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EBERN  Gastbeitrag  • Zur Zukunft des Krankenhauses

Das sagt ein Klinik-Experte

Stellungnahme von Klaus Emmerich zur Zukunft des Krankenhauses Ebern: „Ökonomisch bedingte Leistungskürzung gefährdet das Krankenhaus“

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“, Bündnispartner des bundesweiten Bündnis Klinikrettung, versteht sich als Anwalt für wohnortnahe bayerische Krankenhäuser. Sie betrachtet mit Sorge die in der Neuen Presse veröffentlichte Entscheidung des Trägers, das Leistungsangebot des Krankenhauses Ebern mit den Bereichen OP-Abteilung, Anästhesie, Chirurgische Station, Zentrale Patientenaufnahme, Labor sowie Röntgen signifikant zu verringern.

Krankenhäuser gehören zur Daseinsvorsorge. Ihr Betrieb sollte sich nach dem Bedarf richten und nicht von der Wirtschaftlichkeit abhängen. Das Krankenhaus Ebern deckt als Allgemeinkrankenhaus exakt diejenigen Fachbereiche ab, die seit Mitte 2018 Mindestvoraussetzung für eine Notfallversorgung sind: Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie. Sie sind von unschätzbarer Bedeutung für die Bevölkerung.

Mit der Entscheidung, die OP-Abteilung, die Anästhesie, die Chirurgische Station, die Zentrale Patientenaufnahme, das Labor sowie Röntgen aufzugeben, entfällt teilweise die Möglichkeit einer Erstversorgung der PatientInnen, insbesondere bei Unfällen und eskalierendem Krankheitsverlauf.

Aufgrund steigender Strukturanforderungen ist absehbar, dass der Betrieb von Krankenhäusern mit verringertem Leistungsangebot, insbesondere ohne chirurgisches Angebot, mittelfristig nicht mehr zulässig ist. Die gestufte Notfallversorgung, gültig seit 1.7.2018, ist ein erster Schritt in eine gestufte Versorgung der Allgemeinkrankenhäuser insgesamt.

Die vom Landkreis Haßberge angestrebte Kombination aus Altersmedizin inklusive Palliativmedizin, Kurzzeit- und Übergangspflege wird den aktuell geforderten Notfallstrukturen nicht gerecht. Namhafte Gesundheitsberater von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beabsichtigen, ähnliche Vorgaben als Grundvoraussetzung für den Betrieb eines Krankenhauses zu entwickeln. Krankenhäusern, die diese Vorgaben nicht erfüllen, könnte die Betriebserlaubnis entzogen werden.

Mittelfristig droht ein „Aus“ des Standorts Ebern als akutstationäres Krankenhaus, sollte das Leistungsspektrum entsprechend gekürzt werden.

Der GKV-Kliniksimulator, ein vom Bundesgesundheitsministerium, von Krankenkassen und auch von Klinikträgern anerkanntes Simulationstool belegt: Eine mittelfristiges „Aus“ des Krankenhauses Ebern würde dazu führen, dass 8.000 Bürger mehr als 30 Minuten benötigen, um ein Krankenhaus zu erreichen. Das hat mit Daseinsvorsorge für die anvertrauten Bürger nichts zu tun. Das ist – insbesondere für eskalierende Krankheitsverläufe – absolut inakzeptabel. Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ fordert den Landkreis Haßberge deshalb auf, die Entscheidung zur Konzentration der medizinischen Leistungen am Standort Haßfurt und Ausdünnung in Ebern zu revidieren.

Kleine ländliche Krankenhäuser sind bundespolitisch kaum noch gewollt – das ist unbestritten. Das erschwert auch die Bemühungen eines Krankenhausträgers. Die Strukturvorgaben werden schwieriger, die Wirtschaftlichkeit ist unter den herrschenden gesetzlichen Abrechnungsbedingungen nicht mehr gewährleistet.

Trotzdem kann sich der Landkreis Haßberge nicht seiner Verantwortung für die ihm anvertrauten Bürger bzw. Patienten entziehen. Es gehört Mut dazu, sich als Kommunalpolitiker gegen den Abwärtstrend kleiner Krankenhäuser zu stemmen und stattdessen kleine Krankenhäuser strukturell aufzurüsten. Beispiele in Bayern belegen, dass solche Konzepte mit regionaler Zentrenbildung und regionalen Alleinstellungsmerkmalen gelingen können.

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“

Autor: Klaus Emmerich
95502 Himmelkron
Himmelkron, 30.5.2021
(ibg, 31.5.2021)

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