgestellten drohenden Unterversorgung,
60.000 Euro bei einem zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf.

Soweit es unter Berücksichtigung der konkreten Versorgungssituation zur Erreichung der Förderziele erforderlich ist, kann der Vorstand der KVB den Zuschuss um bis zu 25 Prozent erhöhen. 

(…) 


7.2 Inwieweit werden diese angenommen? 

Das Gesamtfördervolumen für den Zeitraum von Januar 2014 bis März 2018 beträgt 3.160.500 Euro. Es wurden 48 Bewilligungen ausgesprochen. 

(…) 


8.1 Welche Unterstützung und finanzielle Förderung bietet die Staatsregierung bei Niederlassungen im ländlichen Raum? 

Eine flächendeckende und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung auf qualitativ hohem Niveau ist der Staatsregierung seit Langem ein wichtiges Anliegen. Deshalb hat das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) bereits 2012 ein Programm aufgelegt, das auf den nachfolgenden drei Fördersäulen ruht:

– Förderung der Niederlassung von Ärzten im ländlichen Raum,

– Förderung innovativer medizinischer Versorgungskonzepte (IMV),

– Stipendienprogramm für Medizinstudierende.

Im Rahmen der ersten Fördersäule werden Niederlassungen von Hausärzten, Fachärzten der allgemeinen fachärztlichen Versorgung sowie von Kinder- und Jugendpsychiatern mit bis zu 60.000 Euro gefördert. Voraussetzung dafür ist insbesondere, dass sich die Mediziner in Gemeinden mit nicht mehr als 20.000 Einwohnern niederlassen. (…) 

Bei der Förderung von IMV-Vorhaben handelt es sich um Modellprojekte, die mit bis zu 500.000 Euro gefördert werden und dabei helfen, dem Strukturwandel im Gesundheitssystem entgegenzuwirken. 

Und im Rahmen der dritten Säule werden Stipendien in Höhe von monatlich 600 Euro an Medizinstudierende vergeben, die bereit sind, ihre Weiterbildung auf dem Land zu absolvieren und anschließend dort weitere fünf Jahre tätig zu sein.

Dem Förderprogramm standen bis 2016 rd. 27 Mio. Euro zur Verfügung. Im laufenden Doppelhaushalt 2017/2018 wurden zudem rd. 11 Mio. Euro genehmigt. Zudem unterstützt das vom StMGP ins Leben gerufene Kommunalbüro für ärztliche Versorgung in Nürnberg seit 2012 Städte und Gemeinden bei Fragen der aktuellen und künftigen ärztlichen Versorgung. Es ist damit zur zentralen Anlaufstelle für Landräte und Bürgermeister geworden. 

(…) 

Die gesamte Drucksache ist via Webseite des Bayerischen Landtags einsehbar (PDF-Download). 

Muenchen-Maxi-Straba
Abgebildet: Maximilianeum, Sitz des Bayerischen Landtags

Kommentar 

Die üppigen finanziellen Anreize der KVB (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns) und der Staatsregierung sollen bewirken, dass sich Mediziner in ländlichen Gebieten niederlassen. Dass das funktioniert ist durchaus vorstellbar und zum Teil auch schon geschehen. 

Dumm nur, wenn eine (Teil-)Region wie die Stadt Ebern nicht als förderungswürdig gilt, weil die KVB statistisch eine Überversorgung für die (Gesamt-)Planungsregion festgestellt hat. 

Dann verkehren sich die edlen Absichten in ihr Gegenteil. In Ebern hat sich kein Nachfolger für eine hausärztliche Praxis gefunden, weil er woanders mit hohen Zuschüssen rechnen darf. Sonst hätte er einen Nachteil, wenn er sich in Ebern ohne Förderung niederlassen sollte. 

Über kurz oder lang wird man über einen gerechteren Zuschnitt der ärztlichen Planungsregionen nachdenken müssen, damit auch in Zukunft noch ein/e weiterer/-e Hausarzt/-ärztin nach Ebern kommen kann. 

Hier ist die Politik gefragt. Nur leider, das kann ohne öffentlichen Druck lange dauern. Mit etwas Glück wird die Angelegenheit vielleicht Thema im Kommunalwahlkampf des nächsten Jahres. 
(ibg, 5.4.2019) 

Eingebettetes Youtube-Video von GemeindeRastede
(5.4.2019)


Die Gemeinde Rastede sucht auf unkonventionelle Weise einen Nachfolger für ihren langjährigen Allgemeinmediziner.


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HAUSARZT-MANGEL • Ebern hat seine Sturmglocke nicht geläutet

Der vierte Hausarztsitz ist futsch

Smbl-Praxis-Allgemeinarzt
Bild: Hausarztpraxis ohne Nachfolger

Vor Kurzem hat Im-Baunachgrund.de noch festgestellt, dass im Altkreis zwei Hausärzte fehlen, in Ebern und Reckendorf. Jetzt fehlt nur noch einer, nämlich in Reckendorf. 

Bedeutet das, dass ein neuer Hausarzt nach Ebern gekommen ist? – Mitnichten, es hat sich kein/e Nachfolger/in für die vakante Hausarzt-Stelle in Ebern gefunden. 

Zur Jahreswende 2018/19 hieß es noch, dass der Landkreis eine/n Allgemeinmediziner/in in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) einstellt. Auch das hat sich nun laut Neuer Presse vom 29.3.2019 zerschlagen. 

Grund sei ein Urteil des Bundessozialgerichts, das offenbar eine derartige Lösung (an einem anderen Ort?) untersagt habe und mangels eines öffentlich bekannten Aktenzeichens nicht nachvollziehbar ist. 

Damit noch nicht genug: Von den bisher vier Eberner Hausarztsitzen wird nun sehr wahrscheinlich der unbesetzt gebliebene von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) eingezogen. Das heißt, dass es künftig bei nur drei Allgemeinmedizinern in Ebern bleiben wird. 

Begründung: Weil die Stelle nicht nachbesetzt werden konnte und weil die Hausarztregion Ebern „überversorgt“ sei. 

Nur umfasst die Hausarztregion Ebern keineswegs allein die Region Ebern, sondern zusätzlich den halben Landkreis Haßberge mit weiten Teilen des Altkreises Hofheim. Die hohe Arztdichte dort ist dafür verantwortlich, dass im Eberner Stadtgebiet die vierte Arztstelle statistisch betrachtet „überflüssig“ ist. 


Zeichnet sich trotzdem eine gute Lösung im Sinne der Patienten ab?

Offensichtlich nicht, zumindest lesen sich aus dem Beitrag in der Neuen Presse keine Hinweise darauf ab. Sicherlich stimmt es, dass auch in anderen Städten und Gemeinden Hausärzte fehlen. Die Suche ist nicht einfach. 

Deshalb müssen alle mit anpacken, wenn es gilt, einen neuen Arzt zu finden. Und das geht in erster Linie an die Adresse der Stadt: Sie muss in so einer Situation die Sturmglocke läuten. 

Im Zweifelsfall müssen die Grenzen der Hausarztregion Ebern neu gezogen werden, um von der statistischen Überversorgung nach KVB-Denken wegzukommen. Von Politikern, die lediglich bedauern, dass Ebern seinen vierten Hausarztsitz verloren hat, kann sich niemand etwas kaufen. 
(ibg, 30.3.2019) 

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FUNDSTÜCK • Manchmal ist das Internet wie ein großer Flohmarkt

Historische Karte

Eingebettete Karte via Mapire.eu

Hier ist Zoomen ins 19. Jahrhundert möglich … 
(ibg, 3.4.2019) 

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LANDARZTMANGEL • Hausarzt-Nachfolge im Baunachgrund ungeklärt

Es fehlen zwei Allgemeinärzte

Eingebettete Karte: Google Maps; Orte im Altlandkreis Ebern

Zwei Hausarztsitze sind im Altlandkreis Ebern immer noch unbesetzt und warten auf einen Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin, und zwar in Ebern sowie in Reckendorf. Doch wird auch genügend dafür geworben, dass sich Nachfolger/innen finden? 

Auf der Webseite des Bayerischen Hausärzteverbands heißt es immerhin, dass in Reckendorf ein/e Hausarzt/-in gesucht wird. Ebern findet dort dagegen keine Erwähnung. 

Im Online-Versorgungsatlas „Hausärzte“ der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) sind für die Stadt Ebern gar noch vier Hausärzte eingetragen (Stand 5.2.2019, Seite 221, PDF-Download), obwohl einer der vier Ärzte zum Jahresende 2018 in den Ruhestand gegangen ist. 

Nun bestehen zwei Möglichkeiten: Entweder es steht schon ein Nachfolger fest, der seine Tätigkeit nur noch nicht aufgenommen hat; der Atlas wäre also „vorauseilend“ aktuell. Oder der Versorgungsatlas ist nicht aktualisiert worden. 

Zwar war zur Jahreswende 2018/19 im Gespräch gewesen, dass der Landkreis eine/n Allgemeinmediziner/in in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) einstellt. Doch bis jetzt hat man davon nichts mehr gehört. 

Mittlerweile macht man sich vorsorglich auch in Untermerzbach schon Gedanken, wie es mit der dortigen Arztpraxis weitergehen könnte, wenn diese einmal schließen würde, siehe infranken.de und Neue Presse vom 21.3.2019. 
(ibg, 22.3.2019) 

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BERUFSSCHULE • „Entspricht allen Vorschriften“ für einen Kindergarten

Der Abriss erklärt sich nicht

Ebern-Berufsschule-Rueckansicht
Abgebildet: Ebern, Abrissobjekt ehemalige Berufsschule, Rückansicht
Sieht an der Außenwand wie Schriftzeichen aus, sind aber nur Reflexionen eines gegenüberliegenden Kupferdaches


Moment mal, hier sieht man die ehemalige Berufsschule in Ebern, und dabei sieht das Haus aus, als wäre es eben frisch renoviert worden. 

Was die Neue Presse am 15.3.2019 über das ehemalige Schulgebäude schreibt, ist kaum zu glauben, und wahrscheinlich wahr: 

Bereits allen Vorschriften entsprechen würde eine ‚Außenstelle‘ in der ehemaligen Berufsschule in Ebern, wo einst die Lebenshilfe residierte und derzeit schon eine Notgruppe des städtischen Kindergartens untergebracht ist. 

Im Bericht der Neuen Presse geht es nämlich um einen Kindergarten für Rentweinsdorf. Dort soll bekanntermaßen ein neuer gebaut werden, gebraucht wird aber eine Übergangslösung. Die würde sich in der alten Eberner Berufsschule anbieten. 

Dazu heißt es weiter in der Neuen Presse: 

Das Gebäude soll schließlich dann der Abrissbirne zum Opfer fallen, sobald der Eberner Kindergarten-Neubau unmittelbar daneben steht. 

Nun fragt sich schon, und zwar dringlicher denn je, warum dieses Gebäude zerstört werden muss und die Stadt Ebern einen neuen Kindergarten daneben setzt, wenn die alte Berufsschule „allen Vorschriften“ für einen Kindergarten entspricht? 

Da wurde schon Gegenteiliges behauptet, und zwar dass das Haus eben nicht den Vorschriften gerecht werden würde. Was stimmt denn nun? 
(ibg, 15.3.2019) 

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BERUFSSCHULE • Zuerst werden die Werkstätten abgebrochen

In Ebern rollt eine Abrisswelle an

Ebern-Berufsschule-Innenhof
Abgebildet: Gebäudekomplex der ehemaligen Berufsschule Ebern

Die – dem äußeren Erscheinungsbild nach doch recht gut erhaltene – ehemalige Berufsschule in der Eberner Mozartstraße soll abgerissen werden. Eine Lokalzeitung berichtete im Internet unkritisch von einem „großen Coup“, den die Stadt gelandet hätte. Das, weil das Areal danach als Baugebiet für eine Kindertagesstätte und altersgerechtes Wohnen „in dichter Bebauung“ dienen soll. 

Inzwischen kann die öffentliche Ausschreibung der Abbrucharbeiten im Internet eingesehen werden. Dort wird ersichtlich, dass erst einmal die „Werkstätten der ehemaligen Berufsschule Ebern mit einer Fläche von ca. 525 ㎡“ abgebrochen werden sollen, im Bild rechts zu sehen. Das Hauptgebäude (im Bild links) soll zu einem späteren Zeitpunkt fallen. 

In den gleichen Vergabeunterlagen, Vergabestelle ist das Landratsamt Haßberge, werden auch die „Demontage- und Abbrucharbeiten des Hausmeisterhauses am Gymnasium Ebern mit einer Fläche von ca. 200 ㎡“ ausgeschrieben. Als Ausführungsfrist wird der Zeitraum vom 18.3.2019 bis zum 17.5.2019 genannt. 

Da in der Ausschreibung (PDF-Download) als Datum für die Eröffnung der Angebote der 4.3.2019 (11:00 Uhr) angegeben ist, lässt sich vermuten, dass die Ausschreibung kurzfristig auf den Weg gebracht worden sein mag. 
(ibg, 14.2.2019) 

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KOMMENTAR • UPDATE • Amtsblatt ist kein presseähnliches Mitteilungsblatt

Ein Amtsblatt ist keine Zeitung

Smbl-Mittblatt
Symbolbild: ibg

Das neue Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach Amtsblätter nur über Angelegenheiten der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung berichten dürfen, wird wahrscheinlich vielen Bürgermeistern nicht passen. Es ist nämlich in Mode gekommen, verstaubte Amtsblätter mit allerlei buntem Beifang aufzupeppen. 

Und das, was das moderne Amtsblatt in Form eines „Mitteilungsblatts“ hätte bringen dürfen, das steht nie drin, nämlich die Sitzungsprotokolle des Stadt- oder Gemeinderates. 

Stattdessen tauchen da plötzlich „Serviceseiten“ auf, mit Apothekennotdiensten, kirchlichen Nachrichten, Hinweisen auf Sprechtage irgendwelcher nichtstädtischer Behörden oder alte Artikel, die schon freie Mitarbeiter/innen in der ihnen verbundenen Tageszeitung veröffentlicht hatten. 

Das Sahnehäubchen waren sicherlich Beiträge, die Mitarbeiter/innen der Stadt, Stadträte oder der Bürgermeister selbst verfasst hatten. Leider ging es dabei nicht immer um direkte Angelegenheiten der Stadtverwaltung. Da war viel Platz für Informationen, worüber eigentlich die Presse fundiert berichten sollte. Auch kommunalpolitische Ansichten ließen sich bequem und kostenlos per Mitteilungsblatt an alle Haushalte verteilen. 

Dem hat der der Bundesgerichtshof Ende Dezember 2018 einen Riegel vorgeschoben. Betroffen dürften nicht nur die Druckexemplare, sondern der gesamte Internetauftritt einer Kommune sein. 

Das mögen zwar auch viele Leser/innen bedauern. Aber wenn die bisherige Praxis beibehalten worden wäre, dann hätte das dazu geführt, dass die Auflagenzahlen der Tageszeitungen noch schneller weiter gesunken wären als sie es ohnehin schon tun. Dabei ist eine unabhängige und kritische Zeitung elementar wichtig für Demokratie und Gewaltenteilung. 

Die Verleger und Redakteure der Heimatzeitungen haben aber keinen Grund, sich nun zurückzulehnen. Denn das Urteil des Bundesgerichtshofs ist auch ein Fingerzeig an die Lokalpresse. „Staatsferne“, auch in kommunalen Belangen, das war das, was dem Bundesgerichtshof wichtig war. Diese Staatsferne muss jeden Tag aufs neue verteidigt und bewiesen werden. 

Nicht immer konnten bzw. können die Leser/innen den Eindruck haben, dass ihre hiesigen Heimatzeitungen so unabhängig berichten, wie die Blätter es gerne in ihren Untertiteln vor sich hertragen. Man denke nur an die oft einseitige Berichterstattung zum Bürgerbegehren „Rückabwicklung der Sparkassenfusion“ oder an weichgespülte (wenn nicht gar diskret beiseite gelassenen) Meinungen – im Vergleich zu Facebook – bei der öffentlichen Diskussion um die Einführung der Gelben Tonne. 


Weiter wie bisher? 

Nichtsdestotrotz erschien das „Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern“ (offizieller Titel) am 11.1.2019 in gewohnter Form – mit redaktionell gestalteten Nachrichten aus dem gesellschaftlichen Leben (z.B. VHS-Programm, „Frauenunion besucht die AWO“ oder „SPD-Ortsverein unterstützt ein Volksbegehren“ usw.). 

Laut Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 20.12.2018 ist „eine Kommune nicht berechtigt (…), ein kommunales Amtsblatt kostenlos im gesamten Stadtgebiet verteilen zu lassen, wenn dieses presseähnlich aufgemacht ist und redaktionelle Beiträge enthält, die das Gebot der ‚Staatsferne der Presse‘ verletzen.“ 

Möglicherweise wähnt man sich – oder ist man – in Ebern auf der sicheren Seite, weil im Impressum des „Mitteilungsblatts der Verwaltungsgemeinschaft Ebern“ ein Forchheimer Verlag als Herausgeber angegeben ist und sich als Verantwortlicher „für den sonstigen redaktionellen Inhalt und den Anzeigenteil“ erklärt. Lediglich für den amtlichen Teil zeichnet der VG-Vorsitzende und erste Bürgermeister verantwortlich. 

Was trotzdem irritiert ist, dass ein privater Verlag ein Blatt mit dem Titel „Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern“ herausgibt und dass die Trennung von redaktionellem Teil und amtlichem Teil nicht immer eindeutig zu erkennen ist. Zum Beispiel, wenn der Bürgermeister schreibt und seine Texte mit dem Autorenkürzel „jh“ kennzeichnet. Außerdem erwartet man eigentlich keine Parteinachrichten in einem „Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft“. 

Als Fazit könnte man festhalten: Eine Publikation, die einen amtlich klingenden Titel wie „Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft“ führt, hat die Aufgabe, sachlich, neutral und ausgewogen zu berichten. Den Transport von offenen oder verdeckten politischen Meinungen sollten aber andere Kanäle mit nichtamtlicher Aufmachung übernehmen. 
(ibg, 9.1.2019, aktualisiert 11.1.2019) 

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GLOSSE • „Gute Ideen“ für den öffentlichen Personen-Nahverkehr

Stundentakt statt Mitfahrbank

Smbl-Mitfahrbank CC0PxB
Symbolbild Mitfahrbank: „Sedna, Arizona ...“, kikkuru0606, Lizenz: CC0, Quelle: Pixabay.com
Navi: „Sie haben Ihr Ziel nicht erreicht!“


Es hat schon etwas leicht Karnevaleskes, wenn der Landkreis Haßberge auf die Suche nach „Schwachstellen“ im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) geht und dazu ein Beratungsinstitut für Infrastruktur und Gesundheitsfragen engagiert (infranken.de, 26.9.2018). 

Eigentlich sollte man denken, dass jeder weiß, wie öffentlicher Nahverkehr funktioniert. Nämlich so, dass ein Stundentakt eingerichtet wird. So wie das andere Landkreise tun, besonders in den neuen Bundesländern. 

Ebern-Grundschule-Busplan
Kein Einzelfall: Der Busfahrplan an der Eberner Haltestelle „Grundschule“ ist so klein gedruckt, dass man ihn auch mit Brille nicht lesen kann. Eine Beleuchtung wäre ebenfalls kein Luxus, wenn der Plan schon an der Stromquelle Laternenmast hängt. – Warum nur bleiben die Fahrgäste weg?

Im Landkreis Haßberge braucht man dazu Regionalkonferenzen. Zu denen kommt dann keiner, wie in Ebern geschehen. Die Lokalpolitiker bleiben dort mit den teuren Beratern unter sich. 

Aber wer weiß, vielleicht ist das gerade so gewollt. Man stelle sich vor, es kämen echte Leute und äußerten ihre Wünsche. Die würden dann sagen, der Bahnverkehr nach Bamberg muss weiter beschleunigt und gestärkt werden. Zubringerbusse aus den umliegenden Ortschaften sollten den Bahnhof in Ebern ansteuern. 

Da würde so manch zaudernder Politiker erbleichen. Anderen, den cholerischen, wiederum würde es die Zornesröte ins Gesicht treiben. Sie würden behaupten, das sei alles nicht realistisch und nicht bezahlbar. Der Landkreis Haßberge hat es nämlich nicht so dick. Genau genommen hat er so gut wie gar nichts. 

Das wussten aber die potentiellen Teilnehmer der ÖPNV-Regionalkonferenz und blieben deshalb vorsichtshalber zu Hause. 

Weil keiner erschienen war, hat die Politik nun freie Hand, das kostengünstigste Mobilitätskonzept zu erstellen. 

Das wären dann die Bürgerbusse, bei deren Betreibern man sich drei Werktage vor der geplanten Mitfahrt schriftlich anmelden muss. 

Und die berühmten Mitfahrbänke, die zwar selber nicht fahren können, denen man aber seinen Fahrtwunsch auf einem Zettel zwischen die Banklatten steckt. Dann schließt man die Augen und stellt sich vor, man wäre am Ziel angekommen. So funktioniert ÖPNV heute – allerdings nur im Landkreis Haßberge.
(ibg, 27.9.2018)

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POLIT-KABARETT • Kalkofes Mattscheibe knöpft sich Dorothee Bär vor

„Aushängeschild“ wird verladen

Eingebettetes Video: Kalkofes Mattscheibe, via Facebook (Ton einschalten!)

Abstimmung im BundestagDatum  Wie abgestimmt?
Verschärfung der Mietpreisbremse7.6.2018  dagegen
Diätenanpassung der Abgeordneten13.12.2017  dafür
Abschaffung der sachgrundlosen Befristung23.6.2017  nicht btlgt.
Schaffung einer zentralen Gesellschaft für Autobahnen und Bundesstraßen1.6.2017  dafür
Verbot von unkonventionellem Fracking24.6.2016  nicht btlgt.
Höhere Regionalisierungsmittel für den Bahnverkehr12.5.2016  nicht btlgt.
Grundsätzliches Fracking-Verbot28.4.2016  dagegen
Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen13.4.2016  nicht btlgt.
Neuzulassung von Glyphosat verhindern25.2.2016  dagegen
Umsetzung Aktionsprogramm Klimaschutz 20203.12.2015  nicht btlgt.
Neubausubventionen für Atomkraftwerke in der EU verhindern2.7.2015  dagegen
Rückwirkende Erhöhung von Kinderfreibetrag und Kindergeld18.6.2015  nicht btlgt.
Private- und kommunale Holzvermarktung auf Landesebene erlauben26.3.2015  dagegen
Kennzeichnungspflicht von Gen-Honig13.3.2014  dagegen
Diätenerhöhung 201421.2.2014  dafür

Quelle: Abgeordnetenwatch.de

Wer äußerte sich am häufigsten zur Digitalisierung? 

Laut einer Analyse der WBS-Gruppe äußerten sich FDP-Politiker/innen am häufigsten zum Thema Digitalisierung. CSU-Politiker/innen sprachen am seltensten darüber, obwohl die Partei Dorothee Bär als Staatsministerin für Digitalisierung stellt. Die WBS-Gruppe hatte nach eigenen Angaben alle Parlamentsdokumente und alle Social-Media-Beiträge der Bundestagsabgeordneten zum Stichwort „Digitalisierung“ unter die Lupe genommen.

(ibg, 17.8.2018, aktualisiert 22.8.2018)

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FREIBAD EBERN • Voraussichtlich 7 Millionen Sanierungskosten?

Millionen, die (noch) keiner hat

Eingebettete Karte: Google Maps; Sanierungskosten der Schwimmbäder in Unterfranken

Ein Thema, das schon seit einiger Zeit durch die Zeitungen gereicht wird: Viele Schwimmbäder sind marode und müssten aufwändig saniert werden. Gelingt es nicht, die Gelder dafür aufzutreiben, droht die Schließung. Zwar konnte für etliche Hallenbäder eine Lösung gefunden werden (wie zuletzt der Hallenbad-Neubau in Ebern), aber für Freibäder sprudeln (noch) keine Geldquellen.

Auf der Karte oben sind unterfränkische Bäder eingezeichnet, rot markierte stehen unter Umständen vor der Schließung. Klickt man in der Karte auf ein Schwimmbad-Symbol, dann tauchen die voraussichtlichen Sanierungskosten des betreffenden Bades auf. Für Ebern sollen das 7 Millionen Euro sein – allerdings verrät die eingebettete Google-Karte leider nicht, wer diese Summe auf welcher Grundlage geschätzt hat.

Das Eberner städtische Freibad ist zwar noch nicht akut betroffen, aber weil der Zahn der Zeit unaufhörlich weiter an Technik und Bauten nagt, wird die Stadt in den nächsten Jahren an einer Generalsanierung kaum vorbeikommen können.
(ibg, 14.8.2018)

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GESCHICHTE • 1863 Unglück in Neuses am Raueneck

Das Löschunglück von 1863

Handdruckspritze Obercunewalde
Symbolbild: „Handdruckspritze Obercunewalde“, Baujahr 1882, TMg, Lizenz: CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons

Der folgende Text (mit originaler Rechtschreibweise) stammt wörtlich aus der Augsburger Postzeitung vom 12. September 1863:

„(Unglücksfall.) Unlängst äscherte ein Brand in Neuses, Ldg. Ebern, eine Scheune ein. Nachts gab es wieder Feuerlärm auf der Brandstätte. Diese schloß einen Brunnen ein, in welchen glimmende Balken gefallen waren.

Ein junger Mensch aus einem nahe gelegenen Dorfe stürzte beim Löschen in diesen Brunnen. Ein Ortsnachbar stieg auf einer Leiter nach, um ihn zu holen; er fand ihn schon betäubt; doch bald gab auch er kein Lebenszeichen mehr von sich. Nun stieg des Letzteren erwachsener Sohn in den Brunnen und hatte schon ein Seil an den beiden Verunglückten befestigt, als auch ihn das Bewußtsein verließ.

Alsbald ließ sich ein Dienstknecht mit einem Seile umschlingen und stieg in die giftige Oeffnung. Er war so glücklich, die drei verloren Geglaubten zu Tag zu befördern. Der erste ist blind geworden, der zweite leidet noch an Schwindel und der dritte hat das Gedächtniß verloren, so daß er z.B. nicht mehr die Tageszeiten zu unterscheiden weiß.“

(ibg, 23.7.2018)

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LESER-ENTWÜRFE • Tracht feiert fröhliche Urständ

Leser schöpft neue Haßberge-Tracht

Hassberge-Tracht-01
Hassberge-Tracht-02
Ein Leser hat uns seine Entwürfe zu einer „Haßberge-Tracht“ zukommen lassen

Ein Leser, der nicht genannt werden möchte, hat sich durch unseren letzten Beitrag „Das Trachten-Phänomen“ inspirieren lassen und sich seine eigenen Gedanken zum Aussehen einer „Haßberge-Tracht“ gemacht.

Bei den Entwürfen fällt – wie bei der „echten“ Tracht – insbesondere die wilde Farbkombination Rot-Gelb-Grün auf. Die Farben entstammen dem Landkreiswappen und sollen die „Authentizität“ der Tracht unterstreichen.
(ibg, 3.7.2018)

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ARCHITEKTUR • Eberns radikaler Wandel im Städtebau

Immer Abriss statt Sanierung?

Ebern-Collage
Abgebildet: Ebern, Collage

Am 13.9.2015 beschäftigte sich der Deutschlandfunk mit dem Thema:
„Ungeliebte 50er-Jahre – Deutscher Denkmalschutz hadert mit der Nachkriegsmoderne“.

In der Einleitung des Beitrags war zu lesen:

Die Bauten der 50er-Jahre in ihrer betonten Nüchternheit galten einst als Symbole eines demokratischen, prunklosen Nachkriegsdeutschlands, heute sind sie immer wieder von Zerstörung bedroht. Überall gibt es fertige Abrisspläne, deren Umsetzung bisher nur durch heftige öffentliche Kontroversen verhindert wurde.

Verglichen mit der aktuellen Situation in Ebern im Jahre 2018 muten diese Worte aus dem Jahr 2015 geradezu gespenstisch an. So als hätte der Deutschlandfunk das Orakel von Delphi nach der städtebaulichen Zukunft von Ebern befragt.

Aber nicht Pythia, die weissagende Priesterin mit verändertem Bewusstseinszustand prophezeite den mutmaßlich bevorstehenden radikalen Stadtumbau mit der Abrissbirne, sondern die Meldungen tröpfelten nach und nach über die örtliche Zeitungslandschaft ins öffentliche Bewusstsein. Von verschiedenen Seiten geschickt relativiert, eine bessere Lösung sei – nach Kanzlerinnenart – nicht zu sehen.

Abrissliste

Auf der aktuellen Abrissliste stehen: das Gymnasium mit Wohnhaus des Hausmeisters und das Gebäude der ehemaligen Kreisberufsschule (Baujahr 1954) samt Werkstätten.

Sollte sich die Landesbaudirektion für einen Neubau im Areal Gasthof Post/Filmburg (Delta-Markt) entscheiden, wie es die Neue Presse am 8.3.2018 angedeutet hatte, dann würden vielleicht auch noch der historische Gasthof und die alte Filmburg (60er-Jahre) zu Bauschutt zerkleinert werden.

Schon weg

In den vergangenen paar Jahren gingen schon verlustig: das Burglichtspiele-Kino (abgebrannt), der Bahnhof im Erscheinungsbild der 60er-Jahre (Abriss), der BayWa-Silo im Hochhaus-Stil (Abriss), das alte Hallenbad aus den 70er-Jahren (Abriss), die 1933 erbaute Kujath-Villa am Anlagenring (Abriss) und das Wohnheim der Meisterschule (ehemaliges Nebengebäude der alten Landwirtschaftsschule mit Landwirtschaftsamt, Abriss).

Nicht alles konnte bewahrt werden

Der tristen Architektur des alten Hallenbades mit dem später aufgesetzten Walmdach hat wahrscheinlich kaum einer nachgetrauert. Das Kujath-Haus: geschenkt. Trotzdem, so viele Häuser aus den 30er-Jahren hat Ebern nicht zu bieten.

Mit seiner verschachtelten Etagen-Anordnung ist sicherlich auch das Gymnasium aus den 70ern grundsätzlich ein erhaltenswertes Gebäude. Aber angesichts von Brandschutz-Vorschriften und der Tatsache, dass der laufende Unterrichtsbetrieb beibehalten werden muss, scheint es nachvollziehbar, dass Abriss und Neubau an leicht versetzter Stelle einen gangbaren Weg bilden.

Der Teilabriss an der alten Landwirtschaftsschule mit dem Ersatzneubau aus Holz steht aus architektonisch-ästhetischer Sicht eher auf wackeligen Füßen, bedeutet er doch voraussichtlich einen krassen Stilbruch.

Faßoli-Haus gerade noch erhalten

Ältere Bürger erinnern sich vielleicht noch daran: Um ein Haar wäre auch das damals lidschäftige Faßoli-Haus abgebrochen worden. Die einzige Stadt-Villa ihrer Art in Ebern. In den 80er-Jahren hätte nämlich eine sogenannte „Panzer-Straße“ über das Anwesen zur Kaserne führen sollen.

Zudem schlug Jugendstil-Häusern in den 80er-Jahren etwa so wenig Wertschätzung entgegen wie heute Bauten aus den 50er-Jahren.

Dass damals über das Faßoli-Haus öffentlich diskutiert worden war, mag geholfen haben, dass die Stadt von den Abbruch-Absichten wieder abgerückt ist. Glücklicherweise wurde die „Verteilerspange“ später anders, über das Gelände der ehemaligen Gärtnerei am Rückgraben geführt.

Wie es zum unnötigen Plan kam, die Berufsschule abzureißen

Warum die Kreisberufsschule geschleift werden soll, ist gar nicht nachvollziehbar. Das Gebäude soll sogar über einen Aufzug verfügen und wirkt gut erhalten, wenn auch nicht auf modernstem Stand.

Das Problem scheint eher im fehlenden Nutzungskonzept zu liegen. Seit dem Abzug der letzten Metallklasse findet nämlich in Ebern kein Berufsschulunterricht mehr statt. Zwar haben sich verschiedene Institutionen eingemietet. Aber unterm Strich dürfte dem Landkreis als Eigner der Unterhalt zu teuer kommen.

Geht man nach dem Artikel „Raum für Eberns Zukunftspläne“ in der Neuen Presse vom 2.3.2018, dann könnte sich das Zustandekommen der Abrissabsichten so erklären:

Ursprünglich wollte die Stadt vom Landkreis nur einen Bauplatz für eine neue Kindertagesstätte kaufen. Landrat Wilhelm Schneider (CSU) witterte die Chance, nicht nur einen Teil, sondern das ganze 13.000 Quadratmeter große Schulgelände, das dem Landkreis gehört, loszuwerden.

Damit die Stadt das Grundstück auch wirklich kaufte, versprach der Landkreis, das Schulhaus einzureißen. Somit habe Ebern neue Flächen zur sogenannten „Innentwicklung“, sprich ein (voll erschlossenes) Neubaugebiet, gewonnen.

Das Schicksal hatte seinen Lauf genommen. Ob es noch zu stoppen ist? Wie hieß es doch gleich beim Deutschlandfunk: „… Abrisspläne, deren Umsetzung bisher nur durch heftige öffentliche Kontroversen verhindert wurde“. Und das Faßoli-Haus lehrt uns, dass schon verloren Geglaubtes doch erhalten werden kann. Man es muss halt wollen.
(ibg, 11.3.2018)

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EBERN • Mini-Max-Prinzip? – Platz für private Bauträger

Kreis will Berufsschule abreißen

Ebern-Berufsschule-1954
Abgebildet: Ebern, ehemalige Berufsschule

Wie infranken.de und Neue Presse am 2.3.2018 meldeten, soll das Gebäude der ehemaligen Berufsschule in Ebern abgerissen werden. Die Stadt plane, das Grundstück neu zu bebauen. Laut Zeitungen sollen ein Kindergarten mit Kinderkrippe und barrierefreie Wohnungen entstehen, erstellt von (einem?) privaten Bauträger(n).

Laut Amtlichem Mitteilungsblatt vom 4.5.2018 (Seite 5) hat die Stadt Ebern schon einen Betrag in Höhe von 260.000 Euro in den Haushaltsplan 2018 eingestellt. Die Summe ist für den Kauf des Grundstücks vorgesehen, auf dem die neue Kinderbetreuungseinrichtung vorgesehen ist. Aus dem Mitteilungsblatt geht nicht eindeutig hervor, ob es sich dabei um das gesamte Berufsschul-Areal oder nur um eine Teilfläche handelt.

Städtebauliches Ensemble

Die alte Berufsschule stellt das architektonische Pendant zur ehemaligen Landwirtschaftsschule (heute Schreinermeisterschule) dar. Beide Schulgebäude bilden gewissermaßen ein städtebauliches Ensemble, das richtungsweisend für den späteren Siedlungsbau war.

Eigentlich sind beide Schulen auch Denkmäler, die an den wirtschaftlichen und städtebaulichen Aufbruch in den 50er-Jahren und Eberns Zeit als Kreisstadt erinnern.

Das Mini-Max-Prinzip erklärt das Wirtschaftswiki der FH Aachen.
(ibg, 2.3.2018, aktualisiert 23.6.2018)

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HEIMATKUNDE • Was waren eigentlich Distrikte?

Die Distriktgemeinde Ebern

Distrikte-Ebern-Baunach
Grafik: Im-Baunachgrund.de

Vom Krankenhaus Ebern heißt es, es sei 1912 für die Distrikte Ebern und Baunach eröffnet worden. Was hat es eigentlich mit diesen „Distrikten“ auf sich? Wozu dienten sie und wie groß waren sie? Ein Blick zurück in die Geschichte.

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1802/1803 gelangte Ebern vom Hochstift Würzburg zunächst ans kurfürstlich regierte Bayern. Von 1806 bis 1814 war die Stadt Teil des Großherzogtums Würzburg und fiel danach durch die Folgen des Wiener Kongresses zusammen mit dem Großherzogtum wieder an das 1806 zum Königreich gewordene Bayern zurück.


Karte Hochstift Würzburg (edit)
Bild: „Karte Hochstift Würzburg um 1700“ via Wikimedia Commons,
Johann Baptist Homann; User Carport; gemeinfrei, Public Domain


Landgerichte

Schon im Jahr 1802 wurden in Bayern durch eine von Kurfürst Max Josef erlassene Verordnung Landgerichte eingeführt. Sie waren sowohl für die Verwaltung als auch für die Rechtsprechung verantwortlich. Auf dem Gebiet des späteren Landkreises Ebern waren die Landgerichte Gleusdorf (seit 1840: Baunach) und Ebern entstanden.

Distriktgemeinden

Obwohl der Begriff Distriktgemeinde erstmals in einem Gemeindeedikt aus dem Jahr 1818 erwähnt worden war, wurden erst 1852 – wie überall im Königreich Bayern – Distrikt(s)gemeinden gebildet, räumlich deckungsgleich mit den Zuständigkeitsbereichen der Landgerichte. Im Königreich Bayern wurden so insgesamt 240 Distriktgemeinden geschaffen, darunter auch Baunach und Ebern.

Die Distriktgemeinden waren Gemeindeverbände mit eigener Rechtspersönlichkeit und gelten deshalb als die ersten Vorläufer heutiger Landkreise. Zu den Aufgaben der Distrikte gehörte es, für Distriktstraßen und Sparkassen zu sorgen sowie Krankenhäuser und Altenheime zu bauen. Auch für überörtliche Schulen und die Anschaffung von Feuerwehrgerätschaften waren die Distrikte zuständig.

Bereits seit dem 13. Mai 1808 gab es in Bayern sogenannte Steuerdistrikte, mit deren Hilfe nicht nur das Eintreiben von Steuern verbessert, sondern auch das Staatsgebiet vermessen werden sollte.

Vom 1. Juli 1862 an wurden schließlich Rechtsprechung und Verwaltung getrennt. Die Rechtsprechung blieb bei den Landgerichten, für Verwaltungsaufgaben waren die neu konzipierten 143 Bezirksämter im Königreich Bayern zuständig.

Im neuen Bezirksamt Ebern bestanden bis 1919 die beiden Distriktgemeinden Baunach und Ebern sowie die zwei Landgerichtsbezirke Ebern und Baunach fort. Erst 1919 wurden die Distriktgemeinden (Selbstverwaltungsgesetz vom 22. Mai 1919) zum Bezirk Ebern als Gebietskörperschaft vereinigt. 1939 wurden die Bezirke in Landkreise umbenannt.

Seit 1879 hießen die bisherigen Landgerichte im ganzen Kaiserreich einheitlich Amtsgerichte (Gerichtsverfassungsgesetz vom 1. Oktober 1879), so auch in Baunach und Ebern. 1932 wurde das Amtsgericht Baunach aufgehoben und mit dem Bezirk des Amtsgerichts Ebern vereinigt.

Aemtergebaeude-Ebern
Abgebildet: Ämtergebäude in Ebern

Nach der bayerischen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 umfasste das Bezirksamt Ebern 19.920 Einwohner, davon 11.029 Einwohner im Landgericht bzw. Distrikt Ebern.

94 Ortschaften in 44 Gemeinden im Landgericht bzw. Distrikt Ebern:

Albersdorf (129 Einwohner), Allertshausen (181), Altenstein (406), Bischwind a./R. (300), Bischwind b./H. (176), Bramberg (178), Dürrenried (99), Ebern, Stadt (1.116), Eckartshausen (177), Eichelberg (148), Eyrichshof (290), Fischbach (273), Frickendorf (Brünn) (265), Gereuth (151), Gückelhirn (259), Hafenpreppach (347), Heilgersdorf (514), Heubach (160), Hofstetten (179), Jesserndorf (185), Junkersdorf (208), Kraisdorf (300), Leuzendorf (182), Lichtenstein (237), Lohr (211), Lossbergsgereuth (154), Marbach (175), Maroldsweisach (569), Memmelsdorf (607), Neuses (96), Obermerzbach (113), Pfaffendorf (208), Pfarrweisach (336), Preppach (278), Rabelsdorf (117), Recheldorf (201), Reutersbrunn (138), Untermerzbach (575), Voccawind (131), Vorbach (126), Wasmuthausen (210), Weissenbrunn (119), Welkendorf (98), Wüstenwelzberg (107)

(ibg, 3.6.2017)

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