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THEMENSEITE • Kommt die Gelbe Tonne im Landkreis Haßberge?
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Spezial: Gelbe Tonne

Gelbe-Tonne CC0PxB
Symbolbild: „Blechvogel, Mülltonne“, Manfred Richter, Lizenz: CC0, Quelle: Pixabay.com

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KREISTAG • Voraussichtlich Bürgerentscheid am 24. März 2019

Die Volksseele kocht

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Gesellt sich bald die Gelbe neben die Blaue?

Am Dienstag, 6. November 2018, wurde in der Sitzung des Kreistages Haßberge darüber entschieden, ob das Bürgerbegehren „Pro Gelbe Tonne“ formal statthaft ist oder nicht. Das Ergebnis fiel einstimmig aus: Das Bürgerbegehren wurde als zulässig erklärt, so dass es am 24. März 2019 zu einem Bürgerentscheid kommen wird. Insgesamt waren 10.255 Unterschriften eingegangen, davon 8.709 gültige. 

Auf Facebook kocht die Volksseele

Zwischenzeitlich kochte im sozialen Netzwerk Facebook die Volksseele regelrecht hoch. Dies, nachdem etliche Lokalpolitiker, die im Landkreis Haßberge bekannt sind, bei Facebook und via Zeitung ihre Argumente gegen die Einführung der Gelben Tonne und für die Beibehaltung des bisherigen Bringsystems kundgetan hatten. 

Beispielsweise postete ein Stadtratsmitglied der Freien Wähler aus Ebern bei Facebook, er finde es wichtig, dass „der Plastikmüll, den man ja selbst durch die Einkaufsgewohnheiten quasi miterzeugt, von einem selbst entsorgt werden muss“. Dies würde seiner Meinung nach „Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten“ erzeugen. 

Hauptangriffsziel vieler kritischer Facebook-Kommentatoren blieben jedoch die Vertreter der SPD-Kreistagsfraktion. Auslöser war ein Artikel in der Main-Post vom 4. November 2018. 

Darin wurden unter anderem zwei Kreistagsmitglieder zitiert, die sich auf den Standpunkt stellten, „viele Bürger würden mit dem Wertstoffhofbesuch kommunikative und soziale Annehmlichkeiten verbinden“. 

Ein anderes Kreistagsmitglied der SPD hielt den Bürgern vor, dass es „Umweltschutz nicht zum Preis der Bequemlichkeit“ gebe. 

Die Häme bei Facebook ließ nicht lange auf sich warten. So spotteten einige Facebook-Nutzer, dass an den Wertstoff-Containern vielleicht noch Kaffee und Kuchen serviert werde solle. Andere Nutzer dachten an einen Aperitif am Altglas-Container oder Schnittchen bei den Mischkunststoffen. 

Selbst eine Singlebörse am Wertstoffhof konnte sich jemand vorstellen, die kommunikativen Vorzüge an den Abfall-Containern bedenkend, die SPD-Vertreter/innen geschildert hatten. 

Dagegen konnte sich wiederum ein anderer Facebook-Schreiber nur an einen Kommunikationsinhalt erinnern, der laute: „Ey! Das gehört da nicht rein!“

Aber auch handfeste Argumente für die Einführung der Gelben Tonne wurden angeführt. Einer meinte zum Beispiel, dass die Entsorgung schon mit dem Produktpreis bezahlt worden sei. Er warte eher darauf, Geld zurückerstattet zu bekommen, weil er seine Verpackungsabfälle selber zum Wertstoffhof schaffe. 

Einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens konterte bei Facebook: „Vielleicht sollten die Kollegen von der SPD einfach mal das Gutachten, das der Landkreis für viel Geld in Auftrag gegeben hat, auch lesen. Dort steht nämlich, dass die Gelbe Tonne ökologisch besser ist …“ 
(ibg, 3.11.2018, aktualisiert 6.11.2018)

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ERFOLG • Will Landrat Schneider den Bürgerentscheid aushebeln?

Mehr als 10.000 Unterschriften

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Wahlplakat (bearbeiteter Ausschnitt): Landrat Wilhelm Schneider

Über 10.000 Bürgerinnen und Bürger haben im Landkreis Haßberge das Bürgerbegehren „Pro Gelbe Tonne“ unterschrieben. Das hat die Bürgerinitiative auf Facebook bekanntgegeben. Die Unterschriften wurden am 8. Oktober 2018 Landrat Wilhelm Schneider (CSU) übergeben. 

Damit ist die Bürgerinitiative ihrem Ziel, ein Wertstoff-Holsystem einzuführen, nähergekommen. Zunächst muss aber noch in den Gemeinden die Gültigkeit der Unterschriften überprüft werden. 

Dann wird sich herausstellen, ob es zum Bürgerentscheid kommen kann. Laut Zeitungsberichten hat Landrat Schneider inzwischen einen Kompromissvorschlag vorgetragen; er könne sich angeblich eine Mischung aus einem Bring- und einem Hol-System vorstellen. 

Fraglich bleibt, warum er diese Idee nicht schon früher geäußert hatte und ob damit die Einführung der Gelben Tonne am Ende nicht ausgehebelt würde.
(ibg, 9.10.2018)

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SATIRE • Kommt die Bundesregierung dem Bürgerbegehren zuvor?

Alphabetische Mülltrennung kommt

Eingebettetes Video von Postillon24 – „Alphabetische Mülltrennung beschlossen“,
via Youtube


Das Sammeln von Unterschriften für die Einführung der Gelben Tonne im Landkreis Haßberge neigt sich seinem Ende entgegen. Wenn genügend gültige Unterschriften zusammengekommen sind, dann dürfte der Weg für einen Bürgerentscheid offen stehen. Noch ist nicht bekannt, wie viele Bürger und Bürgerinnen sich am Bürgerbegehren beteiligt haben.
(ibg, 2.10.2018)

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START • Am 6. August 2018 startete endlich das Bürgerbegehren!

Jetzt zählt jede Unterschrift!

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Symbolbild: Die Gelbe Tonne wird zuhause abgeholt

Lang ersehnter Startschuss zum Bürgerbegehren zwecks Einführung der Gelben Tonne im Landkreis Haßberge!

Die Unterschriftenlisten können über diesen Link (BI-pro-Gelbe-Tonne-Haßberge.de) heruntergeladen und ausgedruckt werden. 

Die Frage des Bürgerbegehrens lautet:

„Sind Sie dafür, dass im Landkreis Haßberge ein Holsystem für Leichtverpackungen (GELBE TONNE) eingeführt wird?“

Wichtig: Auf der selben Liste dürfen nur Bürger/innen ein und derselben Gemeinde unterschreiben. Gezählt werden nur handschriftliche Unterschriften im Original.

Ausgefüllte Listen sollen laut Facebook bis spätestens zum 30.9.2018 an Dr. Alexander Ambros, Schultheißstr.8, 97478 Knetzgau, geschickt werden.
(ibg, 6.8.2018)


Links 

Alle Links führen zur Webseite „BI-pro-Gelbe-Tonne-Haßberge.de“


Geplante Auslagestellen laut Facebook 

Altkreis Ebern

Ebern: Tabakwaren Heim, EDEKA Rother, Bistro Wache, Friseursalon Varbenblind, Modehaus Naber, Arztpraxis Dr. Bolibruch, Apotheke am Grauturm, Postagentur (Mandrops), Bäckerei Fuchs Gymnasiumstraße, Markgrafen Getränkemarkt, Büchergeschäft Leseinsel, Sportstudio Schorn, Restaurant Veracruz, Tankstelle Dietz, Zahnarztpraxis Dr. Stark, Aral-Tankstelle, REWE 
Breitbrunn: Bäckerei
Gleusdorf: Friseursalon Varbenblind
Jesserndorf: Dorfladen
Kirchlauter: Tankstelle Hümmer
Maroldsweisach: Parfümerie Beck, EDEKA, Sparkasse, Getränkemarkt Sagasser, Elektrogeschäft und Postagentur Keil, Diakonie, Metzgerei Meyer, Gasthof-Brauerei Hartleb
Neubrunn: Backstube
Pfarrweisach: Gasthof-Metzgerei Eisfelder, Bäckerei Wiederroth
Rentweinsdorf: Sigis Getränkemarkt
Untermerzbach: Mio Dorfladen


Altkreis Hofheim

Hofheim i.UFr.: Optik Stein, Freibad, Pusteblume, Arztpraxis Dr. Leucht, Friseursalon Varbenblind, Tankstelle Hümpfner, Schuhtruhe, Metzgerei Häfner, Schreibwaren Weppert, Feelgood Fashion, Eisdiele Dolomiti, Getränke Beyer, Haßgau-Apotheke
Aidhausen: Dorfladen, Sportheim, Motorradfreunde, HMC Clubhaus, Kfz-Schneider 
Bundorf: Bäckerei Schilling, Blumenhaus Heurung, Dorfgemeinschaftshaus Stöckach, Dorfgemeinschaftshaus Kimmelsbach
Burgpreppach: Dorfladen, Second-Hand-Geschäft Susi’s und Strolchi’s
Königsberg i.Bay.: Bäckerei Jung, Blumen Elisabeth, Getränkemarkt Braunreuther, Postagentur Behr, Friseursalon Jehnes, Zwerg Riese


Altkreis Haßfurt

Haßfurt: Agip-Tankstelle, Maintal Werksverkauf, Autoteile Reese, Euronics XXL Schlegelmilch, EDEKA Meyer, Kupsch, Mehrgenerationenhaus, Kinderarztpraxis 
Ebelsbach: Post-Elektro Baum, Schreibwaren Eigner, Gasthaus Zehendner, Batzner
Eltmann: Gutbrod, Backhäusle, Reifen Reitz, Spielothek City Playhouse, Optik Zwo, Schreibwaren Buntstift, Pizza Sali, Aral-Tankstelle, Getränke Wiesneth
Gädheim: Friseursalon Hair Point
Kirchaich: VW-Autohaus
Kleinsteinach: Dorfladen
Knetzgau: Fuchs-Apotheke, Zahnarztpraxis Dr. Ambros, Kosmetikstudio Ewa Brunner
Prölsdorf: Gasthaus Staub
Sand am Main: Arztpraxis Wendler, Eisdiele, Bäckerei Schäfer, Apotheke, Friseursalon Wittig-Krines, KS Aktiv-Outlet, Metzgerei Hornung, Bäckerei Schlereth, Kleines Lädla
Schindelsee: Baumarkt, Gasthof Hofmann
Stettfeld: Bäckerei Düsel, Hausschlachterei Amling, Dorfladen
Theres: EDEKA Meyer
Trossenfurt-Tretzendorf: Sportstudio, Apotheke, Getränkemarkt, EDEKA, Metzgerei, Post, Arztpraxis Dr. Eberhart
Unterschleichach: Bäckerei Weiß
Untersteinbach: Steigerwaldkaufhaus
Westheim: offener Treff
Wonfurt: Bäckerei, Bücherei
Zeil am Main: Bäckerei Kolb, Eisdielen, Linden-Apotheke, Post, EDEKA, Autoservice Trummer, Zahnarztpraxis Dr. Hartwig

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VIDEO • Recycling-Quoten sind für alle Recycling-Systeme kein Problem

Kuddelmuddel Verpackungsgesetz

Eingebettetes Video von „Der Grüne Punkt“ via ▶ Youtube: „Neues Verpackungsgesetz“

Am 1. Januar 2019 tritt das neue Verpackungsgesetz (VerpackG) in Kraft und löst die bisher geltende Verpackungsverordnung ab. Für Laien ist das Gesetz kaum zu durchdringen. 

Zwar gilt das Verpackungsgesetz schwerpunktmäßig für Händler und Hersteller, die verpackte Produkte erstmals gewerbsmäßig in den Verkauf bringen. Doch das Gesetzeswerk betrifft auch öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger und „Recycling-Systeme“. 

So informiert zum Beispiel die IHK Karlsruhe auf ihrer Webseite:

„Die Anforderungen an die Verwertung der von den Systemen erfassten Verpackungsabfälle werden deutlich erhöht. Zum einen werden die … Recyclingquoten … angepasst. Zum anderen wird eine neue, zweite Recyclingquote eingeführt, die sich auf alle … in den gelben Tonnen bzw. Säcken erfassten Abfälle bezieht …“

Das Bundesumweltministerium verkündete am 31.3.2017 im Internet:

„Hauptziel des Gesetzes ist es, wesentlich mehr Abfälle aus privaten Haushalten zu recyceln … Die von Industrie und Handel finanzierten dualen Systeme müssen ab 2019 deutlich höhere Recycling-Quoten erfüllen … Die Recycling-Quote für Kunststoffverpackungen steigt bis zum Jahr 2022 von heute 36 Prozent auf 63 Prozent. Die Recycling-Quoten bei Metallen (heute bei 60 Prozent), Papier (70) und Glas (75) steigen bis 2022 auf 90 Prozent an.“

Diese Quoten sind im Wesentlichen in § 16, Absatz 2 (VerpackG) festgelegt.

Zu fragen ist: Kann das bisherige „Bring-System“ im Landkreis Haßberge die künftig höhere Recycling-Quote erfüllen? Oder ist das nur mit einem „Abhol-System“ wie der Gelben Tonne möglich? Oder ist alles ganz anders?


Wer muss die neuen, höheren Recycling-Quoten erfüllen?

Da der Begriff „System“ immer wieder im Zusammenhang mit höheren Recycling-Quoten verwandt wird, gilt es erst zu klären, was mit dem Begriff gemeint ist. Das Verpackungsgesetz (§ 3, Absatz 16) definiert „System“ so:

System ist eine privatrechtlich organisierte juristische Person oder Personengesellschaft, … die in ihrem Einzugsgebiet beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallenden restentleerten Verpackungen flächendeckend erfasst und einer Verwertung zuführt.“

Zählt die „Abfallwirtschaftgesellschaft des Landkreises Haßberge mbH“ („AWH GmbH“) demnach als „System“ in Sinne des Verpackungsgesetzes? Wenn ja, dann müsste auch die AWH(AS) GmbH, der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Haßberge, in jedem Fall die neuen Recycling-Quoten nach § 16 Abs. 2 erfüllen – Erfolgsquoten die wohlgemerkt schrittweise zum Teil auf 90 % ansteigen müssen. 


Was ist eine „Recycling-Quote“ im Sinne des neuen Gesetzes?

Dabei ist auch der Begriff „Recycling-Quote“ erklärungsbedürftig. Im Verpackungsgesetz ist die Rede von „Masseprozent“. Doch worauf bezieht sich der prozentuale Anteil? Was ist bei der Berechnung die Grundgesamtheit?

Im § 16, Absatz 2 (VerpackG) heißt es:

„Die Systeme sind verpflichtet, im Jahresmittel mindestens folgende Anteile der bei ihnen beteiligten Verpackungen der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen …“

Es kommt also darauf an, was unter dem Satzteil „der bei ihnen beteiligten Verpackungen“ zu verstehen ist.

Gesammelt oder verkauft?

Bedeutet dies, dass zum Beispiel künftig 80 % aller (vom Recycling-System) gesammelten Getränkekartonverpackungen recycelt werden müssen (statt wie bisher 60 %)?

Oder bedeutet es, dass 80 % (statt wie bisher 60 %) aller verkauften Getränkeverpackungen recycelt werden müssen?


Wenn wir uns die IHK-Information (siehe oben) noch einmal ansehen („Recyclingquote eingeführt, die sich auf alle … in den gelben Tonnen bzw. Säcken erfassten Abfälle bezieht …), dann wird deutlich:

Die Recycling-Quote kann sich nur auf die gesammelten (Verpackungs)-Abfälle beziehen, nicht auf die verkauften Produkte, deren Verpackungen eben auch woanders landen können (zum Beispiel in der Restmülltonne, die nicht zum Recycling-System gehört).

So lässt sich beispielsweise jede beliebige Recycling-Quote auf nahezu 100 % steigern, indem nicht recycelfähige Verpackungen aussortiert und zum Restmüll gegeben werden. 


Was sagen die Quoten aus?

Die Aussagekraft jedweder Statistik lässt eklatant nach: Etwa, wenn zum Beispiel von 100 Kunststoffverpackungen 80 in der Restmülltonne landen und nur 20 zum Wertstoffhof gebracht werden (oder in die Gelbe Tonne geworfen werden). 

Dann würden selbst die 20 Verpackungen im Wertstoffhof (oder in der Gelben Tonne) eine Recycling-Quote von 100 % erzeugen können. Denn die 80 Fehleinwürfe in die Restmülltonne würden einfach nicht zur Grundgesamtheit zählen, nach der sich die Recycling-Quote bestimmt. 

Zudem geht es im Gesetz nur um Verpackungen. So könnte man theoretisch auch mit hinzugefügten ausrangierten Plastikstühlen (gleicher Kunststoffart), die nicht als Verpackung zählen („Masseprozent“), die Recycling-Quote nach Belieben nach oben bewegen. 

Dass damit das Ziel des Gesetzes, „mehr Abfälle aus privaten Haushalten zu recyceln“ nicht zwingend erreicht werden kann, liegt auf der Hand – könnte man denken. Doch die Ziele des Verpackungsgesetzes sind in § 1, Absatz 4 wiederum ganz anders definiert als die Recycling-Quoten nach § 16, Absatz 2 des gleichen Gesetzes.

Ziele des Verpackungsgesetzes nach § 1, Absatz 4:

„Danach sind von den im Geltungsbereich dieses Gesetzes anfallenden Verpackungsabfällen jährlich mindestens 65 Masseprozent zu verwerten und mindestens 55 Masseprozent zu recyceln. Dabei muss das Recycling der einzelnen Verpackungsmaterialien mindestens für Holz 15, für Kunststoffe 22,5, für Metalle 50 und für Glas sowie Papier und Karton 60 Masseprozent erreichen …“

Apropos „verwerten“: Im Verpackungsgesetz taucht noch eine andere Quote auf, nämlich die Verwertungs-Quote:

Im Unterschied zur Recycling-Quote umfasst die Verwertungs-Quote zusätzlich die energetische Verwertung von Wertstoffen aus Abfall. Damit gehören zur Verwertungs-Quote auch diejenigen Stoffe, die verbrannt werden können.

Deshalb ist die Verwertungs-Quote größer als die Recycling- oder Wiederverwertungs-Quote. 


Fazit: Besser nicht mit Quoten argumentieren

Wenn bei der Diskussion über die mögliche Einführung der Gelben Tonne im Landkreis Haßberge irgendwann irgendwelche Quoten ins Feld geführt werden sollten, dann können sich Nicht-Fachleute eigentlich völlig entspannt zurücklehnen.

Denn bei diesem ganzen Gesetzes-Kuddelmuddel müssen sich auch ausgewiesene Experten enorm anstrengen, um zu wissen, worüber sie überhaupt reden. Recycling-Quoten dürften jedenfalls keine Probleme bereiten. Und Otto-Normalverbraucher wird wahrscheinlich sowieso nur die eine Frage interessieren: Muss ich weiterhin den Müll selber fortfahren oder kommt endlich die Gelbe Tonne?
(ibg, 6.8.2018)

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BÜRGERBEGEHREN • Gelbe Tonnen

Wer hat welche Meinung?

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Symbolfoto: ibg

Ein Blick auf die Webseiten der im Kreistag Haßberge vertretenen Parteien sorgt keineswegs für Erhellung, wenn man sich informieren möchte, wie die Kreisräte aktuell zum Thema „Einführung der Gelben Tonne“ stehen.

Finden sich überhaupt Einlassungen zum Thema, dann haben diese schon eine gewisse Zeit auf dem Buckel. Man braucht sich aber keinen Illusionen hinzugeben: Die Mehrheit im Kreistag wird wohl – wie schon bisher – am Status quo nicht kratzen wollen. Getreu dem Motto „Never change a running system“, zu deutsch: „Ändere niemals ein laufendes System“.

Ein Motto, das sich zumindest im EDV-Bereich mit schöner Regelmäßigkeit als Unsinn erwiesen hat. Davon abgesehen, dass man im angloamerikanischen Sprachraum „If it ain’t broke, don’t fix it!“ sagen würde: „Wenn es nicht kaputt ist, repariere es nicht!“

Entscheidung im Frühjahr verschnarcht?

Jedenfalls hätte nach einem Artikel der Main-Post vom 29.11.2017 der Kreistag „im Frühjahr 2018“ eine Entscheidung zum Gelben Müllsystem treffen sollen. Basierend auf den Empfehlungen eines Gutachters, der im Dezember 2017 das Müllsystem im Landkreis unter die Lupe nehmen wollte. Aus der ersten Absicht ist nichts geworden; ein Gutachten soll dagegen demnächst tatsächlich im Kreistag vorgestellt werden.

Aber vielleicht erübrigt sich das Gutachten, wenn das am 13.6.2018 bei Facebook angekündigte Bürgerbegehren zur Einführung der Gelben Tonne Erfolg hat. Zumindest spricht die große Anzahl an Mitgliedern der entsprechenden Facebook-Gruppe dafür: mehr als 4.700 sind es zum Stand 14.6.2018.


Hier einige ältere, sprichwörtlich in die Jahre gekommene Standpunkte einiger Parteivertreter:


ÖDP-Kreisverband vom 27.2.2017:
„Nicht das Sammelsystem muss geändert werden, sondern das ‚Müllentstehungs-System‘ …“


FDP-Kreistagsfraktion vom 13.3.2017
„Anstelle eines angeblichen Fortschritts, wäre die Einführung des ‚Gelben Systems‘ ein ausgesprochener Rückschritt, weil das inzwischen vorhandene Bewusstsein für die Müllvermeidung und die Mülltrennung ins Gegenteil verkehrt …“ würde.


SPD, Susanne Kastner vom 25.5.2015
(inzwischen als Kreisrätin zurückgetreten):
„Schnapsidee der sogenannten Jungen Liste … Erstens: Der Gelbe Sack würde die Abgaben für die einzelnen Haushalte im Kreis um etwa 30 % verteuern. Zweitens: Die Wertstoffhöfe sind eingerichtet, ihre Mitarbeiter sorgen zuverlässig für eine umweltgerechte Mülltrennung. Drittens: Genau diese Vorsorge für eine saubere Umwelt stellt die sogenannte ‚Junge Liste‘ aufs Spiel.“


Meinung bilden leicht gemacht

Zur Meinungsbildung kann aber auch die Übersichtskarte mit den Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe beitragen, siehe hier. Wer zum Beispiel Werktagnachmittag arbeiten muss und Samstagvormittag vielleicht etwas Schöneres vorhat als Müll mit dem Auto wegzufahren, der dürfte sich zu einem erlauchten Kreise zählen, dessen Mitglieder noch nie im Leben einen Wertstoffhof von innen gesehen haben.
(ibg, 15.6.2018)

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GELBE TONNE FEHLT • Drei Müllsammelsysteme im Altlandkreis

Bürgerbegehren soll Wende bringen

Grafik: ibg

360°-Video: Sortieranlage für Leichtverpackungen 
Eingebettetes Video Veolia Deutschland via Youtube

Bürgerbegehren für die Gelbe Tonne kommt

Am 13. Juni 2018 hat sich in Augsfeld die Bürgerinitiative „Gelbe Tonne für den Landkreis Haßberge“ gegründet. Laut Facebook wurde auf der Gründungsversammlung einstimmig beschlossen, ein Bürgerbegehren zur Einführung der Gelben Tonne anzustreben.

Rückblick

Letztes Jahr konnten sich die Kreisräte des Landkreises Haßberge (Kreistagssitzung vom 27. März 2017) nicht entscheiden, ob sie für oder gegen die Gelbe Tonne sein sollten. Weder wollten sie die Bürger befragen noch selbst eine Entscheidung treffen. Damals wollte man sich zunächst mehr Informationen über die Vor- und Nachteile beschaffen.

Einem älteren Bericht des Portals infranken.de vom 16. März 2017 zufolge standen vor über einem Jahr die Vorzeichen für die Einführung der Gelben Tonne offenbar nicht zum Besten.

Obwohl für die Leerung der Gelben Tonne keine zusätzlichen Kosten anfallen dürften, denn das System wird bereits beim Kauf von Produkten mitbezahlt. Bisher müssen im Bereich Ebern – Maroldsweisach bestimmte Abfälle, die nicht in die Restmülltonne gehören, selber zum Wertstoffhof gefahren werden.

Der Kreis interessiert sich aber nicht dafür, wie Bürger/innen ohne Auto dorthin kommen. Im Vergleich zu anderen Landkreisen ein Standortnachteil. Im Landkreis Bamberg werden die entsprechenden Abfälle in „Gelben Säcken“ gesammelt und abgeholt, im Landkreis Coburg gibt es die „Gelben Tonnen“.
(ibg, 12.6.2018, aktualisiert 14.6.2018)

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GELBE TONNE • Irgendwann kommt sie doch

Zuspruch für die Gelbe Tonne

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Symbolfoto: ibg

In Facebook wird wieder verstärkt über die Einführung der Gelben Tonnen im Landkreis diskutiert. Inzwischen gibt es sogar eine Facebook-Gruppe namens „Gelbe Tonne für den Landkreis Haßberge!?!“, die in kürzester Zeit auf über 3.800 Mitglieder angewachsen ist. Den Namen der Akteure nach hat wohl die Junge Union den Anstoß für die Gruppe gegeben.

Zu lesen ist unter anderem, dass „die Arbeiten zur Einführung der Gelben Tonne im Landkreis (…) auf Hochtouren“ liefen.

Sogar an ein Bürgerbegehren sei gedacht. Zunächst aber wolle man „möglichst vielen Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Meinung zu äußern“.

Außerdem solle laut Facebook-Posts in einem Augsfelder Hotel am 13. Juni 2018 die Bürgerinitiative „Gelbe Tonne für den Landkreis Haßberge“ gegründet werden.

Bei so viel wiedererwachtem Elan könnte man glatt meinen, dass Dr. Gottwald, der Initiator des Sparkassen-Bürgerbegehrens, in Sachen Engagement und politischer Aktivität eine gewisse Vorbild-Funktion ausgeübt hat.
(ibg, 29.5.2018)

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GELBE TONNE • Was die Presse dazu meint
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Medienchronik

Medienchronik „Gelbe Tonne“ 
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